EFL-Beratungsstellen im Kreis Steinfurt legen Jahresbericht vor
2041 Menschen, davon 1234 Frauen und 807 Männer, haben im vergangenen Jahr bei der Bewältigung einer schwierigen per¬sönlichen Lebenssituation Unterstützung in einer der sechs Ehe-, Familien- und Lebensberatungsstellen (EFL) des Bistums Münster im Kreis Steinfurt gefunden.
5786 Gespräche wurden geführt, davon 1584 Paargespräche, in denen beide Partner ge¬meinsam ihre Situation reflektierten und sich um eine Lösung bemüht haben. Die Zahlen gehen aus dem gemeinsamen Jahresbericht der Beratungsstellen hervor, der in diesen Tagen veröffentlicht wird.
"Unsere Statistik zeigt, dass die Resonanz in der Bevölkerung gut ist", zieht Ursula Frank-Lösing, Leiterin der Beratungsstelle in Greven und Emsdetten, stellvertretend auch für ihre Kolleginnen aus den Beratungsstellen in Ibbenbüren, Lengerich, Rheine und Steinfurt Bilanz. Insgesamt wurden 1474 Beratungsfälle im vergangenen Jahr aufgenommen. Der Bericht mache aber auch deutlich, dass die Gestal¬tung des eigenen Lebens und die Herausforderungen an Ehe, Partnerschaft und die verschiedenen Familien¬lebensformen anspruchsvoller geworden seien.
Einen Schwerpunkt in ihrem Bericht für 2016 haben die Leiterinnen auf die Traumaberatung gelegt. "Traumatisierende Erlebnisse spielen bei persönlichen Krisen oft erst auf den zweiten Blick eine Rolle", sagt Frank-Lösing. Verursacht werde ein Trauma durch ein Erlebnis, das die betroffene Person überfordere und nicht selten Todesängste und nicht selten existenzielle Ängste auslöse – körperliche/sexualisierte Gewalt, Vernachlässigung, seelische Gewalt, Verlust, Erkrankungen, Unfälle, Katastrophen, Krieg, Flucht, Vertreibung. "In bestimmten Situationen kommen die Erinnerungen daran hoch und lösen vergleichbare Emotionen aus", erklärt die Beratungsstellenleiterin.
Betroffene verstehen sich und ihre starken Gefühle oft selber nicht. In einer traumaspezifischen Beratung gehe es zunächst vor allem darum, das eigene oftmals als "verrückt" erlebte Verhalten als normales Verhalten in einer nicht normalen Situation zu verstehen. Lernen, mit dem Trauma umzugehen, sich selbst zu beruhigen – das ist eines der wichtigen Beratungsziele. Menschen mit einem Trauma brauchen eine äußere Sicherheit und Möglichkeiten, ihren Stress zu regulieren. Eine Traumaberatung kann auch Vorbereitung für eine spätere Traumatherapie sein, die sich anschließen kann.
"Wir motivieren unsere Klienten immer wieder, wertschätzend und fürsorglich mit sich selbst umzugehen und bewusst auf das Positive und Erfreuliche im Leben zu schauen." Ursula Frank-Lösing hat auch einige Hilfen, was Betroffene tun können: sich eine Alltagsstruktur geben, Hobbys nachgehen, Kontakte pflegen, schweren Gedanken nicht zu lange nachgehen, genießen lernen, singen, wohlwollend auf sich und andere schauen.
Betroffene können sich in den EFL-Beratungsstellen des Bistums Münster in Emsdetten, Telefon 02572/9419019, Greven, Telefon 02571/986581, Ibbenbüren, Telefon 05451/500223, Lengerich, Telefon 05481 / 9020880, Rheine, Telefon 05971/96890 und Steinfurt, Telefon 02551/864446, melden.
Bildunterschrift: Ihren gemeinsamen Jahresbericht haben die Leiterinnen der Ehe-, Familien- und Lebensberatungsstellen des Bistums Münster im Kreis Steinfurt jetzt herausgegeben (von links): Christel Kaul-Richters, Lore Meiners, Dorothee Valk und Ursula Frank-Lösing.
Text: Bischöfliche Pressestelle / 27.06.17
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