Ehe-, Familien- und Lebensberatung in Münster: Nachfrage bleibt hoch

, Stadtdekanat Münster

Wenn Paare, Familien oder Einzelpersonen in eine Krise geraten, kommen häufig mehrere Belastungen zusammen. Das zeigt sich auch in der Ehe-, Familien- und Lebensberatung (EFL) des Bistums Münster: 710 Fälle verzeichnete die Münsteraner Beratungsstelle im vergangenen Jahr – 42 mehr als 2024. Knapp 1.000 Ratsuchende nutzten die Angebote, insgesamt gab es 2.980 Beratungskontakte.

Ursula Demmel leitet die EFL-Beratungsstelle in Münster.

© Bistum Münster

„Die Nachfrage nach unserer Beratung ist weiterhin sehr hoch. Gleichzeitig erleben wir, dass die Anliegen komplexer werden“, sagt Ursula Demmel, Leiterin der EFL-Beratungsstelle in Münster. „Oft gibt es nicht das eine Problem, das Menschen zu uns führt. Belastungen in der Partnerschaft, persönliche Krisen oder familiäre Konflikte sind immer häufiger mit Fragen rund um Arbeit, Wohnen, finanzielle Sorgen oder Einsamkeit verbunden.“

Das zeigt sich auch in den Beratungsgesprächen. Persönliche Themen standen 2025 besonders häufig im Mittelpunkt. Dazu gehörten Probleme mit dem Selbstwert oder Kränkungen (41 Prozent), kritische Lebensereignisse und Verluste (24 Prozent) sowie Stimmungsschwankungen beziehungsweise depressive Verstimmungen (23 Prozent). Bei den partnerschaftlichen Themen standen Kommunikation und Interaktion mit 35 Prozent an erster Stelle. Auch Trennungswünsche oder die Angst vor einer Trennung (14 Prozent) sowie Fragen rund um Beziehung und Paargeschichte (13 Prozent) spielten eine wichtige Rolle.

Dabei versucht die Beratungsstelle, möglichst schnell einen Zugang zur Beratung zu ermöglichen. Bei 70 Prozent der Anfragen konnte 2025 innerhalb von zwei Wochen ein erster Fachkontakt vermittelt werden. Für den Übergang in eine kontinuierliche Beratung ließen sich Wartezeiten von drei Monaten oder mehr allerdings nicht immer vermeiden.

„Unser Ziel ist, Menschen nicht lange mit ihrem Anliegen allein zu lassen“, erklärt Ursula Demmel. „Deshalb ist es uns wichtig, möglichst schnell ein Gespräch anbieten zu können. Gleichzeitig sehen wir, dass die Nachfrage unsere Kapazitäten teilweise übersteigt.“

Neben der Einzel-, Paar- und Familienberatung gewinnen Gruppenangebote an Bedeutung. In Münster sind unter anderem das Kommunikationstraining „KomKom“ und das „Training Emotionaler Kompetenzen“ (TEK) etabliert. Während „KomKom“ Paaren dabei hilft, konstruktiver miteinander zu sprechen, Missverständnisse zu vermeiden und Konflikte zu entschärfen, geht es beim TEK um den Umgang mit belastenden Gefühlen, Selbstwert und Stress.

Der Jahresbericht ist erhältlich in der EFL-Beratungsstelle am Antoniuskirchplatz sowie im Internet auf der Homepage der EFL unter www.ehefamilieleben.de/muenster.

Ratsuchende können sich in der EFL-Beratungsstelle in Münster telefonisch unter 0251-135330 melden.

Ann-Christin Ladermann