
Mit großer Freude leisten Doris und Jürgen Thiemann ihren Dienst in der Augustinerkirche.
© Bistum Münster„Unser blaues Halstuch erkennen viele Menschen als Angebot, dass wir zu einem Gespräch bereit sind, und das nicht nur an unserem Einsatzort, sondern auch, wenn wir in unserer Freizeit durch die Stadt fahren“: Diese Erfahrung haben Doris und Jürgen Thiemann beim Katholikentag in Würzburg mehrfach gemacht. Die Eheleute aus Haltern am See sind dort als ehrenamtliche Helfende am markanten blauen Halstuch erkennbar.
Ihr Einsatzort ist die Augustinerkirche in der Innenstadt. Einen Großteil ihrer rund siebenstündigen Schicht stehen sie an einem der Eingänge, begrüßen Besuchende zu Gottesdiensten und Veranstaltungen, beantworten Fragen. Außerdem helfen sie bei der Vorbereitung der Programmpunkte, indem sie etwa den Aufbau und die Technik unterstützen.
Die Thiemanns sind „Wiederholungstäter“, zum ersten Mal waren sie 2023 beim evangelischen Kirchentag in Nürnberg im Einsatz. „Wir wollten damals teilnehmen, aber eine geplante Gruppenreise kam nicht zustande“, erinnert sich Jürgen Thiemann, „weil es aber für uns nicht in Frage kam, so eine Veranstaltung als Einzelgänger zu besuchen, haben wir uns stattdessen als Helfende gemeldet.“ Das hat ihnen bei Kirchen- und Katholikentagen seitdem so viel Freude gemacht, dass sie sich einig sind: „Eine Ende ist nicht abzusehen.“
Und das gilt, obwohl der Dienst durchaus anstrengend ist. Aber Gespräche und Begegnungen entschädigen für die Mühen – und das nicht nur mit Besuchenden. „Auch die Augustinerbrüder vom angrenzenden Kloster kommen gern für eine Unterhaltung zu den Helfenden, es ist schön, von ihnen umgeben zu sein“, sagt Doris Thiemann. Ihr Mann ergänzt: „Man bekommt einfach viel zurück.“ So habe ihn eine Besucherin gefragt, ob ihn eine direkt vor der Augustinerkirche stattfindende kirchenkritische Aktion nicht störe: „Das habe ich verneint, es ist halt Meinungsfreiheit. Da hat sie mich ermutigt, mir diese positive Grundhaltung zu bewahren.“ Seine Frau bestätigt: „Kirche bringt hier Menschen spürbar zusammen.“
Dass sie ausgerechnet für den Dienst in einem Gotteshaus eingeteilt sind, freut beide Eheleute. „Eine Kirche ist ein besonderer Einsatzort, die Menschen kommen mit einer anderen Grundhaltung hinein“, findet Doris Thiemann, „hier ist Katholikentag besonders erlebbar.“
Apropos Katholikentag erleben: Wenn sie gerade keinen Dienst haben, lassen sich die Thiemann ohne festes Programm gern treiben und erkunden spontan die Katholikentagsangebote. Danach kommen sie aber auch gern wieder zum Dienst zurück. „Wir haben irgendwie ein Helfersyndrom“, sagt Jürgen Thiemann lächelnd, „zu helfen gibt einfach ein gutes Gefühl.“
Anke Lucht
