Er ist einer von zwölf Frauen und Männern, die am 24. Juni von Weihbischof Rolf Lohmann im Xantener Dom für den Trauer- und Begräbnisdienst beauftragt worden sind. Vorausgegangen war eine intensive Ausbildung, in der es unter anderem um theologische und rechtliche Fragen ging, aber auch um die Gespräche mit Trauernden und die Ansprache während der Begräbnisfeier. Organisiert wurde die Ausbildung von den Katholischen Bildungsforen Kleve und Wesel unter Leitung von Mick Michels.
Schon seit zwei Jahren leitet Zinnecker Wort-Gottes-Feiern in Walsum, die Frage, ob er sich für den Begräbnisdienst ausbilden lassen würde, bejahte er daher überzeugt. „Das ist für die Kirche eine Chance, wenn die Menschen aus der Gemeinde heraus die Toten beerdigen. Denn Beerdigungen sind nicht daran gebunden, dass ein Priester vor Ort ist, sie können und dürfen auch von Laien übernommen werden“, erklärt er. Die Beerdigungsleiter seien Teil des Seelsorgeteams der Pfarrei, „wie genießen großes Vertrauen. Das nimmt uns in Verantwortung, drückt aber auch Wertschätzung aus.“
Aussagen, die Alfred Jansenberger (65) nickend bestätigt, während die beiden Männer auf einer Bank auf dem Friedhof Platz nehmen. „Matthias ist mein Firmpate“, sagt Jansenberger lächelnd. Denn bei Beginn der Ausbildung zum Begräbnisleiter, die beide gemeinsam absolviert haben, war er noch evangelisch. „Dennoch wurde ich damals von Pastor Werner Knoor gefragt, ob ich mich auch in diesem Bereich engagieren wolle. Vom ersten Tag an habe ich gemerkt, dass sich da eine ganz neue Welt für mich aufgetan hat. Konsequenterweise habe ich mich im Laufe der Ausbildung entschieden, zum katholischen Glauben zu konvertieren.“
Wie Zinnecker hat er in den vergangenen Monaten andere Seelsorgerinnen und Seelsorger zu Trauergesprächen und Beerdigungen begleitet, um neben dem theoretischen Wissen auch praktischen Einblicke in seinen künftigen Dienst zu erhalten. „Ich sehe der Aufgabe mit positiven Gefühlen, aber auch mit Respekt entgegen“, sagt er, schließlich sei eine Beerdigung „für die Menschen, die sich verabschieden, immer wieder ein einmaliges Ereignis. Da ist es mein Anspruch, ihre Erwartungen an eine würdige Beerdigung im Sinne des Verstorbenen erfüllen zu können.“
Christian Breuer

