
Eva Brambrink ist als Pastoralreferentin sowohl in der Pfarrei St. Amandus in Datteln als auch als Geistliche Leiterin der Katholischen Jungen Gemeinde (KJG) im Bistum tätig.
© Bistum Münster„Es macht mir Freude, zwischen Visionen und Realität zu gestalten. Das treibt mich an“, sagt Brambrink. Dahinter steckt eine Frage, die sie seit Jahren beschäftigt: Wo ist die Kirche für die Menschen heute noch erreichbar? Antworten darauf sucht sie nicht allein in Konzepten und Strukturen, sondern vor allem in Begegnungen.
Geprägt hat sie dabei die Arbeit in der Jugendkirche Münster, wo sie seit 2020 als hauptberufliche pastorale Mitarbeiterin tätig war. Dort erlebte sie Kirche als einen Ort, an dem neue Ideen entstehen dürfen und junge Menschen mit ihren Fragen, Hoffnungen und Lebenserfahrungen im Mittelpunkt stehen. Gemeinsam mit dem Team entwickelte sie neue Konzepte und arbeitete an der inhaltlichen Ausrichtung der Jugendkirche. „Es ist eine Arbeit mit Visionen für junge Menschen. Und sie wurde anerkannt und wertgeschätzt“, sagt sie.
Die Begeisterung für pastorale Arbeit entwickelte sich Schritt für Schritt. Nach dem Abitur in Dülmen absolvierte Brambrink ein Freiwilliges Soziales Jahr im damaligen Regionalbüro Ost und studierte anschließend Religionspädagogik in Paderborn. Parallel zu ihrer Arbeit in der Jugendkirche in Münster schloss sie den Masterstudiengang „Christentum in Kultur und Gesellschaft“ ab. Dort setzte sie sich intensiv mit der Frage auseinander, was christlicher Glaube für das Leben von Menschen und für die Gesellschaft bedeuten kann.
Einen wichtigen Erfahrungsschatz brachten ihr die vergangenen drei Jahre als Pastoralassistentin im Pastoralen Raum Coesfeld. Dort lernte sie die Vielfalt pastoraler Arbeit kennen: von der Firmvorbereitung über Kooperationen mit Kindertageseinrichtungen bis hin zu Angeboten für Seniorinnen und Senioren. Besonders beeindruckt hat sie dabei, wie Menschen über Pfarreigrenzen hinweg zusammenfinden und gemeinsam Kirche gestalten.
„Mich begeistert es, mit Menschen zu arbeiten. Sie geben mir auch viel zurück“, sagt sie. Gerade die Zusammenarbeit mit Ehrenamtlichen habe ihr gezeigt, wie viel möglich ist, wenn Menschen ihre Ideen und Talente einbringen können. Die Erfahrung, gemeinsam Neues auszuprobieren und dabei die Balance zwischen Tradition und Innovation zu finden, habe sie nachhaltig geprägt.
Ein besonderes Anliegen ist ihr die Arbeit mit jungen Erwachsenen. Gemeinsam mit dem Katholischen Kreisbildungswerk und der Fachstelle Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene entwickelte sie neue Angebote für diese Zielgruppe. Dabei wurde ihr deutlich, wie wichtig Räume sind, in denen junge Menschen ihre Fragen stellen, Gemeinschaft erleben und ihren eigenen Zugang zum Glauben finden können.
Künftig wird Brambrink zwei Aufgabenfelder miteinander verbinden. Mit einer halben Stelle übernimmt sie die geistliche Leitung im Diözesanverband der Katholischen Jungen Gemeinde (KJG). „Ich möchte das K, das für katholisch steht, im Verband sichtbar machen und hochhalten“, erklärt sie. Zudem wolle sie die Kinder- und Jugendarbeit im Bistum stärken.
Zudem wird sie als Pastoralreferentin in der Pfarrei St. Amandus in Datteln tätig sein. Dort möchte sie vor allem die Jugendarbeit weiterentwickeln und stärker mit den Nachbarpfarreien im Pastoralen Raum vernetzen. Die Aufgabe reizt sie, auch wenn sie einen Spagat zwischen Verbandsarbeit, Gemeindepastoral und den Wegen zwischen Münster und Datteln bedeutet. „Ich habe die Freiheit und die Vision, die Jugendarbeit aufzubauen“, sagt sie.
Die Motivation für all das ist für Brambrink klar: „Wir haben eine tolle Botschaft, die positiv für die Menschen und die Welt ist, wenn man von Gott und von sich erzählt.“ Diese Überzeugung möchte sie in ihrer künftigen Arbeit weitergeben. Den nötigen Ausgleich findet sie auf dem Fußballplatz bei ihrer Mannschaft in Dülmen-Merfeld. Und wenn sie sich selbst in drei Worten beschreiben müsste? Die Antwort kommt spontan: „Glaube, Sport und Kaffee.“
Text: Michaela Kiepe / Foto: Achim Pohl
