Fastenhirtenwort 2015
Zwei päpstliche Anliegen hat der Bischof von Münster, Dr. Felix Genn, in den Mittelpunkt seines Wortes zur diesjährigen Fastenzeit gestellt: Nächstenliebe statt Gleichgültigkeit und das für 2015 ausgerufene "Jahr der Orden“.
Zudem ging der Bischof auch auf die Gebetsinitiative "24 Stunden für den Herrn“ ein, die am 13./14. März stattfindet. Das Bischofswort wurde am Samstag und Sonntag, 21./22. Februar in den Gottesdiensten im Bistum verlesen.
Bischof Genn griff das Wort von der "Globalisierung der Gleichgültigkeit“ auf. Papst Franziskus hatte hierüber bereits bei seinem Besuch auf Lampedusa im Sommer 2013 gesprochen. Gegen diese "globalisierte Gleichgültigkeit“, so betonte der Bischof, habe der Papst die Botschaft gesetzt: "Kein Mensch ist Gott gleichgültig“. Der Bischof berichte von seinen eigenen Erfahrungen, die er im vergangenen Jahr bei seinem Besuch der Partnerdiözese Tula in Mexiko gemacht habe. Dass Massen von Mittelamerikanern ungeachtet aller Gefahren illegal durch Mexiko in die USA zu flüchten versuchten, weil ihr Leben sonst keine Zukunft mehr habe, sei für ihn die Erfahrung "globalisierter Ungerechtigkeit“ gewesen und habe ihn tief beeindruckt. Die Österliche Bußzeit sei eine gute Zeit, sich bewusst zu werden, dass man in die Haltung Gottes hineingerufen sei, die eben genau darin bestehe, "dass uns niemand gleichgültig sein kann.“ Eine innere Bekehrung des Herzens sei notwendig, damit den Menschen die Bedürfnisse anderer nahe gingen. Der Bischof zeigte sich dankbar dafür, dass es im Bistum viele Zeichen gegen eine "globalisierte Gleichgültigkeit“ gebe. "Hier denke ich unter anderem auch an die unterschiedlichen Initiativen, Flüchtlinge aufzunehmen oder Entwicklungen zur Abgrenzung von Fremden gegenzusteuern. Ebenso denke ich an die vielen, die mithelfen, den Pastoralplan in den Gemeinden mitzutragen und umzusetzen“, sagte Bischof Genn. Er dankte auch denjenigen, die im Rahmen des Domjubiläums in verschiedenen Projekten Menschen in besonderen Notlagen ihre Hilfe und Unterstützung geschenkt hätten. Diese Projekte hätten ihm "vor Augen geführt, wie kreativ und phantasievoll Nächstenliebe gelebt wird“.
Papst Franziskus, so sagte der Bischof weiter, denke aber nicht nur an die Werke der Nächstenliebe, sondern auch an die "Gemeinschaft der Heiligen“. Als konkretes Zeichen für diese "universale Gemeinschaft der Menschen auf Erden und im Himmel“ schlage der Papst eine Initiative vor, die wesentlich durch das Gebet geprägt sein solle: Vom 13. auf den 14 März soll in allen Gemeinden die Gebetsinitiative "24 Stunden für den Herrn“ gefeiert werden. Bischof Genn lud die Gläubigen im Blick auf diese Initiative ein, auch dafür zu beten, dass Berufungen "neu geweckt werden, auch in Ihrer Gemeinde, auch in Ihrem näheren Umfeld, ja, möglicherweise sogar auch in Ihrer Familie“.
Das zweite Thema des Bischofs in seinem Wort zur Österlichen Bußzeit war das "Jahr der Orden“, das Papst Franziskus für 2015 ausgerufen hat. Bischof Genn stellte klar, dass jedes christliche Leben ein geweihtes Leben sei, "weil es nicht mehr sich selbst, sondern Jesus gehört“. Ordenschristen jedoch wüssten "sich angesprochen, Jesus noch enger nachzufolgen“ und hätten sich "zu Gemeinschaften zusammengeschlossen, um sich mit ihrem Leben in Armut, Gehorsam und eheloser Keuschheit ganz Gott zu weihen“. Manche pflegten vor allem das Gebet, andere soziale oder erzieherische Dienste, wieder andere "haben ihre Heimat verlassen, um in anderen Ländern die Botschaft des Christentums zu verbreiten“, sagte der Bischof. Zudem gebe es als neuere Formen "Frauen- und Männergemeinschaften, deren Mitglieder mit oder auch ohne besondere Ordenstracht im normalen Berufsleben tätig sind“ und dabei ein Leben in der Nachfolge Jesu zu leben suchten. Bischof Genn appellierte an die Gläubigen, Frauen und Männern, die sich für ein Ordensleben interessierten oder entschieden hätten, mit "Sensibilität und Wertschätzung für diese Weise der Nachfolge“ zu begegnen. Auch in diesem Zusammenhang zitierte Bischof Genn Papst Franziskus: "Das geweihte Leben ist ein Geschenk an die Kirche und darum keine isolierte Randerscheinung, sondern ist ihr zuinnerst verbunden. Es steht im Mittelpunkt der Kirche selbst als entscheidendes Element ihrer Sendung, insofern es das innerste Streben der christlichen Berufung ausdrückt.“
Der Text des Bischofsworts zur österlichen Bußzeit steht zum Download bereit unter www.bistum-muenster.de/amtsblatt in der Nr. 02/03 / 01.02.2015
Ein Video des Bischofsworts zur österlichen Bußzeit ist im Youtube-Kanal des Bistums Münster anzuschauen: https://www.youtube.com/user/BistumMuenster/videos
Text: Bischöfliche Pressestelle
Kontakt: Pressestelle[at]bistum-muenster.de
