feelstimmig engagiert sich bei Paketaktion
Ein Weihnachtsfest ohne liebevoll ausgesuchte Geschenke? Für viele Menschen im Münsteraner Stadtteil Kinderhaus wäre das traurige Wirklichkeit – wenn es nicht die Paketaktion "Solidarität in Kinderhaus" der katholischen Kirchengemeinde St. Marien und St. Josef gäbe.
Seit zwei Jahren organisiert diese der Chor "feelstimmig". Außerdem unterstützt er mit dem Erlös seines jährlichen Konzerts bedürftige Menschen in der Pfarrei und die Projekte des Arbeitskreises Sri Lanka e.V. Münster.
Wie und warum ihr Chor nicht nur gut singt und klingt, sondern auch Gutes tut, das wissen Ulrike Konerding und Reinhard Rölleke. Als Mitglieder beschreiben sie "feelstimmig", der sich Gospel, Popsongs und dem Neuen Geistlichen Lied widmet, sozusagen als Chor mit Plus. "Musik ist die Klammer, darüber hinaus wollen wir Gemeinschaft transportieren", erklärt Rölleke, "Gemeinde ist ja ein Ort, wo jeder etwas, was er kann, für die Gemeinschaft machen sollte. Deshalb haben wir unsere Konzerte mit einer Aufgabe in der Gemeinde verknüpft."
Und das mit Erfolg: "Auf diese Weise ist auch das Publikum ganz anders eingebunden, als wenn es nur zuhört." So stiegen die Konzerterlöse Jahr für Jahr, wechselweise zugunsten der Arbeit einheimischer Priester und Ordensschwestern in Sri Lanka und zugunsten der Anliegen des Sozialbüros in Kinderhaus. "Dabei nehmen wir keinen Eintritt, und jeder entscheidet selbst, wie viel er spendet", erläutert Ulrike Konerding. Offensichtlich ein Erfolgsrezept.
Zur Erfolgsstory ist längst auch die Paketaktion im Advent geworden. Seit 20 Jahren gibt es sie schon in der Pfarrei. Vor zwei Jahren übernahm der Chor die Regie von einer Frauengruppe, die sie bis dahin verantwortet hatte. Der bewährte Ablauf ist indes geblieben: Über die sozialen Dienste im Stadtteil erhalten die Chormitglieder, die die Aktion betreuen, wichtige, anonymisierte Informationen über Alter und Lebenssituation bedürftiger Familien, Paare oder Alleinstehender in Kinderhaus. Diese Infos stellen die Chormitglieder zusammen.
Aus dieser Liste wählen dann beim jährlichen Novembertreff – einem Gemeindefest – interessierte Gemeindemitglieder aus, wen sie zu Weihnachten beschenken wollen. Ohne den Namen der zu beschenkenden Personen zu erfahren, können sie für diese so dennoch ein Paket packen, das ganz auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten ist. "Der Chor ist dabei wie ein Makler zwischen den sozialen Diensten und denen, die Pakete verschenken", vergleicht Rölleke.
An einem bestimmten Termin im Dezember nehmen er und seine Mitstreiter die Pakete im Pfarrzentrum entgegen. Rund 20 Freiwillige bringen diese dann persönlich zu den Empfängern, "ohne etwas über die Herkunft des Pakets zu wissen", betont Ulrike Konerding, "so läuft die Aktion anonym und trotzdem persönlich ab."
Damit sich genügend Schenkende finden, rührt der Chor vorher fleißig die Werbetrommel, unter anderem mit selbst gestalteten Plakaten. Es funktioniert: "Wir können beim Novembertreff immer circa 100 Adressen verteilen", berichtet Konerding. Als Schenkende füllen im Schnitt schätzungsweise drei bis vier Personen ein Paket.
Wenn die Überbringer dann mit diesem an der Haustür klingeln, ist die Freude groß – nicht nur bei denen, die die Geschenke erhalten, sondern auch bei denen, die sie übergeben. "Diese Aktion macht auch etwas mit den Überbringern", ist Rölleke überzeugt. Sie kämen mit einem Umfeld in Kontakt, das in ihrer Nachbarschaft liege und ihnen trotzdem oft völlig unbekannt sei. Sie erlebten große Dankbarkeit und oft unerwartete Gastfreundschaft. "Vielleicht erwachsen daraus manchmal ganz neue Kontakte und Sichtweisen", hofft der Chorsänger.
Wichtig ist ihm und Ulrike Konerding das Signal "an die Empfänger der Pakete, dass sie in unserer Pfarrei gesehen werden, dass sie viel wert sind. Das ist das christliche Motiv hinter der Aktion." Auf diese Weise platziere man Kirche "an den Rändern, wo sie ja hingehört."
Die Paktaktion ist also viel mehr als eine Solidaritätsaktion, sie spannt vielmehr ein Netzwerk über die Pfarrei. "feelstimmig" ist ein Teil davon – und profitiert auch. Denn vielleicht ist es ja ein Nebeneffekt der besonderen Chorgemeinschaft, dass der etwa 40-köpfige Chor laut Reinhard Rölleke "entgegen allen Trends keine Mitglieder anwerben muss, auch keine Männer: Die kommen alle von selbst."
Bildunterschrift: Die Pakete für die Aktion 2013 sind da und mittlerweile auf dem Weg zu ihren Empfängern. Dafür haben unter anderem (von links) Claudia Fürst, Maria Behr, Ulrike Konerding, Marlen Sanders, Mechthild Weiling-Becker gesorgt.
Text: Bischöfliche Pressestelle
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