© Matthias Schlettert

Fit für ein anspruchsvolles Ehrenamt

, Bistum Münster, Kreisdekanat Borken, Stadtdekanat Münster, Kreisdekanat Wesel

Als Mitglied des Kirchenvorstands die Verantwortung für das Vermögen einer Kirchengemeinde zu tragen, ist eine verantwortungsvolle und komplexe Aufgabe. Entsprechend wichtig ist es dem Bistum Münster, die im November gewählten ehrenamtlichen KV-Mitglieder dafür fit zu machen. Dazu haben im Januar und März drei Schulungen in Ahaus, Wesel und Münster stattgefunden. Rund 450 von 1.400 gewählten Kirchenvorstands-Mitgliedern bekamen dort das nötige theoretische Rüstzeug für ihr Engagement.

Die regional zuständigen Weihbischöfe – hier Dr. Stefan Zekorn in Münster – begrüßten die Kirchenvorstandsmitglieder zu den Schulungen.

© Matthias Kaiser

Der Besuch der Dominikanerkirche in Münster vermittelte einen praxisnahen Eindruck, wie kirchliche Orte in Zukunft in die Gesellschaft ausstrahlen können.

© Sebastian Reimann

Seitens des Bistums war die Abteilung Kirchengemeinden federführend für die Veranstaltungen verantwortlich. An der Umsetzung waren weitere Bereiche des Bischöflichen Generalvikariats – der Bistumsverwaltung – beteiligt. Um den Teilnehmenden Wertschätzung für ihren wichtigen Einsatz auszudrücken, begann außerdem jede der Schulungen mit einer Begrüßung durch den regional zuständigen Weihbischof: Dr. Christoph Hegge in Ahaus, Rolf Lohmann in Wesel und Dr. Stefan Zekorn in Münster. 

Auf dem Programm standen grundlegende Informationen zum Kirchenvorstandsrecht ebenso wie zur KV-Arbeit vor dem Hintergrund der laufenden Veränderungsprozesse im Bistum Münster. Auch die Zusammenarbeit mit anderen kirchlichen Akteuren war Thema. 

All das kam bei den Teilnehmenden gut an. So bei Christian Gildhuis aus der Pfarrei Liebfrauen in Bocholt. Als erstmals gewähltes KV-Mitglied zieht er nach der Schulung in Ahaus Bilanz: „Das war für mich als neues Mitglied ein hervorragender Einstieg, um die komplexen Strukturen zwischen Gemeinde, Rendantur und Generalvikariat wirklich zu durchdringen.“ Der 38-Jährige fand es spannend, tiefe Einblicke in die anstehenden Entwicklungen – wie die Übertragung der Trägerschaften der Tageseinrichtungen für Kinder von den Kirchengemeinden auf drei gGmbHs – zu erhalten. „Ich fühle mich fachlich und persönlich sehr gut abgeholt, um mich motiviert in unsere Vorstandsarbeit einzubringen“, sagt er.

Mit einem anderen Hintergrund, nämlich als bereit seit einigen Jahren im KV engagiertes Mitglied, war Sebastian Laube aus der Pfarrei St. Agatha in Mettingen dabei. Trotz seiner Erfahrung empfand er die Schulung als „sehr gewinnbringend, weil mir neue Wege, Kooperationen und Gestaltungsmöglichkeiten aufgezeigt wurden und weil die gut bemessenen Pausen Raum boten, diese Eindrücke mit anderen zu konkretisieren.“ Er habe erkannt, „wie umfassend die kommenden Strukturveränderungen in unserem Bistum sind und wie wichtig eine klare Zusammenarbeit auf allen Ebenen wird.“

Weiter sagt Laube: „Die Einführungsvorträge haben anschaulich vermittelt, in welchem rechtlichen Rahmen wir uns bewegen, welche Verantwortung der Kirchenvorstand trägt und wie wir die Rolle der katholischen Kirche im Sozialraum bewusst gestalten können.“ Als konkrete Anregung nehme er mit, sich angesichts zurückgehender Gelder noch mehr inhaltlich mit dem Haushaltsplan auseinanderzusetzen und sich als wichtiger Träger kirchlicher Einrichtungen frühzeitig mit der politischen Gemeinde über deren Zukunft auszutauschen. Wertvoll sei der „praxisnahe Austausch am Nachmittag“ gewesen: „Das Beispiel der Dominikanerkirche in Münster hat vor Augen geführt, wie kirchliche Orte in veränderten Zeiten geistlichen, kulturellen und sozialen Mehrwert schaffen können und wie gleichzeitig die aktive Stadtpfarrei ihre Aktivitäten wie den Cityadvent reflektiert und in beeindruckender Weise neu konzipiert hat.“

Text: Anke Lucht
Bild: Schlettert/Ahaus: Wie hier in Ahaus war das Interesse an den Schulungsangeboten groß.