Forum im Franz-Hitze-Haus zum gemeinsamen Abendmahl
Mahl-Theologie, Mahl-Verständnis, Abendmahlsgemeinschaft: Beim Forum im Franz Hitze Haus am 9. Juni zur Fragestellung "Auf dem Weg zur Mahlgemeinschaft.
Abendmahl und Eucharistie als bleibender Streitpunkt der Konfessionen?" gab es durchaus "anstrengende theologische Kost", wie Tagungsleiter Dr. Frank Meier-Hamidi zum Abschluss sagte. Aber auch eine Ermutigung durch die drei Referenten, Verantwortung für die Ökumene zu übernehmen.
Dabei fielen offene Worte der Theologen, die bei den Teilnehmenden auf großen Zuspruch stießen und für viele klärende Nachfragen sorgten. Auch persönliche Erfahrungen der Tagungsgäste – etwa aus einer konfessionsverbindenden Ehe oder aus der Sicht eines Pfarrers – flossen in die Diskussion ein. Dr. Jan Heilmann vom Institut für Evangelische Theologie der Universität Dresden, Professor Dr. Christoph Böttigheimer von der Theologische Fakultät der Katholischen Universität Eichstätt-Ingoldstadt sowie Professor Dr. Matthias Haudel, Evangelisch-Theologische Fakultät der Universität Münster, waren sich einig, dass es keine kirchentrennenden Differenzen mehr in der Abendmahlslehre gebe.
Für Böttigheimer war es vor allem das unterschiedliche Verständnis von Kirche und Amt, das die Konfessionen trennt. Für ihn sei wesentlich: "Die Fragen, die vor 500 Jahren zur Spaltung geführt haben, sind heute gar nicht mehr relevant. Aber seitens der katholischen Kirche wird es schwierig, gemeinsam Eucharistie zu feiern, wenn die Amtsfrage nicht geklärt ist, also dass nur ein geweihter Priester die Eucharistie gültig feiern darf." Dass die gegenseitige Anerkennung der Taufe im Jahr 2007 durch elf Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen eigentlich bereits das grundlegende Band der Einheit bilde, betonte Haudel. Die Taufe als das Tor zur Gemeinschaft der Christen müsse Konsequenzen haben, auch im Hinblick auf ein gemeinsames Abendmahl. Heilmann erinnerte daran, dass in der Urkirche der Antike der Gemeinschaftsgedanke beim Abendmahl das Wichtigste gewesen sei, wohingegen bestimmte Mahlrituale und -theologien erst viel später nach und nach als konfessionelle Traditionen gewachsen seien. "Hier könnte die Ökumene ansetzen", sagte er.
Dass die Theologen in den ökumenischen Kommissionen dabei längst – und zwar schon seit Jahrzehnten – weiter seien als das, was in den Gemeinden erlebbar ist, sei problematisch. "Was gemeinsam erarbeitet und verantwortet wird, das müsste auch umgesetzt werden", sahen alle drei Referenten etwa kirchenpolitische Fragen und Traditionen als Hindernisse. "Man schaut auf die Unterschiede, nicht auf das Verbindende", bedauerten sie übereinstimmend. Sich zu einer Kirche zu bekennen und die Trennung zu leben, das sei ein Selbstwiderspruch.
Bildunterschrift: Die drei Referenten Matthias Haudel, Jan Heilmann und Christoph Böttigheimer (von links) diskutierten über Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Abendmahlsfrage.
Text: Bischöfliche Pressestelle / 10.06.17
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Foto: Heike Hänscheid
