Fotoausstellung der Telefonseelsorge in Recklinghausen eröffnet
Eine Fotoausstellung zum Thema Telefonseelsorge. Das mutet auf den ersten Blick sicherlich ungewöhnlich und vielleicht sogar unpassend an.
Doch die Ausstellung, die bis zum 27. April in den Räumen der Sparkasse Vest in Recklinghausen zu sehen ist, beschreibt die Arbeit der Telefonseelsorge sehr gut.
Unter dem Motto "Aus Worten können Wege werden" zeigen 40 Arbeiten zu den Themen ‚Nachtlicht‘, ‚Freudensprünge‘, ‚Abgrundtief‘ und ‚Weit weg – ganz nah‘ eindrucksvolle Einsichten. Die Ausstellung ist das Ergebnis eines Fotowettbewerbs im vergangenen Jahr zum 20-jährigen Bestehen der Chat-Beratung. Gemeinsam hatte die Telefonseelsorge mit der Fachzeitschrift ‚fotoforum‘ und dem ‚Centralverband deutscher Berufsfotografen‘ den Wettbewerb ausgeschrieben. Aus mehr als 450 eingereichten Arbeiten wählte eine Jury 40 Gewinner aus, deren Fotos nun in der Ausstellung zu sehen sind.
"Wir zeigen sie in Recklinghausen erstmals in einem öffentlichen Raum", erklärte Gunhild Vestner. Die evangelische Pfarrerin leitet die Telefonseelsorge in Recklinghausen, die ein starkes Zeichen der Ökumene und der Kirche ist, wie Propst Jürgen Quante bei der Ausstellungseröffnung betonte. Der Vorsitzende des Kuratoriums nutzte die Gelegenheit, um den zahlreichen Ehrenamtlichen für ihre Arbeit am Telefon und im Chat zu danken. "Sie haben meinen Respekt für die Arbeit, die Sie leisten. Sie ist ein Teil seelsorglicher Hilfe, die wir in den großen Pfarreien nicht mehr wahrnehmen können", sagte Quante.
Welchen Stellenwert die Bildsprache in den Telefonaten hat, verdeutlichte Vestner in ihrer Ansprache. "Wir wissen um die Macht der Bilder und verfassen Gefühle in Sprachbilder. Sie eröffnen einen Erfahrungs- und Begegnungsraum. Die Bildersprache berührt tiefer als es die Alltagssprache kann, und sie ermöglicht es, eine Beziehung zueinander zu finden", betonte sie. Über Bilder schafften die Telefonseelsorgerinnen und –seelsorger eine Basis, die berühre und sich wechselseitig bewege.
Die Ausstellung ist in zwei begrenzten Räumen in der Schalterhalle aufgebaut, in die der Besucher hineintreten muss. "Unsere Arbeit geschieht in intimem Rahmen. Sie ist abgeschirmt. Das zeigen wir auch mit dieser Präsentation", erläuterte Vestner. Im ersten Raum hängen eng an eng die 40 ausgewählten Fotos. "Sie zeigen die Fülle der Problemlagen und die komplexen Gefühle, die mit geballter Wucht auf die Telefonseelsorger zukommen", erklärte sie weiter. Im gegenüberliegenden Raum läuft ein 15-minütiges Video, in dem die Fotos und die Fotografen vorgestellt werden. Das symbolisiere die Konzentration auf den einen Kontakt beim Hören am Telefon oder Schreiben im Chat, informierte Vestner weiter.
"Mit fällt zu jedem Foto ein Gespräch ein, auf das diese Bildsprache passt", sagte eine Besucherin spontan beim Betrachten der Ausstellung. Sie ist seit vielen Jahren in der Telefonseelsorge aktiv und verfügt über viel Erfahrung. Gespannt ist Vestner, wie das Publikum die Ausstellung aufnimmt. Sie hofft auf jeden Fall auf Aufmerksamkeit für die Arbeit der Telefonseelsorge – sei es als Hilfsangebot in Problemlagen oder als Möglichkeit, sich ehrenamtlich zu engagieren. "Im November starten wir übrigens die nächste Ausbildung", wirbt sie für eine Mitarbeit.
Die Fotos der Ausstellung sind auch im Internet zu sehen unter der Adresse www.20-jahre-telefonseelsorge-im-internet.de. Informationen zur Telefonseelsorge Recklinghausen finden Interessierte unter www.telefonseelsorge-re.de.
Bildunterschrift: Gunhild Vestner, Christa Bischoff und Propst Jürgen Quante (von links) sind beeindruckt von der Bildsprache der ausgestellten Fotos.
Text: Bischöfliche Pressestelle / 08.03.2016
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