Christen und Muslime in Syrien – Spannungen und Chancen in Zeiten des Umbruchs

, Stadtdekanat Münster

Syrien ist im Umbruch – das betrifft auch die Religionsgemeinschaften. Nach dem Ende des Assad-Regimes stellen sich Fragen nach der Zukunft von religiösen Minderheiten sowie nach den Chancen des interreligiösen Dialogs in einer von Krieg, Gewalt und Vertreibung geprägten Gesellschaft. Um diese Fragen geht es bei der Veranstaltung „Christen und Muslime in Syrien – Spannungen und Chancen in Zeiten des Umbruchs“ am Donnerstag, 23. Juli, von 18.30 bis 21 Uhr in der Akademie Franz Hitze Haus in Münster. 

Veranstalter ist die Akademie in Zusammenarbeit mit der Abteilung Weltkirche des Bistums Münster und dem katholischen Hilfswerk missio Aachen. Hauptreferent des Abends ist Jacques Mourad, der als Erzbischof von Homs aus erster Hand über die Situation in seinem Heimatland berichtet. Im Anschluss an seinen Vortrag wird er mit dem Münsteraner Religionsphilosophen und Islamwissenschaftler Prof. Dr. Milad Karimi über Voraussetzungen und Perspektiven eines friedlichen Zusammenlebens ins Gespräch kommen.

Der syrische Bürgerkrieg hat das Land seit 2011 tief erschüttert. Besonders christliche Gemeinden gerieten durch islamistische Gruppierungen unter erheblichen Druck. Auch nach dem politischen Machtwechsel und dem Sturz von Präsident Baschar al-Assad bestehen bei vielen Christen und anderen religiösen Minderheiten Sorgen um Sicherheit, Religionsfreiheit und gesellschaftliche Teilhabe.

Erzbischof Jacques Mourad wurde 2015 vom sogenannten „Islamischen Staat“ entführt und mit rund 250 Mitgliedern seiner Gemeinde mehrere Monate lang festgehalten. Seit vielen Jahren setzt er sich für die Zukunft des Christentums in Syrien und für die Verständigung zwischen Christen und Muslimen ein. Seit 2025 gehört er dem vatikanischen Dikasterium für den interreligiösen Dialog an.

Prof. Dr. Milad Karimi – Professor für Kalām, Islamische Philosophie und Mystik an der Universität Münster – gilt als eine der profiliertesten Stimmen des interreligiösen Dialogs in Deutschland. Der Religionsphilosoph, Islamwissenschaftler und Mystiker ist seit langem in Theorie und Praxis des interreligiösen Dialogs engagiert. Für sein Engagement wurde er mehrfach ausgezeichnet.

Die Veranstaltung wird eröffnet durch Weihbischof Dr. Stefan Zekorn als Beauftragter für die Weltkirche im Bistum Münster und Tagungsleiter Dr. Christian Müller vom Franz Hitze Haus. Die Moderation übernimmt Josefine Wahle, missio-Regionalstellenreferentin im Bistum Münster. Sämtliche Redebeiträge werden aus dem Arabischen beziehungsweise Deutschen zusammenfassend in die jeweils andere Sprache übersetzt. Die Teilnahme ist dank der finanziellen Unterstützung der Abteilung Weltkirche des Bistums Münster kostenfrei.

Weitere Informationen: Franz Hitze Haus

Anke Lucht