
Claudia Schwarz und Pfarrer Matthias Hembrock freuen sich auf die Verleihung des Inter-nationalen Preises des Westfälischen Friedens 2026 in der Kategorie Jugend an die kirchli-che Initiative „socioMovens. Giving Europe a Soul“.
© Bistum MünsterMatthias Hembrock und Claudia Schwarz engagieren sich beide schon viele Jahre bei „socioMovens“, einer Initiative der Kommende Dortmund, dem Sozialinstitut des Erzbistums Paderborn. Hembrock, Pfarrer in der Bocholter Pfarrei St. Georg, ist seit 2007 ehrenamtlicher Referent der „Summer School katholischer Soziallehre“ für Priesterseminaristen aus mittel- und osteuropäischen Ländern. „Die Priesteramtskandidaten sollen ermutigt werden, sich in ihren Gemeinden karitativ und sozialpolitisch einzusetzen“, fasst Hembrock das Anliegen der „Summer School“ zusammen. Daraus hervorgegangen ist „socioMovens“.
Die Bewegung, die der ehemalige Direktor der Kommende Dortmund, Peter Klasvogt, 2014 als Verein gründete, bringt Jugendliche in Polen, Kroatien, der Ukraine, Kasachstan, Ungarn, der Slowakei, Lettland, Litauen und Rumänien zu Projektwochen zusammen, die am Aufbau eines gerechten und solidarischen Europas mitarbeiten wollen. Die jungen Menschen stellen sich vor Ort einer sozialen Frage und kommen dadurch mit Menschen am Rand der Gesellschaft in Berührung – mit Obdachlosen, Geflüchteten oder Menschen mit einer Beeinträchtigung. Viele der Jugendlichen engagieren sich danach ehrenamtlich oder beteiligen sich an den internationalen Netzwerkaktivitäten von „socioMovens“.
„Sie tun dies in der Überzeugung, dass kein Frieden ohne Gerechtigkeit möglich ist“, betont Claudia Schwarz – und ergänzt: „Wir wollen Europa eine Seele geben“. Die Münsteranerin hat erstmals 2020 mit Ehrenamtlichen eine Projektwoche in Kroatien geleitet. Heute ist die Diplom-Theologin Vorstandsvorsitzende der 2022 gegründeten Stiftung „socioMovens. Giving Europe a Soul“. Hembrock ist Vorstandsvorsitzender des Vereins und somit gleichzeitig Mitglied im Kuratorium der Stiftung. Beide Organisationen arbeiten mit jungen Priestern, Ordensleuten sowie kirchlich Engagierten vor Ort daran, die sozialethische Bildung von Jugendlichen in Ländern Mittel- und Osteuropas aktiv und praxisorientiert zu stärken. Spiritualität, Solidarität, Gemeinschaft und der europäische Gedanke bilden das Grundgerüst ihrer Arbeit.
Wie der Tag der Preisübergabe konkret aussehen wird, ist noch unklar: „Wir warten auf das genaue Programm.“ Dass der Jugendpreis an „socioMovens. Giving Europe a Soul“ geht, haben Schwarz und Hembrock im vergangenen November bei einem Dinner des Kuratoriums der Wirtschaftlichen Gesellschaft für Westfalen und Lippe e.V. (WWL) erfahren. Und sich selbstverständlich sehr gefreut. Damit verbunden ist ein Preisgeld von 50.000 Euro.
Auch wenn das Drumherum der feierlichen Verleihung noch geplant werden muss, eines steht fest: „Den Preis werden Jugendliche aus unseren Projektländern entgegennehmen.“ Die Initiative werde sie nach Münster einladen. Um diese gemeinsame Zeit auch im Sinne von „socioMovens. Giving Europe a Soul“ zu nutzen, wird es am Tag danach thematische Workshops geben.
Gudrun Niewöhner
