Frühgeschichte des Bistums ist Thema der Vortragsreihe „Kreuzgänge“

Alles Irdische hat irgendwann angefangen – auch das Bistum Münster.

Um dessen Anfänge soll es am Donnerstag (7. August 2014) bei der sechsten Veranstaltung der Vortragsreihe "Kreuzgänge" gehen, die im Vorfeld des 750-jährigen Domjubiläums stattfindet. Referentin wird dann die Archäologin Dr. Gabriele Isenberg aus Hattingen sein.

Der Vortrag beginnt um 19 Uhr im Kreuzgang des Doms. Die Referentin wird die Zuhörer mitnehmen auf einen Streifzug durch die Frühgeschichte des Bistums, das 2005 sein 1.200-jähriges Bestehen feierte. Gerade die im Jubiläumsjahr erschienenen Dokumentationen mit ihren "teilweise unerwarteten Ergebnissen" haben laut Dr. Isenberg "das bis zu diesem Zeitpunkt festgefügte traditionelle Bild der Frühgeschichte Münsters mächtig ins Wanken" gebracht.

Bei ihrem Vortrag wird sie die sächsische Siedlung "Mimigernaford", die als Ursprung der Stadt Münster gilt, ebenso in den Blick nehmen wie den ersten Dom und das Bistumsgebiet. Anhand des Beispiels der um 800 entstandenen Eigenkirche der Egbertine in Herzfeld an der Lippe versucht Dr. Isenberg dabei, eine Vorstellung zu vermitteln, wie sich die Kirchenorganisation auf dem Bistumsgebiet in der Frühzeit entwickelte.

Dabei stellt sie ihre Überlegungen in den Zusammenhang der Geschichte der Kirchenorganisation im sächsischen Raum insgesamt. So will sie die Frage nach der Bedeutung Münsters im Kreis der sächsischen Neugründungen beantworte. Ebenso wird die Referentin weitere frühe Kirchen der Umgebung sowie die Damenstifte, denen im neunten und zehnten Jahrhundert auf sächsischem Boden eine wichtige Bedeutung zukam, einbeziehen.

1943 geboren, hat Dr. Gabriele Isenberg nach einem Studium der Germanistik, Geschichte und Kunstgeschichte in Geschichte promoviert. Von 1974 bis 2008 arbeitete sie bei der LWL-Archäologie für Westfalen insbesondere im Bereich Mittelalter- und Neuzeitarchäologie. Von 1996 bis Ende Juli 2008 war sie Direktorin der LWL-Archäologie für Westfalen (ehemals Westfälisches Museum für Archäologie).

Als erste Frau wurde Dr. Isenberg 1997 in die Römisch-Germanische Kommission des Deutschen Archäologischen Instituts berufen. Aktiv nahm sie unter anderem während eines Studienaufenthalts in England an den berühmt gewordenen Ausgrabungen in Winchester teil, ebenso an Grabungen an der Kirche der Heiligen Ida in Lippetal-Herzfeld, am Kloster Tom Roden bei Höxter-Corvey, auf dem Kohlbrink-Gelände in Soest, am Dom in Minden sowie im Stadtkern von Münster teil.

Insgesamt finden in der Reihe "Kreuzgänge" bis zum 18. September noch an fünf weiteren Donnerstagen interdisziplinäre Vorträge statt. Zu den etwa einstündigen Terminen treffen sich Interessierte jeweils um 19 Uhr im Kreuzgang des Doms.

Die Teilnahme an den Vorträgen ist kostenlos, eine Anmeldung nicht erforderlich. Da der Kreuzgang über das Uhrenportal barrierefrei zugänglich ist, können auch Menschen mit einer Gehbehinderung teilnehmen. Für Menschen, deren Gehör eingeschränkt ist, steht eine FM-Anlage zur Verfügung.

Text: Bischöfliche Pressestelle
Kontakt: pressestelle[at]bistum-muenster.de