Gebürtiger Lastruper Matthias Rump wird Pfingsten zum Priester geweiht
Ein Tag mit nur scheinbar widersprüchlichen Facetten wird der diesjährige Pfingstsonntag für Matthias Rump sein. "Ein langer Ausbildungsweg geht für mich zu Ende.
Andererseits ist dieser Tag aber auch ein neuer Anfang", sagt er. Denn am Pfingstsonntag, 4. Juni, wird der aus Lastrup stammende Rump gemeinsam mit dem gebürtigen Cloppenburger Lukas Hermes im St.-Paulus-Dom Münster von Bischof Dr. Felix Genn zum Priester geweiht werden.
Nach seinem Abitur 2007 entschloss sich Matthias Rump, ins Priesterseminar Borromaeum in Münster einzutreten. "Ich hatte schon länger das Gefühl gehabt, dass da ein Ruf von Gott ist, der mich nicht loslässt", erinnert er sich. Es folgten das Theologiestudium und der im Priesterseminar angesiedelte Pastoralkurs. Bestandteil davon war ein Gemeindejahr, das Rump in St. Johannes der Täufer in Billerbeck absolviert. "Endlich ging es raus in die Praxis", erinnert er sich an den Anfang.
Nach der Diakonenweihe 2016 bis zur Fastenzeit 2017 kehrte der 29-Jährige nach Billerbeck zurück. "Ich bin sofort wieder in den Dienst eingestiegen – mit dem Unterschied, dass ich Diakon war. Somit kamen neue Aufgaben zu meiner täglichen Arbeit hinzu", schildert er. Als Beispiele nennt er den Predigtdienst, die Übernahme von Trauungen, Taufen und Beerdigungen. Auch Aufgaben in der Caritas habe er übernommen. "Damit sind die an mich gestellten Anforderungen gestiegen, gleichzeitig habe ich aber gemerkt, dass ich näher an die Menschen gerückt bin, zum Beispiel in Vorbereitungsgesprächen für Trauerfeiern oder Trauungen", sagt Matthias Rump.
Er habe das Jahr sehr bewusst erlebt. "Ich hatte die Chance, ganz bewusst als Diakon in meiner Ausbildungsgemeinde zu leben, und dieser Dienst unterscheidet sich schon vom Dienst des Priesters. Das habe ich sehr genossen", beschreibt er.
Diakon, Priester – seine Berufung sei ein Prozess gewesen. "Es war ein Hineinwachsen, ein Experimentieren mit dem Glauben", sagt er, "und die Berufungsgeschichte geht ja auch weiter. Ich lerne immer weiter, mein Leben im Licht Gottes zu leben." Auch mit der Priesterweihe werde sein Weg des Fragens und Suchens nicht vorbei sein.
Umso besser, dass er Wegbegleiter an seiner Seite weiß. "Für meine Eltern war meine Entscheidung zwar am Anfang schwierig, weil ich ein Einzelkind bin und sie ja den berechtigten Wunsch nach Enkelkindern haben", erzählt er. Dennoch seien seine Eltern, ebenso wie seine Freunde, seinen Weg immer mitgegangen.
In dem Wissen um diese Unterstützung will er sich den Herausforderungen stellen, die auf ihn als Mann der Kirche warten. "Wichtig wird sein, das, was mich begeistert, immer wieder neu zu übersetzen in unsere Zeit, und die ist schnell und ständig im Wandel", sagt er. Rump ist überzeugt, dass sich die kirchlichen Strukturen und Aufgaben weiter verändern werden und müssen. "Aber auch im Wandel erfahren wir Gottes Nähe", glaubt er. Er sei deshalb "nie ohne Hoffnung."
Wo sein Weg nach der Priesterweihe weitergehen wird, weiß Matthias Rump noch nicht. Erst am Dienstag nach Pfingsten erfährt er, in welcher Pfarrei er Kaplan sein wird. "Ich bin sehr gespannt", sagt er, "mir ist bewusst, dass jetzt noch mal ein ganz anderer Dienst beginnt, auf den ich mich sehr freue, weil er nah bei den Menschen ist." Genau dort wolle er als Priester sein: "Gemeinsam auf der Suche mit den Menschen, wie sich der Glaube an Jesus Christus ganz konkret bei jedem einzelnen realisieren kann. Somit ist der Dienst als Priester für mich auch ein Dienst des Suchens, vor allem aber auch ein Dienst des Findens und des Sich-Finden-Lassens." Dass er selbst seinen Platz in der Kirche gefunden habe, erfülle ihn mit Freude – und die möchte er weitergeben: "Das möchte ich den Menschen nahe bringen: dass wir gemeinsam auf dem Weg des Glaubens sind."
Text: Bischöfliche Pressestelle / 29.05.17
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Foto: Anke Lucht / Bischöfliche Pressestelle
