Geistlicher Themenabend mit Staatsministerin Grütters

Das Ausschlachten von Fehlern anderer, das Fallenlassen früherer Verbündeter, das Beiseiteschieben von Konkurrenz: So nehmen viele Menschen das politische Alltagsgeschäft wahr.

Für Barmherzigkeit scheint da wenig Platz zu sein. Ob das wirklich so ist, darüber wird Staatsministerin Prof. Monika Grütters aus Berlin beim nächsten Geistlichen Themenabend zur Fastenzeit im St.-Paulus-Dom in Münster sprechen. Er findet unter dem Titel ,Barmherzigkeit und politische Kultur‘ am Mittwoch, 11. März, ab 19.30 Uhr statt.

Die 1962 in Münster geborene CDU-Politikerin gehört seit 2005 dem Bundestag an. Seit Ende 2013 ist sie Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien. Zuvor war sie von 2009 bis 2013 Vorsitzende des Ausschusses für Kultur und Medien. Außerdem engagiert sie sich im Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK), wo sie Sprecherin des Bereichs Kultur, Bildung und Medien ist, und ist Honorarprofessorin an der Freien Universität Berlin.

In einem Gespräch mit der Bistumszeitung ,Kirche + Leben‘ hat Monika Grütters sich vorab mit dem Thema des Geistlichen Themenabends auseinandergesetzt. Sie bezeichnet darin Barmherzigkeit als ein Geschenk Gottes, das die Menschen verpflichte, es weiterzugeben: "Diese von Gott erfahrene Barmherzigkeit soll uns Orientierung für unser Leben geben – so steht dieses Geschenk in großer Nähe zur Nächstenliebe und zur Humanität."

Diesen Anspruch versuche sie, auch in der Politik zu verwirklichen. Schließlich habe der "Mensch als Ebenbild Gottes Anspruch auf Barmherzigkeit, Nächstenliebe sollte uns leiten – auch und gerade im Politischen." Die Soziale Marktwirtschaft als Gesellschaftsmodell sei aus dieser Überzeugung entstanden. "Ohne Barmherzigkeit fehlt die Motivation für Sozialgesetzgebung", erklärt Grütters. Zugleich räumt sie ein, dass der Umgang miteinander in der Politik herausfordernd sei – ein Balanceakt, der beim Themenabend zur Sprache kommen wird.

Damit fügt sich Grütters‘ Vortrag ein in das Motto der diesjährigen Geistlichen Themenabende ,Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer‘. Auch bei den folgenden Terminen wird mittwochs um 19.30 Uhr im Dom die Barmherzigkeit Thema sein. Einen musikalischen Zugang eröffnet am 18. März Rawn Harbor, der zum Titel ‚Herr, erbarme dich‘ singen und interpretieren wird. Am 25. März setzt sich der Schriftsteller Hanns-Josef Ortheil mit der ‚Gottesfrage‘ auseinander und liest dazu aus seinen autobiografischen Romanen ‚Die Erfindung des Lebens‘ und ‚Lo und Lu‘. Abschließen wird die Reihe eine ‚Düstere Mette‘ am 1. April.

Inhaltlich vorbereitet haben die Geistlichen Themenabende Dompropst Kurt Schulte, Domkapitular Hans-Bernd Köppen, Pfarrer Dr. Paul Deselaers und der Theologe Professor Dr. Thomas Söding. Domorganist Thomas Schmitz übernimmt die musikalische Gestaltung. Die Kollekte bei allen Themenabenden ist bestimmt für ein Projekt für christliche Flüchtlingskinder aus Syrien, das ihnen im Flüchtlingslager im Libanon den Schulbesuch ermöglicht.

Für diejenigen, die nicht an den Geistlichen Themenabenden teilnehmen können, bietet das Bistum Münster eine Übertragung im Internet an.

Download:

Interessierte können sie auf den Seiten www.paulusdom.de, www.bistum-muenster.de, www.kirchensite.de und www.katholisch.de per Videostream live verfolgen.

Text: Bischöfliche Pressestelle
Kontakt: Pressestelle[at]bistum-muenster.de
Foto: Christof Rieken