Gertrudenstift

Von einem reinen Exerzitienhaus zu einem offenen Haus für Christen und alle Menschen, die auf der Suche nach Gott und nach Spiritualität sind: Diese Entwicklung des Gertrudenstifts in Rheine-Bentlage spiegelt neben dem Halbjahresprogramm für die erste Hälfte 2014 auch das neue Logo wieder.

Vorgestellt wurde beides am Freitag (25. Oktober 2013) von Weihbischof Dr. Christoph Hegge als dem Vorsitzenden des Kuratoriums des Hauses, von Pfarrer Egbert Schlotmann als dem Spiritual des Gertrudenstifts, von dessen Leiter Frank Nienhaus sowie von Silke Rieks von der Agentur Junit.Design aus Dülmen.

Ganz bewusst nennt sich das Gertrudenstift, das 2005 als Einrichtung des Bistums Münster eröffnet worden war, im Untertitel jetzt "Exerzitien- und Bildungshaus". "Als reines Exerzitienhaus war es auf Dauer nicht auszulasten", erklärte Weihbischof Dr. Hegge. Deshalb habe man das Haus neu ausgerichtet und auf drei inhaltliche Säulen gestellt.

Zum ersten bleibe das Gertrudenstift ein geistliches Zentrum, "ein Ort der Stille, der die Natur ins Innere holt und in dem Menschen zur Ruhe finden." Zum zweiten solle es zunehmend zur geistlich-katechetischen Qualifizierung von Hauptamtlichen und vor allem von Ehrenamtlichen beitragen. Die dritte Säule schließlich sei die Öffnung des Hauses im Sinne des Diözesanpastoralplans für kirchliche Gremien und Gruppen, für Seelsorger und Verbände. Sie könnten im Gertrudenstift Tagungen und Begegnungen abhalten.

Diese drei Säulen verdeutliche das ebenfalls dreiteilige Logo, es spiegele aber zugleich die "gradlinige und offene Ästhetik der modernen Architektur" wider, erläuterte Dr. Hegge. Besonders steche beim Logo "die perspektivische Flucht zum Kreuz ins Auge: Sie symbolisiert Jesus Christus als Ausgangs- und Zielpunkt aller Bemühungen des Gertrudenstifts", so der Weihbischof. Das Logo zeige die Öffnung zur Kirche und zur Gesellschaft hin, zugleich bleibe aber das Kreuz immer erkennbar.

Zur Farbgebung des Logos betonte Diplom-Designerin Silke Rieks, die Farben rot und grau griffen die in der Architektur verwendeten Materialien auf. "Das Blau sowie die Abstände zwischen den Quadraten stehen für Transparenz und offenen Dialog", erklärte Rieks weiter.

Transparent soll das Gertrudenstift also nicht nur aufgrund seiner großen Fenster und der weiten Architektur sein, sondern auch in inhaltlicher Hinsicht. "Wir wollen unser Angebot und unser Selbstverständnis in die Öffentlichkeit tragen", sagte Frank Nienhaus. Er verwies auf den Slogan "Kommt und seht!", der einem Jesus-Wort aus dem Johannesevangelium entnommen ist. In diesem Sinne lade auch das Gertrudenstift alle Suchenden ein. "Wir wollen mit modernen Mitteln deutlich machen, dass Begegnung und Spiritualität möglich sind und sich lohnen", sagte Nienhaus.

Eine wichtige Rolle kommt dabei Egbert Schlotmann als Spiritual zu, der unter anderem Geistliche Begleitung anbietet. Als neue Angebote hob Schlotmann die Online-Exerzitien, an denen im vergangenen Advent rund 120 Menschen teilgenommen hätten, und den Oasentag "Innehalten – ein Tag zum Aufatmen und Auftanken – Engel gehen mit dir" hervor. An die Ehrenamtlichen in den Pfarreien wende sich der Kurs "Scout im Glauben". "Ich erlebe immer wieder eine tiefe Sehnsucht nach mehr", schilderte der Spiritual, der zurzeit 35 Personen geistlich begleitet. Darüber könne man Menschen mit Gott in Verbindung bringen.

Und zwar eine steigende Zahl von Menschen: "Seit 2009 haben wir jährlich zweistellige Zuwachsraten bei den Übernachtungszahlen", sagte Nienhaus. Im Jahr 2013 seien bisher schon 480 Übernachtungen mehr verzeichnet worden als im gesamten Vorjahr.

Grund genug für weitere Zukunftspläne. So plant das Bistum einen schmalen Anbau an das Gertrudenstift. Dort soll nach Auskunft von Weihbischof Dr. Hegge Raum sein für passende kulturelle Veranstaltungen und für Geselligkeit der sich im Haus treffenden Gruppen. Ergänzt werde das "fantastische Raumangebot" durch ein "qualifiziertes personales Angebot".

Man habe jetzt die Initialzündung für einen Weg gegeben, den man entwickeln und bistumsweit anbieten wolle, so Hegge. Das Bistum leiste sich das sehr bewusst, denn "die Kirche hat den Menschen etwas zu bieten, und dafür braucht sie Leuchtturmprojekte wie dieses Haus."

Text: Bischöfliche Pressestelle
Kontakt: pressestelle[at]bistum-muenster.de