Gymnasium St. Mauritz eröffnet Demokratie-Woche

, Stadtdekanat Münster

Demokratie selbst erleben, diskutieren und mitgestalten: Unter diesem Leitgedanken steht die Projektwoche „Gymnasium St. Mauritz: Demokratie entdecken“, die am 5. Oktober mit der Eröffnung der Wanderausstellung „Landtag macht Schule“ begonnen hat. Rund 100 Schülerinnen und Schüler waren dabei, als Landtagspräsident André Kuper und Münsters Oberbürgermeister Tilman Fuchs die Ausstellung in der Aula des bischöflichen Gymnasiums eröffneten. Die vom Landtag Nordrhein-Westfalen zur Verfügung gestellte Ausstellung bleibt zwei Schulwochen lang im Gymnasium St. Mauritz.
 

Die Idee für die Demokratiewoche entstand aus der Schülerschaft. Nach einem Gespräch über Demokratie und Partizipation gründeten Schüler gemeinsam mit Lehrkräften und der Schulleitung den Arbeitskreis Demokratie. Seit März arbeiteten dort knapp 30 Mitglieder an der Vorbereitung. Das Ergebnis: Vom 12. bis 16. Oktober findet eine ganze Woche mit Workshops, Planspielen, Diskussionen und weiteren Aktionen statt. Mehr als 50 Referentinnen und Referenten konnten dafür gewonnen werden.

Für Schulleiterin Anke Wilkens ist bereits der gemeinsame Entstehungsprozess ein wichtiger Teil demokratischen Lernens. Die Zusammenarbeit sei „von einer wertschätzenden, auf Augenhöhe basierenden vertrauensvollen Zusammenarbeit geprägt“ gewesen. Entscheidungen seien gemeinsam und partizipativ getroffen worden: „Somit entwickelte sich der Weg unserer gemeinsamen Planung schon zum eigentlichen Ziel der Demokratiewoche.“

Fragen stellen, unterschiedliche Positionen kennenlernen, diskutieren

Wie die Schüler Demokratie verstehen, machten zwei von ihnen bei der Eröffnung deutlich: „Demokratie lebt nicht davon, dass wir immer alle einer Meinung sind. Sie lebt davon, dass wir miteinander sprechen, unterschiedliche Perspektiven aushalten und den Mut haben, unsere eigene Sichtweise einzubringen.“ Genau dazu soll die Demokratiewoche Gelegenheit geben: Fragen stellen, unterschiedliche Positionen kennenlernen, diskutieren und sich selbst einbringen. Gleichzeitig solle allen die Möglichkeit gegeben werden, sich selbst einzubringen, Fragen zu stellen und miteinander ins Gespräch zu kommen.

Landtagspräsident Kuper zeigte sich beeindruckt vom Engagement der Schule. „Ich glaube, dass Demokratie nicht mehr so selbstverständlich ist, wie viele das meinen. Das habt ihr hier in der Schule gespürt, sonst hättet ihr die Initiative nicht ergriffen“, lobte er die Schüler. Umso wichtiger sei es, mit jungen Menschen ins Gespräch zu kommen und ihnen zu zeigen, wie parlamentarische Demokratie funktioniert. Die anschließende Fragerunde machte deutlich, dass die Schülerinnen und Schüler diese Möglichkeit nutzen wollten. Sie fragten unter anderem nach Bildungsgerechtigkeit, den Unterschieden zwischen den Bundesländern und dem persönlichen Kontakt von Politikerinnen und Politikern zu Bürgerinnen und Bürgern.

Oberbürgermeister Fuchs: “Demokratie muss anfassbar sein”

Auch Oberbürgermeister Tilman Fuchs betonte die Bedeutung des direkten Austauschs. „Demokratie muss anfassbar sein“, sagte er. Demokratie lebe davon, miteinander ins Gespräch zu kommen, unterschiedliche Interessen auszuhandeln und Kompromisse zu finden. Gleichzeitig brauche es die Zuversicht, gemeinsam etwas gestalten zu können.

Die Wanderausstellung „Landtag macht Schule“ bietet dafür einen zusätzlichen Lern- und Begegnungsort. Sie informiert über den Landtag Nordrhein-Westfalen, parlamentarische Demokratie, Wahlen und politische Beteiligungsmöglichkeiten. Die Schüler können sich dabei auch selbst mit politischen Entscheidungsprozessen auseinandersetzen.

Vera Niehues