Hanna Lena Hessing geht nach Ruanda

, Kreisdekanat Steinfurt

Sie möchte Neues kennenlernen, die Welt entdecken – und mit vielen eindrucksvollen Erfahrungen, die fürs Leben prägen, zurückkommen. Die Abiturprüfungen am Anne-Frank-Berufskolleg in Münster erfolgreich geschafft, steht Hanna Lena Hessing aus Altenberge in den Startlöchern für ihr nächstes Abenteuer. Die 19-Jährige fliegt Ende Juli für ein Jahr als Freiwillige – unterstützt vom „weltwärts“-Programm und dem Bistum Münster – nach Afrika, um sich in einem sozialen Projekt in Ruanda zu engagieren.

Hanna Lena Hessing aus Altenberge geht als Freiwillige in ein soziales Projekt nach Ruanda.

© Bistum Münster

Hanna Lena Hessing wird in einer Einrichtung für Kinder mit Beeinträchtigung in Kigali, der Hauptstadt Ruandas, im Einsatz sein. Zusammen mit einem weiteren Freiwilligen aus dem Bistum Münster: „Wir werden die Schülerinnen und Schüler im Unterricht unterstützen, in den Pausen für sie da sein, Essen austeilen und je nach Bedarf die Freizeit gestalten.“ 

Schon früh hatte die junge Altenbergerin den Wunsch, nach dem Schulabschluss länger ins Ausland zu gehen. Über einen ehemaligen Bistumsfreiwilligen, der am Berufskolleg über seine Zeit berichtet hat, ist sie auf das Angebot des Bistums Münster aufmerksam geworden. Sie hat sich beworben – und ist angenommen worden. 

Bei der Auswahl ihrer Favoriten spielte weniger das Land eine Rolle als vielmehr das Projekt: „Ich gehöre zum Trainerteam der integrativen Fußballmannschaften des TuS Altenberge 09, daher ist mir der Kontakt mit Menschen, die eine Einschränkung haben, vertraut und ich weiß, dass mir die Aufgabe mit ihnen Spaß macht.“ So hat sich Hanna Lena Hessing sehr gefreut, als die Nachricht kam, dass sie das Jahr in Ruanda verbringen wird.

In den zurückliegenden Wochen wurden die Bistumsfreiwilligen von den Mitarbeitenden der Abteilung Weltkirche, die für den Internationalen Freiwilligendienst zuständig sind, auf ihren Einsatz vorbereitet. Die Seminare mit Fachleuten und die gemeinsamen Unternehmungen stärkten den Zusammenhalt der Gruppe. Außerdem wissen die jungen Leute, dass sie bei Fragen jederzeit Kontakt zu den Verantwortlichen in Münster aufnehmen können.

Schon jetzt ist Hanna Lena Hessing per WhatsApp im engen Austausch mit den Freiwilligen, die zurzeit in Ruanda sind: „Sie geben uns Tipps für den Alltag und haben schon Packlisten geschickt.“ Auch zu kulturellen Besonderheiten und Verhaltensnormen gab es während der Vorbereitungstreffen wichtige Informationen. Ebenso war die politische Situation in den Ländern Thema. War Ruanda vor allem in den 1990-er Jahren wegen des Völkermordes ein Begriff, ist das Land heute sicher und stabil. Verständigen werden sich die Altenbergerin und ihre Mitfreiwillige erst einmal auf Englisch: „Vor Ort nehmen wir an Sprachkursen teil, um Kinyarwanda und Suaheli zu lernen.“

Viel gab und gibt es in den Wochen vor der Abreise zu erledigen. Visum und Kreditkarte mussten beantragt werden. Gegen mögliche Erkrankungen sind alle Freiwilligen vor dem Abflug selbstverständlich geimpft. 

Die Aufregung vor dem Abflug steigt bei Hanna Lena Hessing mit jedem Tag: „Ich bin gespannt, wie wir aufgenommen werden und wie unsere Arbeit sein wird.“ Natürlich macht sie sich auch Gedanken, wie es möglicherweise mit Heimweh sein wird: „Es gibt bestimmt mal Tage, an denen man die Zuhausegebliebenen vermissen wird.“ Dank der verschiedenen Kommuni-kationsplattformen lässt sich der Kontakt zu Familie und Freunde aber auch über Tausende Kilometer halten. Und ganz „Old School“ gehören auch Fotos von den Daheimbleibenden in die Koffer. Ihre Eltern und Geschwister planen außerdem schon einen Besuch in Ruanda. Und so ist alles startklar für eine Reise mit einmaligen Erfahrungen und vielleicht auch ein bisschen Heimweh…

Weitere Informationen gibt es unter www.ms-freiwillig.de

Gudrun Niewöhner