In die Rolle eines Flüchtlings schlüpfen

Seit Montag, 19. September, steht auf dem Schulhof des städtischen Gymnasiums Heriburg in Coesfeld ein großer LKW.

Der Truck hat beträchtliche Ausmaße: 20 Meter lang und zwölf Tonnen schwer. Im Innern verbirgt sich die mobile Ausstellung "Menschen auf der Flucht" des katholischen Hilfswerks Missio.

Initiiert haben den zweitägigen Stopp an der Schule Katharina Bonin, Lehrerin für katholische Religion und Deutsch, sowie Mechthild Bäumer, aktiv im Arbeitskreis "Mission, Entwicklung, Frieden" der Pfarrei St. Lamberti. So steht der Truck sowohl den Neunt- und Zehntklässlern als auch interessierten Coesfeldern zur Verfügung.

Die Schülerinnen und Schüler stehen gespannt vor der Treppe, über die sie in die Ausstellung im Innern des Trucks gelangen. Vorbereitet auf den Besuch hat sie unter anderem Referendar Steffen von dem Berge im Erdkundeunterricht. Sie haben sich mit dem Abbau von Coltan in der Demokratischen Republik Kongo beschäftigt. Das Mineral ist in den meisten Handys verbaut und die ausschlaggebende Ursache für das Elend in dem zentralafrikanischen Land. Das Thema Flucht spielt an der Europaschule ebenso immer wieder eine Rolle. "Wir haben eine Sprachförderklasse für Flüchtlingskinder", berichtet Bonin. "Deshalb ist den Schülerinnen und Schülern das Thema nicht fremd. Am Europatag im Mai haben wir uns ebenso vor allem mit dem Thema Flucht beschäftigt", fügt sie noch hinzu.

Dann geht es in Zweiergruppen in den Truck hinein. Jeder Besucher sucht sich einen Charakter aus und erhält eine Karte, auf dem die Person beschrieben ist. In acht verschiedenen Räumen schlüpfen die Schülerinnen und Schüler in die Rolle des Flüchtlings. Multimedial aufbereitet über Computeranimationen, Audiobeiträge und interaktive Bildschirme erreicht diese Ausstellung die Neuntklässler. Da rutscht vielen ein "richtig cool" heraus, als sie wieder aus dem Truck heraustreten. "Man kann sich gut in die Lage der Flüchtlinge versetzen", sagt Lioba Althoff. Auch ihre Freundin Laura Hirtz, mit der sie durch die Ausstellung gegangen ist, ist begeistert: "Ich fand es gut, dass wir selbst etwas machen konnten und habe mich gewundert, wieviel Platz in dem Truck ist." Bonin fügt hinzu: "Die Ausstellung ist sehr gut auf-gebaut und wirklich für die Schüler geeignet. Sie regt zum Nachdenken an."

Franziska Eckmann begleitet als Honorarkraft die Ausstellung im Truck und erklärt der einen Hälfte der Klasse den Rundgang. Währenddessen arbeitet Tété Agbodan, pädagogischer Begleiter, mit der anderen Gruppe über das Thema Flucht. "Seit drei Jahren ist die Ausstellung unterwegs. Im Oktober wird ein zweiter Truck gebaut, da es so viele Anfragen gibt", berichtet Eckmann.

Begleitet wird die Tour des Missio-Trucks von der Unterschriftenkampagne "Aktion Saubere Handys". Zudem sammelt das Hilfswerk ausgediente Handys, um die wertvollen Rohstoffe zu recyceln und mit dem Erlös humanitäre Projekte im Kongo zu unterstützen. Dafür stehen Boxen am Eingang bereit. Am Dienstag können Interessierte den Truck noch auf dem Schulhof des Heriburg-Gymnasiums während der Öffnungszeiten von 14 bis 17 Uhr besuchen.

Weitere Informationen gibt es im Internet unter: www.missio-hilft.de.

 

Text: Bischöfliche Pressestelle / 19.09.16
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