In Havixbeck gestalten Kinder und Jugendliche eine Graffiti-Krippe

Auf dem Kirchplatz vor der St.-Dionysius-Kirche in Havixbeck steht eine schlichte graue Wand. Doch das wird nicht lange so bleiben.

Denn am heutigen Freitagnachmittag, 2. Dezember, sind Kinder, Jugendliche und Familien aufgerufen, diese Fläche zu gestalten.

"Ihr dürft darauf sprühen, was euch zu den Themen Krippe, Weihnachten und Gott einfällt. Ihr habt alle Freiheit. Aber bitte beschränkt eure Kreativität allein auf die Wand", ruft Pfarrer Siegfried Thesing die Kinder und Jugendlichen mit einem Augenzwinkern auf, zu starten. Die Idee zu diesem Projekt hatte Pastoralassistent Christoph Schulte.

Als Kooperationsprojekt mit dem Stift Tilbeck unterstützen ihn zwei Mitarbeiter aus dem Stift. "Christoph Schulte macht im Rahmen seiner Ausbildung ein Praktikum in unserer Einrichtung. Die künstlerische Arbeit hat ihn fasziniert, denn sie ist auch so etwas wie Seelsorge", erklärt Elise Geertse. Sie arbeitet als Kunsttherapeutin im Stift, das seit September zur Pfarrei St. Dionysius gehört. "Die Kunst baut eine Brücke zwischen allen Welten, auch wenn man die Sprache nicht beherrscht. Die Menschen – ob jung oder alt – können sich darüber ausdrücken", ist die gebürtige Niederländerin überzeugt. Finn Froböse ist als zweiter Fachmann bei der Aktion dabei. Er leistet in Tilbeck sein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) ab und hat wie Geertse Erfahrungen im Umgang mit den Spraydosen. Auch Roswitha Seidel, aktiv in St. Dionysius, engagiert sich in diesem Projekt und war von Anfang an bei den Vorbereitungen dabei. "Es ist eine tolle Idee", wertet sie das Vorhaben.

In Havixbeck sind die Messdiener und die Katholische Junge Gemeinde (KJG) ebenfalls bei den Vorbereitungen und der Ausführung mit von der Partie. Während sie Kinderpunsch und Glühwein erwärmen, sind am Nachbartisch die ersten Waffeln fertig. Aus Lautsprechern erklingt moderne adventliche Musik. Doch im Mittelpunkt der kommenden zwei Stunden steht die graue Wand, die nun darauf wartet, gestaltet zu werden. Zahlreiche Kinder, Jugendliche und Erwachsene sind gekommen, um dabei zu sein.

Die Kinder lassen sich nicht lange bitten. Sie haben keine Angst vor der unberührten Fläche. Mit Plastikschürze, Mundschutz und Handschuhen ausgestattet geht es los. Doch das Sprühen ist nicht so einfach wie es aussieht. Geertse und Froböse helfen. Sie schütteln die Farbdosen, zeigen, in welchem Abstand das Sprayen am besten gelingt. Und so entstehen nach und nach die unterschiedlichsten Motive auf der ehemals grauen Wand: Kerzen, ein Adventskranz, ein rosafarbener Weihnachtsbaum mit Kugeln, Sterne, Schneemänner. Die Wörter Frieden, Liebe und Gott sind zu lesen.

Nach knapp zwei Stunden ist aus der ehemals grauen Wand ein buntes Graffiti geworden, auf dem es viel zu entdecken gibt. "Es ist toll, wie engagiert die Kinder und Jugendlichen dabei sind und wie viele Menschen sich von der Aktion haben ansprechen lassen. Wir haben die Menschen heute mit Gott in Berührung gebracht", freut sich Thesing über die Resonanz.

Zum Abschluss wird es noch einmal spannend: Jetzt lösen Geertse, Froböse und Seidel in mühsamer Kleinarbeit das zuvor auf die graue Fläche aufgebrachte und inzwischen übersprühte Klebeband. Mitten auf der Graffiti-Wand erscheint in grauen Buchstaben das Wort: Gott.

An den kommenden beiden Freitagnachmittagen (9. und 16. Dezember) steht von 15 bis 17 Uhr jeweils eine weitere Wand zur Gestaltung bereit. Am Ende ist eine dreiteilige Krippe entstanden, die die weihnachtliche Botschaft auf diese farbenfrohe Weise den Menschen näher bringt. "Wie diese lautet, wird jetzt noch nicht verraten", sagt Geertse.

Ein Video der Aktion gibt es übrigens auf der Facebookseite des Bistums Münster: www.facebook.com/Bistum.Muenster

Bildunterschriften: Finn Froböse (rechts) unterstützt die jungen Sprayer bei der Gestaltung ihrer Motive.
Mit Begeisterung gestalten Kinder und Jugendliche die erste Wand der dreiteiligen Havixbecker Graffiti-Krippe.

Text: Bischöfliche Pressestelle / 02.12.16
Kontakt: Pressestelle[at]bistum-muenster.de
Fotos: Michaela Kiepe/Bischöfliche Pressestelle