Interkulturelle Woche der christl

Zuwanderung, Flüchtlingselend, Globalisierung: Es gibt genügend Gründe für das "Gemeinsamkeiten finden, Unterschiede feiern."

Unter diesem Motto steht denn auch die diesjährige Interkulturelle Woche (IKM) vom Sonntag (21. September 2014) bis zum Samstag (27. September).

Die Interkulturelle Woche ist eine Initiative der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und der Griechisch-Orthodoxen Metropolie. Sie findet seit 1975 jedes Jahr Ende September statt. Zu den Unterstützern zählen Kirchen, Kommunen, Wohlfahrtsverbände, Gewerkschaften, Integrationsbeiräte und –beauftragte sowie Migrantenorganisationen und Initiativgruppen. Im Rahmen der IKM finden jährlich rund 4.500 Veranstaltungen in mehr als 500 Städten und Gemeinden bundesweit statt.

In einem Gemeinsamen Wort der Kirchen laden Reinhard Kardinal Marx als Vorsitzender der DBK, Dr. Nikolaus Schneider als Vorsitzender des Rates der EKD und Augoustinos Lambardakis, Griechisch-Orthodoxer Metropolit von Deutschland und Vorsitzender der Orthodoxen Bischofskonferenz, zur Teilnahme an der IKM ein. Dabei betonen sie, dass es eine der großen Aufgaben der Kirchen sei, "dafür zu werben, dass bei allen politischen Fragen und Entscheidungen die Dimension der Würde des Menschen nicht aus den Augen verloren wird."

Das gelte auch und gerade für die Migration. In der Europäischen Union sei das Recht auf Freizügigkeit eines der verbrieften Grundrechte. Man beobachte mit Sorge, das es dennoch in populistischen Debatten immer wieder in Frage gestellt werde. Dabei brauche Deutschland Zuwanderung.

Zugleich müsse "neben den Bedürfnissen des Arbeitsmarktes in unserem reichen Land immer auch Platz für diejenigen sein, die unserer Fürsorge und Zuwendung bedürfen," fordern die Vertreter der christlichen Kirchen ein humanitäres Aufenthaltsrecht. Besonders weisen sie auf das Schicksal von Flüchtlingen und "die schrecklichen Bilder aus Syrien oder Zentralafrika, aus der Sahara oder dem Mittelmeer" hin, die "uns nicht gleichgültig lassen" dürften. "Als Christinnen und Christen müssen wir uns fragen, wo in der Welt wir Jesus begegnen, in welchem unserer »geringsten Brüder« und Schwestern er uns gegenübertritt", schreiben die Kirchenführer weiter.

Das Motto der IKW 2014, "Gemeinsamkeiten finden, Unterschiede feiern.", könne "in der Debatte um das Zusammenleben in unserem Land die Richtung weisen." Denn es zeige, dass alle Menschen Gemeinsamkeiten unabhängig von Herkunft, Sprache oder Religion hätten, wie etwa "das Bedürfnis nach freier Entfaltungsmöglichkeit, nach Teilhabe und Heimat." Zugleich leugne das Motto nicht die Unterschiede, die auch herausfordernd sein könnte: "Hier geht es darum, schwierigen Fragen nicht auszuweichen und nach Lösungen zu suchen, die das Trennende der Unterschiede aufheben."

Dieses Jahr wird die IKW mit einem zentralen ökumenischen Gottesdienst und einem Festakt am Freitag (19. September) in Stuttgart eröffnet. Unter der Leitung von Bischof Dr. Gebhard Fürst (Bistum Rottenburg-Stuttgart), Landesbischof Frank Otfried July (Evangelische Landeskirche in Württemberg) und dem Griechisch-Orthodoxen Bischof Vasilios Tsiopanas von Aristi findet der Gottesdienst in der Stuttgarter Domkirche St. Eberhard statt.

Außerdem findet im Rahmen der Interkulturellen Woche wie jedes Jahr der Tag des Flüchtlings statt. Dieser wird am Freitag (26. September) unter dem Motto "Gemeinsam gegen Rassismus!" begangen.

Materialien rund um die Interkulturelle Woche können unter www.interkulturellewoche.de bestellt werden. Auf der Internetseite sind unter anderem Bausteine für Gottesdienste und Gestaltungsbeispiele für die Gestaltung der IKW zu finden. Ab August werden die Programmpunkte in einer bundesweiten Veranstaltungsdatenbank veröffentlicht werden.

Text: Bischöfliche Pressestelle
Kontakt: pressestelle[at]bistum-muenster.de