Seit elf Jahren gibt es in Kevelaer die Interreligiöse Friedenswallfahrt, organisiert von der Aktion pro Humanität mit ihrer Vorsitzenden Dr. Elke Kleuren-Schryvers. Aweimer ist ebenso von Anfang an dabei wie Michael Rubinstein, Gemeindedirektor der Israelitischen Religionsgemeinschaft Württembergs. Auch er steht auf den Stufen der Basilika und begrüßt die Pilgerinnen und Pilger als „liebe Freundinnen und Freunde“ – denn das seien sie in den vergangenen Jahren geworden. Auch er betont, dass es zwar Unterschiede zwischen den Religionen gebe, „aber diese dürfen niemals ein Grund sein für Hass und Gewalt“. Daher ruft er die Menschen auf, gemeinsam Verantwortung für die Welt zu übernehmen.
Zuvor hatte bereits Pastor Paul Hagemann von der Kevelaerer Wallfahrtsleitung daran erinnert, dass Kevelaer „ein wunderbarer Ort des Friedens“ sei. Hier habe der erste Pax-Christi-Kongress nach dem Zweiten Weltkrieg stattgefunden, und auch heute noch würden die Menschen rund um das Gnadenbild Frieden erfahren und erleichtert nach Hause gehen. Daher freue er sich, an diesem Tag gemeinsam mit Muslimen, Juden und Christen beider Konfessionen beten zu können.
Neben dem Gebet und musikalischer und literarischer Untermalung durch Okko Herlyn und Heike Kehl wartete auf die Friedenspilger ein Parcours mit acht Stationen auf dem Kapellenplatz. Da gab es Glitzertattoos von den Pfadfinderinnen der DPSG St. Georg Weeze-Kervenheim, Ölzweige, Gesprächsangebote und eine Kleidersammlung für Flüchtlinge auf der Insel Lesbos. Und die Möglichkeit, ein Gebet mit einer virtuellen Friedenstaube gen Himmel zu senden. Davon machten Elke Kleuren-Schryvers, Aweimer, Rubinstein und Hagemann gemeinsam Gebrauch. Nach einem Druck auf einen großen roten Knopf erhob sich eine weiße Friedenstaube auf einer LED-Wand, um die interreligiösen Friedenswünsche in die Welt zu tragen.
Christian Breuer

