Iris Horstmann leitet Workshop beim Katholikentag

, Bistum Münster

„Für die Menschen war es auch ein sicherer Ort, an dem sie ihre Erfahrungen austauschen konnten“, erzählt Iris Horstmann. Horstmann, im Hauptberuf Referentin für Diversität beim Bistum Münster, hat den Workshop „Barrieren überwinden: Wenn queere Gläubige auf Kirche treffen“ beim 104. Katholikentag in Würzburg mitgestaltet. Der Workshop verglich wissenschaftliche Forschung mit der Praxis. Während Horstmann die Praxisseite vertrat, sprach die Professorin Annemie Dillen von der Katholischen Universität Löwen über ihre wissenschaftliche Forschung. Organisiert wurde der Workshop von der Ökumenischen Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche.

Zwischen Wissenschaft und Praxis habe es bei dem Austausch kaum Differenzen gegeben, erzählt Horstmann. „Wir haben uns gegenseitig viel zugestimmt“, sagt sie und spricht über ihre Erfahrungen im Bistum Münster. Oft unterschätzten queere Gläubige ihre Möglichkeiten in der Kirche, was häufig an ihren schlechten Erfahrungen in der Vergangenheit liege. „Ich kann sagen, dass auf diesem Gebiet schon eine Menge passiert ist“, betont sie, gerade was die Akzeptanz von schwulen und lesbischen Menschen angehe. Trotzdem bleibe einiges zu tun; das betreffe zum Beispiel die Akzeptanz von intersexuellen, transsexuellen und genderfluiden Menschen.

„Wichtig ist, dass wir nicht nur im kirchlichen Kontext bleiben, sondern uns vor dem Hintergrund der gesellschaftlichen Entwicklung darüber hinaus engagieren“, sagt Horstmann. Beim Katholikentag habe das Thema queere Menschen in der katholischen Kirche seinen Platz. Auch auf den großen Podien tauche es immer wieder auf, gerade wenn es um die Themen Diversität und Demokratie gehe.

Lara Bergjohann