Mit einer schwungvollen Eucharistiefeier in der Michaelskapelle der Jugendburg Gemen ist Jan Aleff als neuer Burgkaplan durch Weihbischof Dr. Christoph Hegge eingeführt worden. Zahlreiche Wegbegleiterinnen und -begleiter, Mitglieder des Hausteams, Teamer, ehemalige Burgkapläne sowie Familie, Freunde und auch Jugendliche aus St. Antonius in Recklinghausen, wo Aleff Pfingsten nach drei Jahren als Kaplan verabschiedet wurde, begleiteten den Beginn seiner Zeit in der Jugendbildungseinrichtung des Bistums Münster. Im Anschluss an den Gottesdienst, der musikalisch von einer vierköpfigen Band gestaltet wurde, kamen die Gäste zusammen, um den 44-Jährigen gebürtigen Dorstener, der 2019 zum Priester geweiht wurde, kennenzulernen oder ein Wiedersehen mit ihm zu feiern.
Hegge, Weihbischof für die Region Borken-Steinfurt und Vorsitzender des Kuratoriums der Jugendburg, machte gleich zu Beginn deutlich, dass Aleff kein Unbekannter auf der Burg ist. Bereits als 16-Jähriger habe er an den Kar- und Ostertagen teilgenommen und später im Team der „Tage religiöser Orientierung (TRO)“ für Schülerinnen und Schüler aktiv war. Über Jahre sei die Verbindung nie abgerissen. „Du bist immer wieder mit der Burg verbunden gewesen – und jetzt schließlich Burgkaplan. Das freut mich außerordentlich“, sagte Hegge.
In seiner Predigt stellte er den Neubeginn unter ein klares geistliches Leitmotiv: Es gelte, „die Gnade neu zu entfachen“ und mit innerem Feuer auf Menschen zuzugehen. Gerade angesichts gesellschaftlicher Spannungen, kirchlicher Herausforderungen und persönlicher Unsicherheiten brauche es keinen „Geist der Verzagtheit“, sondern Vertrauen und Zuversicht aus dem Glauben.
Hegge formulierte drei Wünsche für den neuen Burgkaplan: Kraft, Liebe und Besonnenheit. Die Kraft solle aus der Verbindung mit Christus erwachsen und davor bewahren, sich im Dienst aufzureiben. Seelsorge sei kein Selbstzweck der Erschöpfung, sondern ein Engagement aus innerer Stärke. Ebenso zentral sei die Liebe zu den Menschen, die nicht nur im guten Willen bestehe, sondern konkret spürbar werden müsse: Niemand falle aus der Liebe Gottes heraus. Schließlich gehe es um Besonnenheit – darum, innezuhalten, nachzudenken und verantwortungsvoll zu handeln, gerade im Umgang mit jungen Menschen und in herausfordernden Situationen.
Zum Abschluss überreichte Hegge dem neuen Burgkaplan eine Tasche mit praktischen und augenzwinkernden Geschenken für den Alltag: eine Flasche Rotwein, Spiele, Gläser für Eiskaffee und einen Regenschirm – alles Dinge, „die man vielleicht auch für die Jugendburg gebrauchen kann“.
Sie freuen sich auf die gemeinsame Zeit (von links): Burgkaplan Jan Aleff, Geschäftsführer Bernd Scho, hauswirtschaftliche Leiterin Julia Franzmann und Charlotte Friede, pädagogische Leitung.
Auch die Hausleitungsrunde der Jugendburg hieß den neuen Burgkaplan herzlich willkommen. „Wir freuen uns darauf, dass du jetzt da bist“, sagte Geschäftsführer Bernd Scho auch im Namen der Mitarbeitenden. Mit einem Willkommenspaket wünschte das Team einen guten Start und eine gesegnete Zeit. Scho, der seit vielen Jahren auf der Burg arbeitet und Aleff noch aus dessen früherer Zeit kennt, freut sich über die Rückkehr: Er sei ein offener Mensch, der auf andere zugehe.
Sichtlich bewegt reagierte Aleff in seiner kurzen Ansprache auf die große Resonanz. Die vielen Menschen, die ihn seit Wochen begleiten und sich mit ihm auf die neue Aufgabe freuen, berührten ihn sehr. Die Jugendburg, so machte er deutlich, gehöre zu seiner eigenen Lebens- und Berufungsgeschichte. Dass er nun als Burgkaplan zurückkehre, empfinde er als Segen.
Die ersten Stunden auf der Burg hätten diesen Eindruck bestätigt. „Die Burg ist Gastgeberin“, betonte Aleff, und das Leben dort könne keine „One-Man-Show“ sein. Vielmehr lebe sie davon, dass sich viele einbringen und gemeinsam Kirche gestalten. Er sehe einen Schwerpunkt seiner Arbeit in der Begleitung des pädagogischen Teams, in der Seelsorge im Haus und in der Gestaltung der Liturgie.
Er freue sich auf Begegnungen mit vertrauten Menschen ebenso wie auf neue Gesichter und Gruppen, die zur Jugendburg kommen. Gerade dort erlebe er viele junge Menschen auf der Suche – eine Erfahrung, die ihn für seine neue Aufgabe besonders motiviere.
Die Jugendburg Gemen, die sich insbesondere an junge Menschen richtet, sieht in dieser Personalentscheidung eine große Chance. Für Jan Aleff selbst schließt sich ein Kreis: Der Ort, der seine eigene Glaubens- und Berufungsbiografie geprägt hat, wird nun für die kommenden Jahre sein Wirkungsfeld sein.