Leurs, ehemaliger Landwirt aus Kerken, ist einer von zwölf Frauen und Männern, die am 24. Juni von Weihbischof Rolf Lohmann im Xantener Dom für den Trauer- und Begräbnisdienst beauftragt worden sind. Vorausgegangen war eine intensive Ausbildung, in der es unter anderem um theologische und rechtliche Fragen ging, aber auch um die Gespräche mit Trauernden und die Ansprache während der Begräbnisfeier. Organisiert wurde die Ausbildung von den Katholischen Bildungsforen Kleve und Wesel unter Leitung von Mick Michels. „Viele Inhalte gerade zum Thema Trauerarbeit waren mir nicht fremd“, blickt Leurs zurück. Nach dem Tod seiner Frau vor 25 Jahren hat er bereits als Trauerbegleiter zahlreichen Menschen geholfen, die einen Angehörigen verloren haben. „Damals habe ich diese Berufung gefühlt. Nun darf ich Menschen in ihrer Trauer begleiten und das Begräbnis des Verstorbenen leiten.“ Das sei, betont er, „ein Dienst am Menschen aus der Gemeinde heraus.“
Dem stimmt Joachim Domogala (66), bis zu seinem Ruhestand Interimsleiter der Liebfrauen-Realschule in Geldern, zu. „Wir sind Christen, die in der Verantwortung stehen. Wenn wir mit unseren Fähigkeiten einen Dienst am Menschen leisten können, dann sollten wir das auch tun“, ergänzt er. Schon lange leitet er Wortgottesdienste in Geldern, nun auch Beerdigungen. „Ich habe schon erste Erfahrungen gesammelt und positive Rückmeldungen bekommen, das hat mich in meiner Entscheidung bestärkt. In dieser Funktion habe ich die Möglichkeit, eine sehr persönliche Beisetzung zu gestalten. Ich möchte den Verstorbenen bei der Beerdigung ein Gesicht geben“, sagt Domogala. Als Pfarrer Arndt Thielen fragte, ob er sich einen Einsatz im Begräbnisdienst vorstellen könne, habe er dennoch Bedenkzeit erbeten. „Ich wollte das erst mit meiner Familie besprechen“, erklärt der 66-Jährige. Spätestens als die Tochter sagte „Mach‘ das mal!“ habe der Entschluss jedoch gestanden.
Während ihrer Ausbildung haben Leurs und Domogala in ihren jeweiligen Pfarreien Mitglieder der Seelsorge-Teams zu Trauergesprächen und Beerdigungen begleitet, um Erfahrungen zu sammeln. Und sie werden den ehrenamtlichen Leitern bei Fragen jederzeit zur Verfügung stehen.
Christian Breuer
