Jubiläum einer langen Tradition mit festlicher Liturgie gestaltet 2014
Mit einer Liturgie nach slawischer Art wurde am Sonntag (16. Februar 2014) in St. Maria Magdalena in Horneburg der 200-jährigen Geschichte der Russen in dem ländlich geprägten Dattelner Stadtteil gedacht.
1814 zogen russische Soldaten bei ihrem Marsch nach Frankreich durch Horneburg. Es handelte sich um Teile des St. Petersburger Dragonerregiments, die gegen Napoleon zu Felde zogen. Einer Horneburger Chronik von Hauptlehrer Bernhard Gellenbeck ist zu entnehmen, dass die russischen Soldaten und ihr Gefolge sich einen Teil der Kirche einrichteten, um dort den Gottesdienst nach ihrem Ritus zu feiern. Der damalige Ortspfarrer, der Franziskanerpater Rolandus Stein, gestattete den Russen, in der Horneburger Kirche eine Byzantinische Liturgie zu feiern.
Um den slawischen Gottesdienst mitzufeiern, war am Sonntag auch Weihbischof Dieter Geerlings nach Horneburg gekommen. Der zeichen- und symbolreiche Ritus ist gekennzeichnet durch die Verehrung der Ikonen, häufige Verwendung von Weihrauch und durch festliche Gewänder der Zelebranten und Ministranten. Wechselgesänge zwischen Chor, Gemeinde und Zelebranten sind ebenso fester Bestandteil der Liturgie.
Eigentlich ist die alte Schlosskirche die Heimat der russischen Gemeinde in Horneburg. Das Gebäude wurde an die ostkirchliche Liturgie angepasst, 1967 wurde eine Ikonostase – eine Ikonenwand – eingefügt. Seit der offiziellen Gründung der Gemeinde 1968 steht die Kirche unter dem Patronat der ersten russischen Märtyrer, Boris und Gleb. Aus Platzgründen wurde die Jubiläumsfeier jedoch in die Kirche St. Maria Magdalena verlegt.
Gleich zwei Chöre begleiteten den Jubiläums-Gottesdienst musikalisch. Der Johannes-Damascenus-Chor aus Essen und der Horneburger Chor der heiligen Boris und Gleb sorgten für einen festlichen Rahmen. Bei einem anschließen Empfang konnten sich die Gäste über die 200-jährige Geschichte der Russen in Horneburg informieren.
In Nordrhein-Westfalen leben nahezu 800.000 russischstämmige Gläubige. Zu den alle zwei Wochen stattfindenden russischen Messen in Horneburg kommen regelmäßig Gläubige aus der gesamten Region.
Text: Bischöfliche Pressestelle
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