Jugendkatechese mit Bischof Felix Genn

Mehr als 300 Jugendliche sind am Sonntag, 28. April 2013 in die Jugendkirche "effata" in Münster gekommen. Das bedeutete einen neuen Teilnehmerrekord für die Jugendkatechesen mit Bischof Dr. Felix Genn.

Die jungen Leute folgten der Einladung des Bischofs von Münster, der zum siebten Mal mit jungen Menschen ins Gespräch über Grundlagen des christlichen Glaubens kommen wollte. Die Jugendkatechese, zu der auch viele Firmgruppen aus dem ganzen Bistum kamen, stand unter dem Thema: "Der wichtigste Tag der Weltgeschichte. Ich glaube an Jesus Christus, den Sohn Gottes, geboren von der Jungfrau Maria."

"So voll wie heute ist es bei den Jugendkatechesen noch nie gewesen. Umso mehr freue ich mich, dass ihr dieses Angebot wahrnehmt, und ich danke vor allem denen, die euch motiviert haben, heute Abend hierher zu kommen. Seid alle herzlich willkommen!", begrüßte der Bischof die Teilnehmer. Mit einem Videoclip wurden die Jugendlichen in das Thema eingeführt. "Die Weihnachtsgeschichte – heute": Gabriel verkündet Maria im Chat die Geburt Jesu, Josef plant mit einem Online-Kartendienst die Route nach Bethlehem, im Sozialen Netzwerk werden alle Freunde anlässlich der Geburt eingeladen, und die Heiligen Drei Könige kaufen ihre Gaben im Online-Versandhaus.

Anschließend setzten sich die Teilnehmer mit der Frage auseinander: "Wer ist Jesus heute für mich?"Von den vorgegebenen Vorschlägen schlossen sich die meisten Jugendlichen dem an, dass Jesus der Sieger über den Tod sei. Aber auch unabhängig von den Vorschlägen gaben die Teilnehmer ihre Einschätzungen ab: "Jesus ist jemand, der eine gewisse Vorbildfunktion für viele Jugendliche einnimmt, auch wenn wir nicht wissen, ob er wirklich gelebt hat", sagte etwa Felix Wallmeier, der mit seiner Firmgruppe aus Havixbeck zur Jugendkatechese gekommen war. "Ohne Jesus wären wir jetzt nicht hier", gab Hennig Behrenskötter aus Oelde zu bedenken: "Er ist der wichtigste Mensch für unseren Glauben."

Bischof Genn knüpfte seine Katechese über die Menschwerdung Gottes an das Lied "What if God was one of us?"von Joan Osborne an: "Was wäre, wenn Gott einer von uns wäre? Was würdest du tun, wenn er plötzlich vor dir stünde mit all seiner Größe, die er vielleicht besitzt? Ist das eine Frage, die sich lohnt?"Im Christentum sei genau das die zentrale Aussage, erklärte der Bischof, "dass Gott einer von uns ist". "Und das ist nicht einfach eine Aussage, die man wieder vergessen könnte, wie so vieles, was ihr in der Schule lernt, was ihr vielleicht vergesst, weil es für euer Leben nicht von Belang ist", fuhr der Bischof fort. Im Gegenteil sei genau dieser Glaubensgrundsatz einer, der mit jedem, "mit dir, mit mir, mit uns zu tun hat", betonte Bischof Genn.

"Wenn es nicht so wäre, dass Gott Mensch geworden ist, dann wäre das, was viele von euch zurzeit in der Firmvorbereitung erleben, nur die Verführung junger Menschen oder der größte Betrug der Weltgeschichte", sagte der Bischof weiter. Er gab zu bedenken, dass man von Jesus nicht einfach theoretisch sprechen könne. Über Jesus müsse man vielmehr reden wie über den besten Freund: "Da ist vieles intim, was man vielleicht so offen nicht aussprechen möchte. Aber eines ist klar: Da spricht das Herz. Da kann man spüren: Gott sei Dank, dass er geboren wurde. Das war der Tag für die Weltgeschichte."

Anschließend beantwortete der Bischof ausführlich die Fragen der Jugendlichen: Wie kam Jesus auf die Idee, der Sohn von Gott zu sein? Wie ist er auferstanden? Wie ist die Jungfräulichkeit Marias zu verstehen? Vor dem Segen wünschte Bischof Genn den Jugendlichen, dass sie von der Katechese etwas für sich mitnähmen: "Und sei es nur das unbewusste Gefühl: Es könnte doch wahr sein."

Text/Foto: Bischöfliche Pressestelle
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