Jugendkatechese mit Bischof Genn zum Thema
,30 Fakten über die Liebe‘. Die Youtuber Dagi Bee und LiontTV haben sie zusammengestellt.
Am Abend des 25. Oktober flimmerten sie auf der Leinwand in der Jugendkirche effata(!) in Münster. Es war der Einstieg zur Jugendkatechese unter dem Motto ,1000 mal berührt. Kirche und Sexualität‘. 90 Minuten lang sprach Bischof Dr. Felix Genn mit und zu den rund 150 Jugendlichen über dieses sensible Thema.
Bevor der Bischof selbst zu Wort kam, lud das Katecheseteam um Thorsten Schmölzing, Pfarrer der Jugendkirche, und Martin Limberg, Leiter der Diözesanstelle Berufe der Kirche, die Jugendlichen ein, im Kirchenraum acht Holzstelen mit Thesen zur Liebe aufzusuchen. Mit einem Dekoherz konnten sie einer der Thesen wie zum Beispiel ,Liebe besteht zu drei Vierteln aus Neugier‘ oder ,Liebe ist die stärkste Macht der Welt‘ zustimmen.
",Alles, was man mit Liebe betrachtet, ist schön‘, für diese These habe ich mich entschieden", gab Bischof Genn vor den Jugendlichen zu. Liebe habe viel mit Schönheit zu tun, ebenso mit Sexualität. "Das ist eine große Kostbarkeit, ein echter Schatz", erklärte er. Eine Frage, die eng damit verbunden sei und die manch einer vielleicht kenne, laute: "Wer bin ich eigentlich?" "Ich habe mir diese Frage als Jugendlicher oft gestellt", sagte der Bischof. Er wünsche allen Jugendlichen, dass sie den Schatz, der in ihnen stecke, entdecken.
In seiner Katechese ging Bischof Genn auch auf das Thema "Kirche und Sexualität" ein. "Ich weiß, dass diese beiden für viele einen Gegensatz darstellen. Oft bekommt man den Eindruck, dass Kirche verbietet", sagte der Bischof. Dabei gehe es der Kirche aber vor allem um eine Frage: Wie kann man die Kostbarkeit der Sexualität schützen? "Vielleicht habt ihr das Wort Keuschheit schon einmal gehört", wandte sich der Bischof an die Jugendlichen. Ein junger Mann habe einmal zu ihm gesagt: "Keuschheit befreit von der zwanghaften Notwendigkeit, alles haben zu müssen." Selbstlos sein, das stecke somit auch hinter dem Begriff, erklärte der Bischof.
An dieser Stelle müsse man aber auch das "dunkle Kapitel" benennen. In der Vergangenheit habe es Priester gegeben, die andere Menschen benutzt und ganz bewusst für ihre eigene Lust missbraucht hätten. "Damit hat die Kirche eine große Schuld auf sich geladen und es tut mir weh, wenn ich daran denke", sagte Bischof Felix.
Kirche und Sexualität – ein Thema, das so manche Fragen bei den Jugendlichen aufwarf. Fragen nach der Position der Kirche zu Themen wie Verhütung oder Zölibat und Fragen an den Bischof persönlich. "Wollten Sie selbst auch mal Familie haben?" und "Wo liegt der Wert einer Partnerschaft, wenn Paare keine Kinder bekommen können?" Keine eigene Familie haben zu können sei ein sehr großer Verzicht, gab der Bischof offen zu. "Aber ist mein Leben nicht fruchtbar, nur weil ich keine Kinder gezeugt habe?", antwortete er mit einer Gegenfrage. Alles, was an Liebe geschehe, sei niemals verloren oder wertlos.
,Sag einfach ja‘ –das Lied des Künstlers Tim Bendzko, das den Wunsch eines jeden ausdrücke, der verliebt sei, wie Martin Limberg erklärte, rundete die Fragerunde schließlich ab. Bischof Felix erinnerte die Jugendlichen zum Schluss noch an das bedeutende Datum des Tages: Am 25. Oktober 1648 wurde der Westfälische Frieden geschlossen und damit der Dreißigjährige Krieg beendet. Er bat die Jugendlichen mit Blick auf die derzeitige Flüchtlingssituation, auch weiterhin eine Willkommenskultur zu pflegen und für all jene zu beten, die im Krieg leben.
"Ich habe nicht erwartet, dass der Bischof so persönlich von sich erzählt. Auch dass er Dagi Bee kennt und das so etwas hier gezeigt wird", sagte die 15-jährige Julia aus Schermbeck im Anschluss begeistert. Auch Katharina (21) war der Meinung, dass Bischof Felix sehr offen auf die Jugendlichen eingegangen sei. "Das war ein sehr sensibles Thema und es wurde hier gut aufgegriffen."
Text: Bischöfliche Pressestelle
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