Jugendkatechese mit Weihbischof Hegge zu Talenten und Begabungen

Zu einem sehr persönlichen Austausch über das, was jeden einzelnen Menschen auszeichnet, ist es am Sonntagabend (18. September) zwischen Weihbischof Dr. Christoph Hegge und rund 200 Jugendlichen und jungen Erwachsenen in der Münsteraner Jugendkirche "Effata" gekommen.

Die Teilnehmenden der Jugendkatechese "Das Supertalent – warum bin ich eigentlich begabt?" nutzten die 90 Minuten, um sich mit dem Weihbischof auf die Suche nach ihren Talenten und Begabungen zu machen.

Mit dem YouTube-Video "Das Supertalent" startete das Katecheseteam um Hendrik Drüing, Leiter der Jugendkirche, und Martin Limberg von der Diözesanstelle Berufe der Kirche auf witzige Art in den Abend. "Beim Supertalent zeigen die Menschen, was sie besonders gut können, wofür sie ein Talent haben", führte Alexandra Lason aus dem Katecheseteam ins Thema ein. "In der Sendung geht es vor allem darum, eine perfekte Show hinzulegen. Doch was ist, wenn du nicht gut tanzen oder singen kannst… bist du dann nicht begabt?", fragte Lason provokant und ergänzte: "Wir wollen heute schauen, was unsere Talente sind."

Weihbischof Hegge brachte bei der Suche nach dem Talent Jesus ins Spiel. "Jesus würde gar nicht erst fragen, was für ein Talent du hast", erklärte er, "jeder von uns, egal ob groß oder klein, dick oder dünn, hat eines, die Frage ist, ob ihr es schon entdeckt habt." Gleichzeitig bestärkte Hegge die Jugendlichen: "Gott sichert uns zu: Du bist ein Talent", und fragte sie: "Weißt du das eigentlich? Weißt du, dass du liebenswert bist, eine Persönlichkeit besitzt, ja, ein wunderbarer Mensch bist. Kannst du das glauben?" Alle, die sich vom Geist Gottes leiten ließen, seien seine Söhne und Töchter. "Gott schenkt mir, dass ich ein Supertalent bin, durch seinen Geist. Ist das nicht der Wahn-sinn?", freute Hegge sich, "du bist nicht nur die Summe dessen, was du kannst, du bist mehr, du bist ein Kind Gottes."

Dass müsse man erst einmal begreifen. Doch seien Talente nicht reiner Selbstzweck. "Wir müssen mit dem, was wir mitbekommen haben, miteinander an einer schöneren, besseren Welt arbeiten", nahm der Weihbischof die Jugendlichen und jungen Erwachsenen in die Pflicht. Auch gäbe es Dinge, die andere besser könnten als man selber: "Dann bin ich auf andere angewiesen. Andererseits gibt es auch Sachen, die ich besser kann als andere." Hegge forderte dazu auf, die Talente füreinander einsetzen. "Talente und Begabungen sind dafür da, füreinander und miteinander da zu sein und sie dazu einzusetzen, dass unsere Gesellschaft schöner wird. Lasst uns gemeinsam an einer Gesellschaft bauen, in der Jesus, ja ein Stück vom Reich Gottes spürbar wird", betonte er.

Im anschließenden Gespräch untereinander machten sich die Teilnehmenden auf die Suche nach ihren Begabungen. Das Team der Jugendkirche sammelte ihre Fragen und Statements ein, um sie an den Weihbischof zu richten. Joél aus Emsdetten ließ es sich nicht nehmen, Hegge persönlich nach dessen Talent zu fragen. "Ich hatte immer große Probleme, längere Texte vorzulesen und zu predigen", gab dieser offen zu, "meine Predigten wurden regelrecht zerfetzt. Ich konnte es einfach nicht. Dann kam ich in eine Gemeinde, in der ich sechs Wochen hintereinander predigen sollte. Das habe ihn erschreckt. "Da habe ich gebetet und Jesus gesagt, dass ich nur dass erzählen werde, was ich von ihm verstanden habe", sagte Hegge. Mit Erfolg: Danach seien Menschen auf ihn zugekommen und hätten ihm gesagt, er könne predigen. "Das fand ich total toll", erinnerte sich Hegge, "ich habe Zuspruch, Bestärkung durch andere erfahren. Und das wünsche ich euch auch!"

Diese Offenheit war es, die Felix aus Kalkar am Niederrhein beeindruckte. "Man konnte gut mit Weihbischof Hegge reden", sagte der 15-Jährige, der im Rahmen der Firmvorbereitung nach Münster gekommen war, "er ist den Fragen nicht ausgewichen und hat auch persönlich von sich erzählt. Das hätte ich so nicht erwartet." Die 15-jährige Paula aus Cloppenburg war besonders von der Musik der "Effata"-Band angetan: "Die war viel peppiger als das, was wir sonst so kennen."

Am Ende der Katechese spendeten Weihbischof Hegge und die anwesenden Priester den Jugendlichen einen persönlichen Segen.

Text: Bischöfliche Pressestelle / 19.09.16
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