Jugendliche und junge Erwachsene erstmals bei virtuellen Frühschichten
Früh morgens klingeln die Handys, Tablets oder Notebooks von mehr als 60 Jugendlichen oder jungen Erwachsenen. Am kommenden Donnerstag, 22. Dezember, geschieht das zum letzten Mal.
In fünf Gruppen versammeln sie sich kurz vor 6.30 Uhr in Video-Konferenzen. Es ist Zeit für die ‚Skype-Frühschichten’ der Katholischen Jungen Gemeinde KJG im Bistum Münster, einem im deutschsprachigen Raum neuen und bislang einmaligen Projekt.
"Die Turmuhr von St. Andreas hat geschlagen, es ist halb", eröffnet Kaplan Thorsten Brüggemann, der im niedersächsischen Cloppenburg am Computer sitzt: "Wir wollen die Frühschicht beginnen im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes". Sein Videobild ist gerade ebenso wie Simones von einer Downloadmarkierung verdeckt, aber Klara und Lara, Marius und Melina, Regina, Thiemo und Tobias bekreuzigen sich dazu, das zeigt der Skype-Konferenzbildschirm. Die jungen Leute sitzen in Studentenbuden oder Küchen, an vielen Orten, weit über das Bistum Münster hinaus.
"Wir haben Teilnehmer aus Deutschland, Österreich, Mexiko und Japan", freut sich Anna Bagert vom Vorbereitungsteam der KJG. Sie sieht es als Vorteil, dass die Teilnehmer sich versammeln können, ohne vielleicht den Weg durch schlechtes Wetter bis zu einer Kapelle oder Kirche machen zu müssen. "Außerdem können sich hier Menschen virtuell versammeln, die nicht mehr am selben Ort wohnen, um gemeinsam einen Morgenimpuls zu haben".
Vor den jungen Leuten steht irgendwo neben dem Bildschirmgerät jeweils eine brennende Kerze, als adventliches und verbindendes Element. Außerdem liegt überall eine Broschüre mit den Frühschichttexten parat. Klara liest eine kurze Hinführung und die Lesung vor, eine biblische Erzählung aus dem alten Testament. Kaplan Brüggemann legt den Text aus, gibt ein Glaubenszeugnis. Dann bei den Fürbitten kann jeder zu Wort kommen. Viele nennen den Namen der Person, an die sie denken oder für die sie beten.
Das sich anschließende gemeinsame Vaterunser-Gebet bringt die Skype-Technologie an ihre Leistungsgrenze: Nie sind alle Stimmen zu hören, meist jeweils nur diejenige, die gerade am lautesten spricht. So wird das Gebet besonders behutsam gesprochen, man spürt, wie alle aufmerksam aufeinander hören. Ein Schlussgebet mit Segen und Kreuzzeichen schließt die Skype-Frühschicht ab.
Teilnehmer Tobias findet das Ganze einfach klasse. Er würde es zeitlich nicht schaffen, in eine Kirche zu fahren, sagt er und ist deshalb vollauf begeistert: "So kann ich nette Leute treffen und einen Impuls haben, der gute Gedanken für den Tag liefert und die Adventszeit verdeutlicht".
Organisatorin Anna Bagert bekommt viele derart positive Rückmeldungen: "Es macht super viel Spaß, mit so vielen Menschen diese Frühschichten zu gestalten.
Wir haben große Lust, weiter daran zu arbeiten". Nach Projektende folge eine intensive Auswertung, um aus den Erfahrungen zu lernen. Möglicherweise entscheide man sich dann zu einer Neuauflage, sagt Bagert. Aber erst mal läuft das Projekt noch: bis zur letzten Skype-Frühschicht am 22. Dezember.
Bildunterschrift: Vor ihren Bildschirmgeräten versammeln sich junge Christen im Rahmen eines Projektes der Katholischen Jungen Gemeinde (KJG) zu geistlichen Frühschichten.
Text: Bischöfliche Pressestelle / 15.12.16
Kontakt: Pressestelle[at]bistum-muenster.de
Foto: Screenshot/Martin Wißmann
