Kirchen beteiligen sich an gesellschaftlicher Allianz für Weltoffenheit

Für den Schutz der individuellen Würde von Flüchtlingen und Migranten in Deutschland und gegen ein Klima der Verunsicherung haben sich die beiden großen christlichen Kirchen ausgesprochen.

Anlass war die öffentliche Vorstellung der ,Allianz für Weltoffenheit‘ am 11. Februar in Berlin.

"Wer mit Worten oder Taten zur Ausgrenzung und Herabsetzung von Flüchtlingen und Migranten beiträgt, der kann sich nicht auf das Christentum berufen", sagte der Berliner Erzbischof Dr. Heiner Koch für die Deutsche Bischofskonferenz (DBK). "Menschenfeindlichkeit und Fremdenhass stehen nicht nur im klaren Widerspruch zu den Werten unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung, sondern zeugen letztlich immer von einer tiefen Missachtung der christlichen Botschaft", betonte Koch.

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, verwies auf das Engagement Hunderttausender ehrenamtlicher Flüchtlingshelfer in den Kirchengemeinden. "Es ist eine Botschaft der Kraft, die ich von dort mitnehme", sagte er, "die Verschärfung der Rhetorik, die demgegenüber in der politischen Debatte wahrzunehmen ist, steht im Widerspruch dazu und hilft nicht beim konstruktiven Umgang mit den Herausforderungen. Sie führt zu Verunsicherung, die lähmt anstatt zu motivieren." Das Bündnis könne zu einer Stärkung des sozialen Grundkonsenses in Deutschland beitragen, der sich aus einem Geist der Zuversicht speise, erklärten die Bischöfe.

Die ,Allianz für Weltoffenheit, Solidarität, Demokratie und Rechtsstaat – gegen Intoleranz, Menschenfeindlichkeit und Gewalt‘ besteht aus zehn Partnern. Sie appellieren in einem gemeinsamen Aufruf, angesichts der aktuellen Herausforderungen demokratische Grundwerte und gesellschaftlichen Zusammenhalt zu wahren sowie Hass und Intoleranz entschieden entgegenzutreten.

Zu dem breiten gesellschaftlichen Bündnis gehören neben DBK und EKD die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, der Deutsche Gewerkschaftsbund, der Zentralrat der Juden in Deutschland, der Deutsche Kulturrat, der Koordinationsrat der Muslime, der Deutsche Naturschutzring, der Deutsche Olympische Sportbund sowie die Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege.

Weitere Infos gibt es im Internet unter www.dbk.de.

Text: Bischöfliche Pressestelle / 12.02.16
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