Kirchenfoyer Münster veranstaltet Kunstprojekt in der Karwoche

Ein ‚Tisch der Hoffnung‘, der sich täglich verändert, wird während der Karwoche im Schaufenster des Kirchenfoyers Münster zu sehen sein.

Höhepunkt der Aktion wird eine lebendige Inszenierung des Abendmahltisches an Gründonnerstag, 24. März um 17 Uhr sein. Zwölf geladene Gäste wollen dann am Tisch im Schaufenster sichtbar Mahl halten. Ein Kunstprojekt, mit dem der Kunstausschuss um Kirchenfoyer-Leiter Rupert König ein Zeichen setzen möchte: "Wir wollen in der Karwoche unser großes Schaufenster als Verkündigung nutzen – jeden Tag neu", erklärt König.

Ein großer, schlichter Holztisch mit elf weißen, einem schwarzen und einem silbernen Stuhl steht bereits seit Palmsonntag im Schaufenster des Kirchenfoyers an der Ecke Lambertikirchplatz/Salzstraße. "In Jerusalem war der Abendmahltisch vermutlich auch zunächst ein normaler, einfacher Tisch", sagt König. Erst durch die Tat selbst sei dieser Tisch zu einem besonderen Tisch geworden.

Passanten und Besucher sind eingeladen, sich in der Karwoche an den ‚Tisch der Hoffnung‘ zu setzen und die Atmosphäre des umgestalteten Kirchenfoyers aufzunehmen. Täglich wird es abends ab 18 Uhr bis zum Folgemorgen eine Inszenierung des Tisches im Schaufenster geben, bei der ein Impuls aus dem Tagesevangelium künstlerisch umgesetzt wird.
So wird am Abend des Karmontags damit begonnen, den Tisch einzudecken. Dazu wird, von außen gut sichtbar, das Abendmahlgemälde von Leonardo da Vinci an eine weiße Wand projiziert. Passend zum Tagesevangelium mit dem Vers "Noch bevor der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen" wird ab dem Abend des Kardienstags ein Hahn aus dem Naturkundemuseum den Tisch zieren. Einen Tag später symbolisieren zwei große Spiegel die Botschaft "Du bist eingeladen".

Höhepunkt wird an Gründonnerstag ein "festliches Essen mitten im Schaufenster" sein, wie König erklärt. Zwölf Frauen und Männer mit ganz verschiedenen Hintergründen werden dort zusammenkommen, um Lamm zu essen. "Eine ungezwungene Gemeinschaft unabhängig von der Herkunft, des Alters oder des sozialen Status soll sich hier zum Hoffnungsmahl versammeln", erklärt er. Die Ehrenamtlichen des Kirchenfoyers sind eingeladen, draußen vor dem Schaufenster mit den Passanten ins Gespräch zu kommen.

Abgeräumt wird die Festtafel abends erst einmal nicht. Im Gegenteil: Umgeworfene Stühle und eine Filmszene in Dauerschleife werden die Nacht auf Karfreitag bestimmen, bevor am nächsten Morgen aus dem Tisch eine Kreuzigungsgruppe gestaltet wird. Am Abend wird auf den wieder zusammengebauten Tisch eine Grabdarstellung Jesu projiziert. "Der Tisch, der erst ein Kreuz war, wird dann zum Grab", sagt König. In der Osternacht schließlich ändert sich der Charakter des Tisches ein letztes Mal: In goldene Lebensrettungsfolie eingewickelt soll der Tisch dann zum Ausdruck bringen: "Das Leben ist gerettet, Jesus ist auferstanden", beschreibt der Leiter. In der Osterwoche sind alle Passanten und Besucher des Kirchenfoyers eingeladen, an dem österlichen Tisch Platz zu nehmen.

Bildunterschrift: Noch ist es ein schlichter Tisch, der im Schaufenster des Kirchenfoyers zu sehen ist. Im Laufe der Karwoche wird er immer wieder neu in Szene gesetzt.

Text: Bischöfliche Pressestelle / 21.03.16
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