Klare Worte zum Beispiel des neuen Heiligen Oscar Romero

, Bistum Münster

Weihbischof Dr. Stefan Zekorn hat die Christen aufgefordert, „gegen das schreiende Unrecht überall auf der Welt anzugehen.“ Der Bischöfliche Beauftragte des Bistums Münster für weltkirchliche Fragen predigte bei einer Heiligen Messe zu Ehren des neuen Heiligen Oscar Romero am 16. Oktober in der katholischen Akademie Franz-Hitze-Haus in Münster. Papst Franziskus hatte den Erzbischof, Befreiungstheologen und Kämpfer für Freiheit und Gerechtigkeit zwei Tage zuvor in Rom heiliggesprochen.
Es sei „ein christliches ‚Muss‘, die Not und die Ungerechtigkeit in Ländern der nördlichen und südlichen Sphäre“ anzusprechen und „Wege zur Überwindung zu gehen“, verlangte Zekorn. Der Weihbischof prangerte an, „dass wir reichen Länder im Norden den armen im Sünden ihre Ressourcen, ihr Klima, ihre Arbeitsplätze, ihre Gesundheit und ihre Rechte stehlen.“

Es sei „ein christliches ‚Muss‘, die Not und die Ungerechtigkeit in Ländern der nördlichen und südlichen Sphäre“ anzusprechen und „Wege zur Überwindung zu gehen“, verlangte Zekorn. Der Weihbischof prangerte an, „dass wir reichen Länder im Norden den armen im Sünden ihre Ressourcen, ihr Klima, ihre Arbeitsplätze, ihre Gesundheit und ihre Rechte stehlen.“

Der Heilige Oscar Romero rufe auch auf, die Situation im eigenen Land kritisch zu betrachten, sagte Zekorn. Der Weihbischof wies darauf hin, die Armutsgefährdungsquote steige in Deutschland seit 2006 an, trotz eines Jahrzehnts guter Wirtschaftslage seien zehn Prozent der Bevölkerung so arm, dass sie Hilfe des Staates bräuchten. Christen dürften zudem nicht verschweigen, „dass wir Europäer einfach wegschauen, wenn Flüchtlinge im Mittelmeer ertrinken“, fuhr Weihbischof Zekorn fort, „wir müssen anklagen, dass in unserem Land jedes Jahr mehr als 100.000 Kinder im Mutterleib getötet werden.“

Auch mit Blick auf die Kirche fand Zekorn sehr kritische Worte: „Wir müssen anklagen, dass der sexuelle Missbrauch durch Kleriker und der Umgang der Verantwortlichen und vieler anderer damit das Evangelium in sein Gegenteil verkehrt haben.“ Zudem kritisierte der Weihbischof, die deutsche Kirche engagiere sich inhaltlich und finanziell zu wenig für die südlichen Länder. Wörtlich sagte Zekorn: „Was wir als Bistümer finanziell tun, ist unverständlich bis unverantwortlich.“

Der Weihbischof bezog sich am Ende seiner Predigt auf Haltungen und Prinzipien, die Oscar Romero einst formuliert habe und appellierte dazu, den „Geist der Armut“ einzunehmen und uneigennützig zu sein, sich den „Sinn für Gott“ zu bewahren und eine „lebendige Beziehung zu Jesus Christus“ zu pflegen sowie die „Hoffnung aufgrund von Tod und Auferstehung“ zu verbreiten. Oscar Romero werde als „anstrengender“ Heiliger bezeichnet, „weil er so herausfordernd ist: Wer sich mit ihm beschäftigt, kann eigentlich nicht ruhig sitzen bleiben.“

Martin Wißmann

Bildunterschrift: Eine engagierte Predigt hielt Weihbischof Dr. Stefan Zekorn beim Gottesdienst zum Abschluss der Veranstaltung "Heiliger Oscar Romero" im Franz Hitze Haus.     Bild: Bischöfliche Pressestelle / Martin Wißmann