© Bistum Münster/Thomas Mollen

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11.000 Quadratmeter, sieben Gebäude (vier davon Wohngebäude), 200 Zimmer, 17 Wohngemeinschaften, Gemeinschaftsräume, eine Kapelle – das ist der neue Studierendencampus Tita Cory an der Albert-Schweitzer-Straße in Münster.

Auf christlichem Fundament leben, lernen und reifen

Wie unterstützt das Bistum Münster das Bischöfliche Studierendenwerk (BSW) als Betreiber von insgesamt sechs Studierendenwohnheimen und somit Studierende in Münster? Das soll an dieser Stelle gebündelt, und konkret am Beispiel des neuen Tita-Cory-Campus für Studierende in Münster veranschaulicht werden.

Insgesamt 28,5 Millionen Euro hat das Bistum Münster in die Hand genommen, um gemeinsam mit der Stadt Münster den Tita-Cory-Campus zu bauen. Im Juni 2020 wurde der Grundstein auf dem Gelände an der Albert-Schweitzer-Straße neben dem Overberg-Kolleg gelegt.

Auch der Name des Campus ist ausgeschrieben worden. Im Wettbewerb „Name it!“ hatten Bistum und BSW um Vorschläge gebeten. Aus 50 Einsendungen wählte eine siebenköpfige Jury den Namen „Tita Cory“ aus. Dieser geht zurück auf Corazon Aquino, die 1986 nach dem Ende der Diktatur Ferdinand Marcos' erste Präsidentin der Philippinen wurde und als Vorkämpferin der Demokratie gilt.

„Wir haben uns bewusst für ihren Spitznamen ‚Tita Cory‘, auf Deutsch ‚Tante Cory‘ entschieden, weil er deutlich macht, dass sie sich mit Herz für die Demokratie und ihre Mitmenschen eingesetzt hat. Tita Cory hat in ihrem Wirken die Wissenschaft und insbesondere auch Studierende gefördert“, heißt es in der Begründung der Jury. 

Neben dem studentischen Wohnen ist auf dem Campus Platz für Räume der KSHG und für die Seelsorge des Universitätsklinikums.
Eine eigene Kapelle rundet das Gebäudeensemble ab. 

Wer war Tita Cory?

Maria Corazon Sumolong Cojuangco, bekannt als Corazon Aquino oder auch Tita Cory (Tante Cory) genannt, wird 1933 auf den Philippinen geboren. Sie gilt als eine der wichtigsten Person der philippinischen Demokratiebewegung. 

1954  heiratet sie den Politiker und damaligen Oppositionsführer der Philippinen, Benigno Aquino.

Als dieser 1983 einem Anschlag zum Opfer fällt, der von dem Regime des damaligen Diktators Ferdinand Marcos verübt wird, lehnen sich die Einwohner der Philippinen gegen die Herrschaft des Diktators auf und Tita Cory wurde neue Hoffnungsträgerin der Opposition. Sie übernimmt den Vorsitz des Laban-Bündnisses und tritt im Februar 1986 – unterstützt von der katholischen Kirche – gegen Marcos bei den Wahlen an. 

Danach reklamieren sowohl Tita Cory als auch Marcos den Sieg für sich. 

Die anschließenden wachsenden Unruhen führen dazu, dass sowohl das Militär als auch die USA Marcos die Unterstützung verweigerten. Der Diktator flieht als Konsequenz dieser EDSA-Revolution ins Exil, Tita Cory wird am 25. Februar 1986 Präsidentin der Philippinen. Während ihrer Präsidentschaft wird eine neue Verfassung verabschiedet und eine Agrarreform durchgeführt. Die Pressezensur wird aufgehoben, politische Gefangene werden amnestiert. 

Die großen Probleme des Inselstaates kann Tita Cory aber nicht lösen: Die Wirtschaft erholt sich nur zögernd, eine dringend nötige Bodenreform scheitert am Widerstand der Großgrundbesitzer, Geburtenkontrolle steht in dem tiefkatholischen Land, trotz der sagenhaften Bevölkerungsexplosion, außer Diskussion, bewaffnete Konflikte destabilisieren die politische Lage. 

Bis zu ihrem Amtsende 1992 scheiterten sieben Putschversuche durch Marcos-treue Militärs gegen sie. Nachfolger Tita Corys wurde Fidel Ramos, zu dessen Gunsten sie 1992 auf eine erneute Präsidentschaftskandidatur verzichtete. 

Tita Cory zeichnete sich vor allem durch Volksnähe und Herzlichkeit aus. Sie setzte sich vehement für die Demokratie und ihre Mitmenschen ein.

Mit ihrer Partei „People Power“ (Gungminui-him: Macht der Staatsbürger) ist sie, mit Blick auf die Gerechtigkeit, ein großes Vorbild und setzte sich vor allem für die Anerkennung von Frauen ein.

2009 stirbt Tita Cory nach einer schweren Erkrankung auf den Philippinen.


Autorin: Ines Ringbeck
 

Daten und Fakten zum BSW

Seit wann gibt es das BSW?

Die Bischöfliches Studierendenwerk gGmbH wurde 2015 gegründet.

Wie viele Mitarbeitende hat das BSW?

Das BSW hat 24 hauptamtlich Mitarbeitende in den Bereichen Geschäftsführung, Organisation, Pädagogik, Verwaltung, Haustechnik, Reinigung und Café. Zusätzlich sind im Café Milagro 22 Studierende beschäftigt.

Wie viele Wohnheime betreibt das BSW?

Das BSW betreibt sechs Wohnheime: Collegium Marianum, Fürstin von Gallitzin, Liebfrauenstift, Deutsches Studentenheim, Überwasserhof und Tita-Cory-Campus.

Wie viele Studierende wohnen in den Wohnheimen?

In den Wohnheimen des BSW wohnen ca. 600 Studierende

Wie viel Geld bekommt das BSW insgesamt vom Bistum? Und für was genau?

Das BSW wird in Zukunft voraussichtlich ca. 1,2 Millionen Euro als Zuschuss vom Bistum bekommen. Allerdings muss man berücksichtigen, dass das BSW für die Nutzung der Gebäude auch Mieten an das Bistum zahlt. Im Jahr 2023 werden das ca. 1.037.000 Euro. Als Saldo ergibt sich also eine „reale“ Bistumszuweisung in Höhe von ca. 163.000 Euro.

Man muss aber eigentlich auch noch die weiteren Aufwendungen des Bistums einrechnen, die sich auf die Gebäudeunterhaltung etc. beziehen. 2023 belaufen sich die Aufwendungen für die Bauunterhaltung auf rd. 397.000 EURO. Hinzu kommen auch noch die Abschreibungen auf den Gebäudebestand mit aktuell 178.000 Euro. Kurzfristig werden hier auch noch die Abschreibung für den Tita-Cory-Campus hinzukommen (ca. 475.000 Euro). Wenn man das und weitere Nebenaufwendungen zusammenrechnet, kommt man auf eine jährliche Unterstützung des Bistums Münster an das BSW in der Größenordnung von aktuell 755.000 Euro bis künftig 1,2 Millionen Euro.

Der Zuschuss des Bistums wird insb. für die pädagogische Studienbegleitung (Personalkosten) und als Zuschuss/geringere Mieten für die Bewohner*innen verwendet. Wenn die Bewohner*innen „reale“ Mieten zahlen müssten, lägen die Mieten wahrscheinlich um bis zu 50 Prozent höher als die Preise, die das BSW aktuell verlangt (Beispiel Collegium Marianum, aktuelle Miete 260 Euro/Monat, „real“ bei etwa 390 Euro/Monat für ein Einzelzimmer mit eigenem Bad (Hinweis – ohne Berücksichtigung der aktuellen Preissteigerungen bei den Energiekosten!)

In welcher Preisspanne bewegen sich die Mieten für die Studierenden?

Die Preisspanne bewegt sich von 165 Euro bis 319 Euro in allen Wohnheimen außer dem Überwasserhof. Im Überwasserhof bewegen sich die Mietpreise zwischen 350-600 Euro.

Gibt es ein Motto/Leitbild des BSW?

Ein Motto/Leitsatz ist: Mehr als ein Dach über dem Kopf! Zentrale Aspekte, die das Angebot des BSW abbilden, sind: Wir fördern Gemeinschaft. Wir haben die Einzelnen im Blick. Wir engagieren uns für Vielfalt.

Daten und Fakten zum TCC

Wie hoch sind die Gesamtkosten für den Bau des TCC?

Die Gesamtkosten betragen 28,5 Millionen Euro.

Welche Fördergelder gab es in welcher Höhe und von wem?

Das Land NRW hat den Förderantrag des Bistums in Höhe von 4,1 Millionen Euro genehmigt.

Wie sind die jährlichen laufenden Kosten des TCC geschätzt?

In der Kalkulation für das Jahr 2023 geht das BSW von Aufwendungen für den TCC in Höhe von ca. 930.000 Euro aus. Darin enthalten sind die Mieten an das Bistum in Höhe von ca. 490.000 Euro. 

Fläche und Zimmer des TCC

Der gesamte TCC hat eine brutto Geschossfläche von ca. 7.700 Quadratmetern. Davon entfallen auf das studentische Wohnen (Zimmer + Bäder) ca. 3.700 Quadratmeter. Bei 204 Zimmern ergibt sich eine durchschnittliche Zimmergröße (inkl. Bad) von durchschnittlich 18 Quadratmetern. 
Die restlichen Quadratmeter werden genutzt für Gemeinschaftsräume, von der Verwaltung des BSW, der KSHG sowie für eine Kapelle und die Seelsorge des Universitätsklinikums. 

Fun Facts: Von Kabeln und Klinkern

  • Auf dem TCC wurden 340 Fensterelemente verbaut. 
  • 50 Tische und 280 Stühle wurden angeschafft. 
  • Es wurden ca. 32 Kilometer Datenleitungen, 36 Kilometer Starkstromleitungen und 10,2 Kilometer Heizungsleitungen verlegt.
  • Die Fassade des TCC ist ca. 4.800 Quadratmeter groß und geklinkert. Das sind ungefähr 230.400 Steine. 
     
Generalvikar Dr. Klaus Winterkamp

„Uns ist es ein Anliegen, Studierenden in dieser Stadt als Bistum studentisches Leben zu ermöglichen und ihnen so zukunftsträchtig und nachhaltig eine Wohnung, einen Ort der Begegnung zu geben. Wir freuen uns darauf, dass ab dem Wintersemester 2022/2023 junge Menschen auf dem Tita-Cory-Campus auf einem christlichen Fundament leben, lernen und reifen.“

Dr. Klaus Winterkamp

Generalvikar des Bistums Münster

Modell des Architektenentwurfs des Tita-Cory-Campus
© Architekturbüro Heinle, Wischer und Partner Freie Architekten

Architektenskizze

In einem bundesweiten Architektenwettbewerb hatte dieser Entwurf des Architekturbüros „Heinle, Wischer und Partner Freie Architekten“ aus Köln den Zuschlag bekommen. Insgesamt gab es 20 Einsendungen.

Logo des Bischöflichen Studierendenwerks Münster

Bischöfliches Studierendenwerk

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Markus Hoffmann

„Das Bistum unterstreicht mit dem Bau des Tita-Cory-Campus einen klaren Schwerpunkt für die Studierendenpastoral.“

Markus Hoffmann

Geschäftsführer des Bischöflichen Studierendenwerks

Harald Ruhwinkel

„Das studentische Leben versteht sich nicht als Nebeneinander, sondern als Miteinander.“

Harald Ruhwinkel

Bauabteilung Bistum Münster

Lara Sommerfeld

„Wir haben auf dem TCC die Chance, was ganz Neues aufzubauen und mitzuprägen.“

Lara Sommerfeld

Studentin, erste Bewohnerin des TCC

Nachrichtenarchiv

Kapelle auf Tita-Cory-Campus geweiht

Als einen ausgezeichneten Ort, um Menschen mit der Botschaft Jesu in Berührung zu bringen, hat Münsters Bischof Dr. Felix Genn bei der Altarweihe am 25. November die neue Kapelle auf dem Campus (TCC) beschrieben.

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Tita-Cory-Campus ist „spannendes Pilotprojekt“ für die Seelsorge

Nicht mit einem festen Konzept startet die Seelsorge am Tita Cory Campus, sondern mit dem Vorsatz, die Bedürfnisse und Fähigkeiten der Studierenden einzubeziehen.

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Das Team der UKM-Klinikseelsorge vor dem neuen Standort auf dem Tita-Cory-Campus.

UKM-Klinikseelsorge zieht auf den Tita-Cory-Campus

Am 20. September 2022 ist die UKM-Klinikseelsorge mit ihren Büros vom bisherigen Standort an der Waldeyerstraße auf den neuen Tita-Cory-Campus an der Albert-Schweitzer-Straße gezogen.

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Innenhof des neuen Tita-Cory-Campus in Münster.

Erste Studierende ziehen auf Tita-Cory-Campus ein

Die Nachfrage ist groß: Mehr als 350 Studierende haben sich für die 200 verfügbaren Zimmer auf dem Tita-Cory-Campus, den das Bischöfliche Studierendenwerk Münster jetzt neu betreibt, beworben.

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Die drei Studierenden Matthias Drees, Nele Breuers und Clara Keutgen in dem Musterzimmer, das in einem der Wohnheime auf dem Tita-Cory-Campus eingerichtet ist.

Bau des Tita-Cory-Campus schreitet voran

Der Bau des Tita-Cory-Campus in Münster schreitet voran. Viele der rund 200 Zimmer sollen pünktlich zum Wintersemester 2022/23 bezugsfertig sein.

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