Kolpingjugend plant bistumsweite Aktion ‚Malfreizeit‘ in Münster

Am Samstag, 9. April, wird es in der münsterschen Stubengasse bunt. Dann lädt die Kolpingjugend Diözesanverband Münster, die ihren Sitz in Coesfeld hat, zu Aktionen unter dem Motto ‚Ich mal‘ mir Freizeit! – Malfreizeit‘ auf den Platz in der Innenstadt ein.

Mit einer großen gemeinsamen Malaktionen mit Straßenkreide, zahlreichen Spielen und einem Maskottchen, dem Süßigkeiten verteilenden Candybär, wollen die Aktiven auf ein besonderes Thema aufmerksam machen: mehr Freiräume für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene.

Dicht getaktet ist heute die Zeit der Heranwachsenden. "Junge Menschen haben weniger Freiräume. Schule und Hochschule nehmen immer mehr Platz ein", weiß Christina Huster aus eigener Erfahrung. Sie ist ehrenamtliche Diözesanleiterin der Kolpingjugend und studiert an der Fachhochschule Münster in Steinfurt. Es fehle an Raum und an Zeit, die die jungen Menschen selbst gestalten können.

Um auf dieses Problem aufmerksam zu machen, hat sich der Jugendverband dem ‚Bündnis für Freiräume‘ angeschlossen, einer Initiative des Landesjugendrings Nordrhein-Westfalen. Doch das allein reicht ihnen nicht. "Wir wollen mit Aktivitäten in der Öffentlichkeit auf die Situation der jungen Menschen aufmerksam machen", informiert Benedikt Vollmer, seit 4 Jahren Leiter des Jugendreferats der Kolpingjugend im Bistum Münster. Die Kolpingjugend werde von jungen Menschen getragen, die selbst ständig erfahren, wie wenig Raum, Zeit und Luft für freie Entfaltung bleibt.

Starke Veränderungen hat es in den vergangenen Jahren gegeben. "Der Lernstoff an den Gymnasien mit dem Wechsel zum Abitur nach acht Jahren ist deutlich komprimiert. Der Druck steigt auf die Schülerinnen und Schüler. Sie sind gefordert Bestleistungen zu geben", bestätigt Student Lennart Potthoff, ehrenamtlicher Verantwortlicher des Projektteams, der sein Abitur im neuen so genannten G-8-System gemacht hat. Ähnlich erginge es den Studierenden an den Hochschulen und Universitäten. Es fehle Zeit, um sich zu entfalten, um die Persönlichkeit zu entwickeln und Erfahrungen in Bereichen wie beispielsweise der Jugendarbeit zu machen.

Gemeinsam mit dem ‚Bündnis für Freiräume‘ fordert die Kolpingjugend zum einen eine Entschleunigung. Die Aus- und Weiterbildung junger Menschen müsse sich an den Bedürfnissen der Lernenden orientierten. Junge Menschen bräuchten mehr Zeit, um eigene Erfahrungen zu sammeln und mit anderen jungen Menschen jenseits ihrer Ausbildungsform zusammenzukommen, lautet die zweite Forderung. Und als dritten Aspekt verlangen die Organisatoren des Bündnisses mehr Zeit und Raum für junge Menschen, der ihren Bedürfnissen entspricht und den sie selbst gestalten können. Sie müssten in ihren Ausdrucksformen anerkannt werden.

Die geplante Aktion ‚Malfreizeit‘ ist aus einem offenen Treffen hervorgegangen, bei dem die Mitglieder der Kolpingjugend Ideen gesammelt haben. 190 Vorschläge sind dabei zusammengekommen. "Mit dem Treffen wollten wir unseren Mitgliedern den Freiraum gegeben, selbst Ideen zu entwickeln", sagt Vollmer. Er lädt nun ein, sich von der Kreativität der jungen Menschen zu überzeugen. "Wir möchten auch die Passanten aus ihrem Alltag herausholen und sie animieren, sich mit dem Thema zu beschäftigen", sagt der 30-Jährige. Zuviel will er allerdings nicht verraten, was sich das fünfköpfige Vorbereitungsteam überlegt hat. Davon können sich Interessierte vor Ort überzeugen.

Die Aktion in der Stubengasse in Münster startet am Samstag, 9. April, um 10.30 Uhr und endet um 14.30 Uhr mit einem Gottesdienst in der Jugendkirche ‚effata‘.

Aktuelle Informationen zur Aktion gibt es im Internet unter www.kolpingjugend-ms.desowie bei Facebook unter www.facebook.com/kolpingjugend.ms. Das ‚Bündnis für Freiräume‘ findet sich im Netz unter buendnis-fuer-freiraeume.de.

Bildunterschrift: Junge Menschen brauchen mehr Freiräume. Darauf will der Diözesanverband Münster der Kolpingjugend mit seiner Aktion am Samstag, 9. April, in Münster aufmerksam machen.

Text: Bischöfliche Pressestelle / 25.03.16
Kontakt: Pressestelle[at]bistum-muenster.de