© Bistum Münster

Kontaktabbruch innerhalb der Familie führt zu seelischen Belastungen

, Kreisdekanat Wesel

Auch wenn es im Sprichwort heißt, dass Blut dicker ist als Wasser: Es gibt Familien, in denen die Gräben etwa zwischen Kindern und Eltern oder zwischen Geschwistern so groß werden, dass sie schließlich zu einem vollständigen Kontaktabbruch führen. Für die Betroffenen ist die Situation oft eine schwere seelische Belastung, wie Natalie Neumann und Barbara Werheid von der Ehe-, Familien- und Lebensberatung (EFL) in Dinslaken betonen. Gemeinsam laden sie Betroffene zu einem vierstündigen Workshop mit dem Titel „Funkstille – Wenn Familienangehörige den Kontakt abbrechen“ ein.

Die Situationen, in denen es zur „Funkstille“ kommt, seien sehr individuell und unterscheiden sich teils deutlich, sagen die Beraterinnen. „Teils gibt es überhaupt keinen Kontakt mehr, es kann aber auch dazu kommen, dass zum Beispiel die Enkelkinder noch die Großeltern besuchen, die aber mit ihren Kindern nichts mehr zu tun haben wollen. Oder es gibt nur noch Verbindungen zu einem Elternteil“, erklärt Barbara Werheid. Gemeinsam hätten fast alle Fälle, dass dem Bruch eine lange Zeit der seelischen Verletzungen vorausgegangen ist. „Es ist wie bei einem Bruch innerhalb einer Partnerschaft“, erläutert Natalie Neumann, „die Person, die die die Trennung ausspricht, hat sich mit der Situation meist schon lange und intensiv auseinandergesetzt, während die andere oft überrascht wird.“

Bei dem vierstündigen Workshop, an dem maximal zehn Personen teilnehmen können, gehe es nicht darum, eine Lösung oder Heilung zu finden. „Das ist in so kurzer Zeit kaum möglich“, sagt Barbara Werheid. Aber er könne helfen, den eigenen Blickwinkel zu ändern und so einen Ansatz zu finden, mit der belastenden Situation besser zurecht zu kommen. Daher ist den Leiterinnen daran gelegen, dass sowohl Menschen, die aktiv den Kontakt abgebrochen haben, teilnehmen als auch solche, die mit dem Kontaktabbruch konfrontiert wurden. Im Anschluss an den Workshop bestehe bei Bedarf die Möglichkeit, den Konflikt in einer persönlichen Beratung weiter aufzuarbeiten. Am Ende müsse dabei nicht unbedingt die Überwindung der „Funkstille“ stehen, obwohl es auch dazu kommen könne. „Es geht darum, die Verletzung zu verstehen und die Situation gegebenenfalls zu akzeptieren. Dann kann es sein, dass die Verletzung zwar bleibt, die offene Wunde aber geheilt wird“, sagt Natalie Neumann.

Die Teilnahme an dem Workshop ist kostenlos, sie steht wie - alle Angebote der EFL - Erwachsenen unabhängig von ihrer Konfession oder sexuellen Orientierung offen. Beginn des vierstündigen Workshops in Dinslaken ist am Samstag, 10, Oktober, um 10 Uhr. Anmeldeschluss ist Freitag, 18. September, die Anmeldung ist schriftlich möglich unter der Mailadresse efl-dinslaken[at]bistum-muenster.de oder telefonisch unter 02064 58645.

Christian Breuer