Kossen als Ständiger Vertreter des Bischöflichen Offizials verabschiedet

Mit stehenden Ovationen ist am 7. Dezember Prälat Peter Kossen, Ständiger Vertreter des Bischöflichen Offizials, im St. Antoniushaus in Vechta aus seinem Amt verabschiedet worden.

Unter den knapp sechzig Gästen – Wegfährten aus fünf Jahren im niedersächsischen Teil des Bistums Münster – waren neben Bischof Dr. Felix Genn Vertreter der Seelsorger, der kirchlichen Verbände und Gremien, Benediktinerinnen aus Dinklage, Vorsitzende der Mitarbeitervertretungen von Caritas und Offizialat und der Bischofsrat. Gekommen waren auch Repräsentanten der Gewerkschaften und Politik, des Heimatbundes, der oldenburgischen Landschaft und der Medien. „In unserem Kreis bildet sich die Vielschichtigkeit und Bedeutung der kirchlichen, politischen und gesellschaftspolitischen Wirklichkeit des Oldenburger Landes ab“, sagte Offizialatsrat Bernd Winter, Kossens Nachfolger, „Ihr Erscheinen zeigt die hohe Wertschätzung, die Prälat Kossen immer entgegengebracht worden ist.“

Nach der Vesper in der Hauskapelle mit Bischof Genn hatte sich Kossen einen Bericht über die Caritas im Oldenburger Land gewünscht. Diese Aufgabe übernahm deren Öffentlichkeitsreferent Dietmar Kattinger. Die Caritas stehe in einem harten Wettbewerb mit anderen Anbietern. Um am Markt zu bestehen, müssten kirchliche Häuser ihr Markenzeichen definieren. „Eine Caritas-Einrichtung ist dann eine kirchliche Einrichtung, wenn sie dem Gesamtauftrag der Kirche folgt und den Menschen den Zugang zum Reich Gottes eröffnet“, sagte Kattinger. Die Menschen am Rande und die, denen es schlecht gehe, seien die Nagelprobe für jeden Christen und die Kirche. „Sie haben uns gezeigt, wie Kirche gehen kann“, sprach er Kossen direkt an, „oft genug hat man in Ihrer Gegenwart eine Ahnung vom Reich Gottes.“ Als Beleg führte Kattinger einen Ausspruch von Dietrich Bonhoeffer an, den Kossen bei seinem sozialen Engagement immer wieder zitiert hat: „Es kann Situationen geben, in denen es unsere Pflicht ist, nicht nur die Opfer unter dem Rad zu verbinden, sondern dem Rad selbst in die Speichen zu fallen.“ Für diese Haltung seien viele Menschen Kossen dankbar. „Sie haben mit dazu beigetragen, dass viele den Satz des 1935 aus Deutschland ausgewiesenen Jesuiten Mario von Galli sagen konnten: Kirche, was bist Du schön“, schloss Kattinger.

„Wir können dankbar sein für den Dienst, den Prälat Kossen hier geleistet hat“, sagte auch Bischof Genn. Er würdigte Kossens Einsatz für die Ausgegrenzten und Schwachen im Oldenburger Land. Vor fünf Jahren habe er ihn auf Bitten des damaligen Weihbischofs und Offizials Heinrich Timmerevers als dessen Ständigen Vertreter nach Vechta entsandt. „Dort sind Sie durch Ihre Sensibilität auf das Feld gestoßen, dass Sie so bekannt gemacht hat“, führte Genn aus. Er dankte Kossen, dass er alle damit verbunden Spannungen ausgehalten habe. Jetzt aber habe er seinem Wunsch entsprochen, wieder in die Seelsorge wechseln zu können. Für sein neues Pfarrhaus in Lengerich überreichte ihm Genn ein Fensterbild, das die vier Schlagworte des auch von Kossen mit erarbeiteten Offizialats-Leitbildes darstellt: Menschen dienen, Christen stärken, Welt gestalten, Kirche bauen.

Seinerseits dankte Kossen allen in bewegenden Worten für die gute Zusammenarbeit. „Auch nach fünf Jahren bin ich jeden Tag noch ehrlich beeindruckt davon, wie viele gute Leute wir im Offizialat und im Landes-Caritasverband haben“, sagte er.

Besonders bedankte er sich bei Bischof Felix für das Vertrauen, das dieser ihm immer entgegen gebracht habe und das ihn jetzt wieder in die Seelsorge nach Lengerich führe, sowie bei dem heutigen Dresdner Bischof Timmerevers, dessen Gastfreundschaft er immer wieder erfahre habe und mit dem er den Dienst in stürmischen und ruhigen Zeiten geteilt habe.

Kossen schloss mit einigen Anmerkungen zu seinem Einsatz für Menschenwürde in der Arbeitswelt, wobei ihm zwischendurch die Stimme wegblieb: „Ich hätte viel lauter, viel häufiger und viel deutlicher die skandalöse Menschenschinderei anprangern müssen. Die Not der Menschen und das Unrecht ihrer Ausbeutung hätten es erfordert. Gott segne unser Gelingen und unser Scheitern und er segne die Menschen im Oldenburger Land.“

Bildunterschriften: Bischof Dr. Felix Genn und Offizialatsrat Bernd Winter übergeben Prälat Peter Kossen das Fensterbild für sein Pfarrhaus in Lengerich.

Text: Bischöfliche Pressestelle / 08.12.16
Kontakt: Pressestelle[at]bistum-muenster.de
Foto: Dr. Ludger Heuer