Kreiskomitee der Katholiken fordert Einwanderungsgesetz

Die Politik muss ein Gesetz für die Einwanderung von Menschen nach Deutschland schaffen. Diese Forderung hat das Kreiskomitee der Katholiken am 6. April im Gespräch mit Landrat Dr. Klaus Effing und dem Sozialdezernenten des Kreises Steinfurt, Tilman Fuchs, gestellt.

Bei dem regelmäßigen Austausch zwischen Vertretern der Kreisverwaltung und dem Zusammenschluss katholischer Verbände war die Situation der Flüchtlinge einmal mehr ein wichtiges Gesprächsthema.

Kreisdechant Markus Dördelmann mahnte an, dass Hoffnungen und Bedingungen entstünden, je länger die Menschen bleiben dürften: "Neben der Möglichkeit auf Asyl muss es eine Alternative geben, die einen Verbleib in Deutschland erlaubt." Denn, so gab er zu bedenken: "Die Wirtschaft braucht die Arbeitskräfte."

Nicht selten, ergänzte Ansgar Kaul, Vorsitzender des Kreiskomitees, seien Abschiebungen menschlich nicht nachvollziehbar: "Wir müssen Regelungen finden, die den Flüchtlingen und unserem Land gerecht werden." Die bereits vor Wochen vom Kreiskomitee erhobene Forderung eines Abschiebestopps nach Afghanistan wiederholte Kaul: "Die Situation dort kann niemand von uns wirklich einschätzen."

Dem stimmten Effing und Fuchs zu, baten jedoch um Verständnis: "Als Behörde entscheiden wir nicht selbst, sondern führen lediglich aus." Für die Mitarbeiter der Verwaltung sei dies sicher nicht immer leicht.
Um die Integration Asylsuchender zu erleichtern, hat der Kreis Steinfurt ein Konzept erstellt. "Darin sind Maßnahmen und Projekte definiert", erläuterte Effing das umfangreiche Papier, das eine Art Werkzeugkasten für die Kommunen sein soll: "Denn die Integrationsarbeit wird vor Ort mit Hilfe vieler Ehrenamtlicher geleistet." Insgesamt zeigte sich der Landrat zufrieden mit der Situation, die sich inzwischen eingespielt habe. Auch die Unterbringung der Flüchtlinge sei kein Problem mehr.

Schon jetzt machte Urs Middendorf vom Kreiskomitee auf eine Veranstaltung im Vorfeld der Bundestagswahl aufmerksam. Am Samstag, 2. September, wird es einen Informationstag im Basilika-Forum in Rheine geben. Dabei informieren Fachleute über Themen wie Arbeit, Inklusion, Mobilität, Sicherheit und gesundheitliche Versorgung. In Kleingruppen sollen die Wahlaussagen der Parteien analysiert und verglichen werden. Zuvor sind Impulsreferate geplant. "Wir wollen mit diesem Angebot christliche Verantwortung übernehmen und einen Beitrag zur politischen Bildung leisten", erklärte Middendorf. Sowohl Landrat Effing als auch Fuchs sagten den Organisatoren ihre Unterstützung für diesen Tag zu.

Unterstützung war ein gutes Stichwort. Sozialdezernent Fuchs bot für den Katholikentag 2018 in Münster die Hilfe des Kreises Steinfurt an: "Wo und wann immer wir etwas tun können, melden Sie sich bei uns." Darauf, versicherte das Kreiskomitee der Katholiken, werde man bestimmt zurückkommen.

Bildunterschrift: Die Flüchtlingssituation war ein wichtiges Thema beim Treffen des Kreiskomitees der Katholiken (Josef Finke, Geschäftsführer Matthias Kaiser, Ansgar Kaul, Petra Schräder, Markus Dördelmann, Burkhard Baumann und Josef Mersch) mit Dr. Klaus Effing (4. von links) und Tilman Fuchs (5. von links).

Text: Bischöfliche Pressestelle / 07.04.17
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