Unter dem Slogan „Dank Dir!“ bedankt sich das Bistum gemeinsam mit der Caritas bei den mehr als 100.000 Mitarbeitenden in der Diözese. Gleichzeitig wirbt die Kampagne um neue Mitarbeitende für kirchliche Berufe. Mendels Gesicht wird dabei in den kommenden Wochen auf Großflächenplakaten und in Social-Media-Anzeigen zu sehen sein.
Nach dem Abitur studierte der gebürtige Dortmunder Soziologie und Englisch an der Universität Bochum. Eigentlich habe er sich eher in Richtung Eventmanagement orientieren wollen, schaut er zurück. Praktika im Kulturbereich und ein Auslandsaufenthalt in Edinburgh brachten schließlich die Wende. Dort war er in einem Jugendzentrum – und merkte schnell, „dass es echt Spaß macht, mit Kindern und Jugendlichen zu arbeiten“.
Es folgte der Master of Education, das Referendariat am Gymnasium und schließlich eher zufällig der Einstieg an der bischöflichen Realschule in Warendorf. Seine Frau, auch Lehrerin, hatte ihn auf die Schule aufmerksam gemacht. Eigentlich wollte Mendel nur für ein halbes Jahr als Vertretungslehrkraft bleiben. Doch daraus wurden viele Jahre.
Rituale prägen Atmosphäre
„Es ist einfach eine tolle, kleinere Schule, an der man alle Schülerinnen und Schüler kennt“, sagt er. Mendel wohnt in Everswinkel und hat seine ursprünglichen Unterrichtsfächer inzwischen um Informatik und Technik erweitert. Gerade diese Mischung mache seinen Beruf besonders abwechslungsreich: „Man hat viel für den Kopf, aber auch viel Praktisches.“
Besonders schätzt der Lehrer das Miteinander an der Schule. Rituale wie Gottesdienste, Morgengebete oder gemeinsame Aktionen würden die Atmosphäre prägen. „Es ist schwer zu beschreiben, aber es gibt einfach einen besonderen Vibe“, sagt er. Dabei gehe es nicht nur um Leistung, sondern darum, jede Schülerin und jeden Schüler mit den eigenen Stärken wahrzunehmen. „Auch Kinder, die sich im Unterricht vielleicht weniger beteiligen, blühen bei Projekten oder Gottesdiensten manchmal total auf“, beschreibt er.
Für ihn sei Wertschätzung deshalb ein zentraler Bestandteil des Schulalltags. Ein Gedanke aus einer Fortbildung für neue Lehrkräfte sei ihm besonders im Gedächtnis geblieben: „Jeder Mensch ist ein Geschenk – mit allen Stärken und Schwächen.“
Zum ersten Mal professionell geschminkt
Dass der Lehrerberuf auch anstrengend sein kann, verschweigt Mendel nicht. Die Anforderungen seien deutlich gestiegen. Trotzdem gebe es immer wieder diese kleinen Momente, die ihn motivierten. „Manchmal denkt man morgens: Das schaffe ich heute nicht. Und am Ende geht man nach Hause und denkt: Das war doch ein richtig guter Tag.“
Bei der Arbeitgeberkampagne mitzumachen, sei für ihn zunächst ungewohnt gewesen. „Ich dachte, wir machen ein paar Fotos und das war’s“, erzählt er. Nervös sei er beim Fotoshooting gewesen – nicht zuletzt, weil er zum ersten Mal professionell geschminkt wurde. Mit seiner Teilnahme möchte Mendel zeigen, dass kirchliche Schulen moderner und offener sind, als viele vielleicht vermuten.
Gerade deshalb hält er die Kampagne für wichtig. Viele hätten kirchliche Arbeitgeber gar nicht auf dem Schirm oder verbänden damit bestimmte Klischees. „Traut euch“, sagt Mendel: „Auch katholische Schulen sind ein richtig toller Arbeitsort.“
Ann-Christin Ladermann

