Der Countdown läuft für Leonie Himker. Am Montag, 20. Juli, beginnt für die 18-Jährige aus Coesfeld ein ganz neues Kapitel. Vom Flughafen Düsseldorf aus geht es für sie in das mehr als 7.000 Kilometer entfernte Sumbawanga im Südwesten Tansanias. Dort wird sie gemeinsam mit dem Münsteraner Dillon Murphy für ein Jahr als Freiwillige leben und arbeiten. Unterstützt wird ihr Einsatz durch das weltwärts-Programm und das Bistum Münster.
Die Vorfreude und die Aufregung sind groß. In Sumbawanga werden die beiden Freiwilligen in einem Waisenhaus und an einer Berufsschule mitarbeiten. Wie sie ihr Jahr genau gestalten, können sie vor Ort weitgehend selbst entscheiden. „Wir haben viel Freiraum, wie wir diese Zeit nutzen und welchen Schwerpunkt wir setzen“, erklärt Himker.
Für die Coesfelderin passt das Projekt perfekt zu ihren Zukunftsplänen. Gerade erst hat sie ihr Fachabitur im Bereich Gesundheit und Soziales am Bischöflichen Berufskolleg Liebfrauenschule abgeschlossen. Während ihrer Schulzeit hat sie ein Jahrespraktikum in einer Kindertagesstätte absolviert. Nach ihrer Rückkehr möchte sie eine Ausbildung zur Erzieherin beginnen. „Deshalb freue ich mich besonders auf den Einsatz mit den jüngeren Kindern im Waisenhaus“, sagt sie.
Lenonie Himker aus Coesfeld macht sich auf den Weg nach Tansania, um dort über das Bistum Münster einen Freiwilligendienst in Sumbawanga zu absolvieren.
Schon früh spielte sie mit dem Gedanken, nach dem Schulabschluss ins Ausland zu gehen. Zunächst hatte sie dabei eher klassische Ziele wie Neuseeland oder die USA vor Augen. Der entscheidende Impuls kam schließlich bei einem Zukunftstag an ihrer Schule. Dort berichtete ein ehemaliger Freiwilliger von seinem Einsatz in Mexiko. „Als Jonas von seiner Zeit erzählt hat, habe ich seine Begeisterung gespürt“, erinnert sich Himker. „Da wusste ich: So etwas möchte ich auch erleben.“ Die Vorstellung, andere Menschen, Kulturen und eine neue Sprache kennenzulernen, habe sie sofort fasziniert.
Umso größer war die Freude, als einige Monate später die Zusage für den Freiwilligendienst eintraf. Gemeinsam mit 16 weiteren Freiwilligen hat sie zwei Vorbereitungsseminare absolviert. „Das war anstrengend, weil es viele Inhalte gab, aber es hat viel Spaß gemacht“, berichtet sie. Besonders wertvoll seien die Erfahrungen ehemaliger Freiwilliger gewesen. Ursprünglich habe sie sich eher Einsätze in der Dominikanischen Republik oder in Mexiko vorstellen können. Doch schließlich überzeugte sie das Projekt in Tansania am meisten.
Mittlerweile fühlt sich die 18-Jährige gut vorbereitet. Sogar mit dem Erlernen von Kiswahili hat sie begonnen. „Ich lerne über eine Sprach-App“, erzählt sie. Nach ihrer Ankunft wartet außerdem ein zweiwöchiger Intensivkurs in Iringa auf die beiden Freiwilligen, der später online fortgeführt wird.
Zuhause stehen noch die letzten Vorbereitungen an. Vor allem der Koffer muss gepackt werden. Einige Dinge stehen dabei schon fest. „Auf jeden Fall nehme ich Schokolade mit“, sagt Himker und lacht. „Ich liebe Schokolade und sie soll in Tansania sehr teuer sein.“ Mit ins Gepäck kommt außerdem ein ganz besonderer Begleiter: das Maskottchen ihrer Freundesgruppe. „Es ist ein Dino. Wir haben alle denselben Dino in unterschiedlichen Farben. Er verbindet uns.“
Auch an den Sonnenschutz denkt sie. „Ich brauche einen sehr hohen Lichtschutzfaktor, weil ich sehr empfindlich bin“, erklärt sie. Besonders wichtig ist ihr zudem eine Leinwand für ihr Zimmer, auf der sie Fotos von Familie und Freunden befestigen möchte. Zwischen den Erinnerungen wird sich auch ein Bild mit einer ihrer großen Idole befinden: Fußballerin Alex Popp. „Ich habe sie schon mehrmals getroffen. Ich bin ein großer Fan des Frauenfußballs, auch wenn ich selbst Handball gespielt habe“, erzählt sie.
Bei aller Vorfreude weiß Leonie Himker, dass auch der Abschied nicht ganz leicht wird. Zum ersten Mal wird sie ihr Zuhause für einen so langen Zeitraum verlassen. „Ich glaube, meinem 15-jährigen Bruder fällt der Abschied schwerer als meinen Eltern“, sagt sie schmunzelnd. Gleichzeitig gibt es bereits Pläne für ein Wiedersehen: Die Familie überlegt, sie im kommenden Frühjahr in Tansania zu besuchen.