Leonie Pöpping startet Masterstudiengang

, Kreisdekanat Borken

Sie möchte anderen zur Seite stehen, sie in schwierigen Lebenssituationen unterstützen. Leonie Pöpping hat schon im Studium gemerkt, dass sie genau das beruflich erfüllt: „Am liebsten bin ich in der Beratung.“ Und deshalb hängt die 27-Jährige an ihren bevorstehenden Master in Erziehungswissenschaften ab September gleich noch einen weiteren Masterabschluss an. Die Klein-Rekenerin startet mit einem weiterbildenden vierjährigen Masterstudiengang zur zertifizierten EFL-Beraterin, den die Ehe-, Familien- und Lebensberatung des Bistums Münster mit der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen (katho) anbietet.

Leonie Pöpping

© Bistum Münster

In Bergkamen im Ruhrgebiet aufgewachsen, studierte Leonie Pöpping nach dem Abitur Erziehungswissenschaften in Münster: „Nebenbei habe ich immer gearbeitet.“ Die junge Frau beschränkte sich nie nur auf die Theorie: „Ich mag lieber den Kontakt mit Menschen.“ 

Bei der Lebenshilfe, in der Kinder- und Jugendpsychiatrie des Universitätsklinikums Münster (UKM) und zuletzt in der Familienpraxis in Dorsten sammelte sie reichlich praktische Erfahrungen. Zudem machte Leonie Pöpping 2024 eine Ausbildung zur Telefonseelsorgerin. „Spätestens in dieser Zeit wurde mir klar, dass das genau mein Ding ist.“ Durch Zufall lernte sie während der Qualifizierung jemanden aus dem Teilnehmendenkreis kennen, der bei der Ehe-, Familien- und Lebensberatung (EFL) des Bistums Münster tätig war. Sie kamen ins Gespräch. Kurz darauf bewarb sie sich für einen Studienplatz – eigentlich zu spät, denn die Frist war bereits abgelaufen. „Ich hatte totales Glück“, sagt Leonie Pöpping und freut sich über die Zusage im Nachrückverfahren. Gespannt ist sie auf ihre Mitstudierenden, von denen sie momentan noch keinen kennt: „Ich weiß nur, dass alle ganz unterschiedliche Expertisen mitbringen und wir ein multiprofessionelles Berufsfeld abbilden.“

Neben den theoretischen Modulen ist das Studium in weiten Teilen sehr praxisorientiert angelegt: „Bereits im ersten Semester hospitieren wir in einer EFL-Beratungsstelle.“ Leonie Pöpping ist dem Standort in Borken zugeteilt. Im zweiten Jahr sollen die Studierenden schon selbst Beratungen übernehmen, die begleitet werden durch Supervisionen. 

Mit dem Master of Counseling, der europaweit den allgemeinen Studienbedingungen eines Masterstudiengangs mit anschließender Promotionsmöglichkeit entspricht, möchte sie ihre Kompetenzen erweitern, um mit Ratsuchenden Lösungen für schwierige Lebensphasen zu erarbeiten. „Ich möchte etwas bewegen können“, formuliert sie eine für sie wichtige Motivation. Das sei, so ihre Erfahrung, einfacher, wenn die Menschen freiwillig und aus eigenem Antrieb Hilfe in Anspruch nehmen. 

Durch ihre beruflichen Stationen hat sie sich ein Lebensmotto erarbeitet: „Ich akzeptiere jeden Menschen – und trotzdem kann ich sein Verhalten nicht gut finden und dies kritisieren.“ Niemand könne die Gefühlswelt eines anderen wirklich nachempfinden: „Für die jeweilige Person ist ihr Empfinden real.“ Dies gelte es anzunehmen. Auch, „wenn es manchmal schwerfällt“, wie Leonie Pöpping zugibt. Es fasziniert sie, herauszufinden, warum jemand so ist, wie er ist. Mit ihrem schon vorhandenen und dem neu zu gewinnenden Wissen kann sie sich gut vorstellen, in einer der EFL-Beratungsstellen zu arbeiten: „Mit diesem Zusatzstudium richtet sich mein Blick auf künftige berufliche Perspektiven.“

Gudrun Niewöhner