
Die Figur des heiligen Liborius im münsterischen St.-Paulus-Dom hat ihren Bischofsstab zurück – ein sichtbares Zeichen dafür, dass der Bischofsstuhl wieder besetzt ist. Domküster Maximilian Fölix nahm den Stab von Bischof Heiner Wilmer entgegen und setzte ihn ein.
© Bistum MünsterDieser besondere Brauch besteht im Bistum Münster seit dem 17. Jahrhundert. Die Liborius-Figur ist eine Schenkung des Erzbistums Paderborn. Der heilige Liborius ist der Paderborner Bistumspatron. Vom Dreißigjährigen Krieg (1618 bis 1648) war Paderborn mehrfach sehr stark betroffen. So entschied man sich, den Schrein mit den Reliquien des heiligen Liborius zur Sicherheit nach Münster in den St.-Paulus-Dom zu bringen.
In Münster fanden zu dieser Zeit die Verhandlungen zum späteren Westfälischen Frieden (1648) statt. Als der Frieden geschlossen war, gingen die Reliquien zurück nach Paderborn. Zum Dank stifteten die Paderborner später die Statue des heiligen Liborius, die sich bis heute im St.-Paulus-Dom befindet. Und sie hat die schon erwähnte Besonderheit: Ihren Bischofsstab kann man abnehmen. Immer, wenn Münster keinen Bischof hat, verschwindet auch der Stab. Und erst mit dem neuen Bischof erhält ihn die Heiligen-Statue zurück. So wie jetzt.
Gudrun Niewöhner
