Liborius hat seinen Bischofsstab zurück

, Bistum Münster

Das Bistum Münster hat einen neuen Bischof – und damit ist die Zeit der Sedisvakanz vorbei. Als sichtbares Zeichen dafür, dass der Bischofsstuhl wieder besetzt ist, hat die Figur des heiligen Liborius im münsterischen St.-Paulus-Dom in einer Eucharistiefeier am 29. Juni, dem Hochfest Peter und Paul, den historischen Bischofsstab zurückbekommen. Seit dem Amtsverzicht von Münsters emeritiertem Bischof Dr. Felix Genn im März vergangenen Jahres fehlte dieser. Im Gottesdienst am 21. Juni zur Einführung von Bischof Dr. Heiner Wilmer hatte sein Vorgänger ihm den Stab, der jetzt wieder an seinem Platz im Dom ist, symbolisch überreicht.

Die Figur des heiligen Liborius im münsterischen St.-Paulus-Dom hat ihren Bischofsstab zurück – ein sichtbares Zeichen dafür, dass der Bischofsstuhl wieder besetzt ist. Domküster Maximilian Fölix nahm den Stab von Bischof Heiner Wilmer entgegen und setzte ihn ein.

© Bistum Münster

Dieser besondere Brauch besteht im Bistum Münster seit dem 17. Jahrhundert. Die Liborius-Figur ist eine Schenkung des Erzbistums Paderborn. Der heilige Liborius ist der Paderborner Bistumspatron. Vom Dreißigjährigen Krieg (1618 bis 1648) war Paderborn mehrfach sehr stark betroffen. So entschied man sich, den Schrein mit den Reliquien des heiligen Liborius zur Sicherheit nach Münster in den St.-Paulus-Dom zu bringen. 

In Münster fanden zu dieser Zeit die Verhandlungen zum späteren Westfälischen Frieden (1648) statt. Als der Frieden geschlossen war, gingen die Reliquien zurück nach Paderborn. Zum Dank stifteten die Paderborner später die Statue des heiligen Liborius, die sich bis heute im St.-Paulus-Dom befindet. Und sie hat die schon erwähnte Besonderheit: Ihren Bischofsstab kann man abnehmen. Immer, wenn Münster keinen Bischof hat, verschwindet auch der Stab. Und erst mit dem neuen Bischof erhält ihn die Heiligen-Statue zurück. So wie jetzt.

Gudrun Niewöhner