© Bischöfliche Pressestelle/Ann-Christin Ladermann

Liturgische Öle geweiht

, Stadtdekanat Münster

„Im Mittelpunkt unseres Handelns und Verkündens als Kirche muss Jesus Christus stehen“: Das hat Dr. Antonius Hamers, Diözesanadministrator des Bistums Münster, am 30. März bei der jährliche Chrisam-Messe im St.-Paulus-Dom Münster betont. Deren Zelebrant war Weihbischof Wilfried Theising.

Gemeindevertreterinnen und -vertreter übergaben Weihbischof Wilfried Theising die Öle zur Weihe.

Gemeindevertreterinnen und -vertreter übergaben Weihbischof Wilfried Theising die Öle zur Weihe.

© Bischöfliche Pressestelle/Ann-Christin Ladermann

Im Mittelpunkt stand die Weihe der liturgischen Öle für die Spendung der Sakramente. Diese findet immer am Beginn der Karwoche statt. Vertreterinnen und Vertreter vieler Pfarreien aus dem ganzen Bistum Münster nahmen an der Chrisam-Messe teil, um danach die Öle in ihre Gemeinden mitzunehmen. Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Messe war traditionsgemäß die Erneuerung ihres Weiheversprechens durch die anwesenden Priester. 

Geweiht wurden das Katechumenen-Öl, mit dem Erwachsene gesalbt und so als Taufbewerber zugelassen werden, das Öl für die Krankensalbung sowie das Chrisam für Taufen, Firmungen, Priester- und Bischofsweihen. Zur Weihe brachten Gläubige aus verschiedenen Regionen des Bistums die Öle. Ebenso standen Priester aus den Bistumsregionen mit Theising der Eucharistiefeier vor. 

In seiner Predigt warnte Diözesanadministrator Hamers angelehnt an eine Äußerung des kürzlich verstorbenen Philosophen Jürgen Habermas vor einem ausschließlich diesseitigen Religionsverständnis. „Religion muss für den Verweis auf etwas Höheres stehen“, forderte Hamers. Sie dürfe und solle auch Lebensweisheiten und Lebenshilfe verbreiten, aber sich nicht darauf beschränken. „Ein Christentum, das sich nicht auf Gott und Jesus Christus bezieht, gibt sich auf und macht sich überflüssig“, sagte Hamers. Wenn die Kirche sich rein auf gesellschaftliche Fragen konzentriere, verrate sie ihre Sendung. 

Diese Sendung stehe in der Liturgie der Chrisam-Messe im Mittelpunkt. Denn die Sakramente, für die die heiligen Öle genutzt werden, „sind uns als Instrumente der Beziehung zu Gott anvertraut“, sie seien „Bausteine der Nähe Gottes“. Alles, was die Kirche tue und verkündige, müsse in ihnen seinen Grund haben. Die heiligen Öle seien insofern Ausdruck des Heilsdienstes der Kirche. Abschließend dankte Hamers den Seelsorgerinnen und Seelsorger sowie allen Gemeindevertretern für ihren Einsatz. 

Die Weihe der Öle nahm Weihbischof Theising vor. Anschließend holten sich die Gemeindevertreter ihre Anteile daran ab. Musikalisch gestalteten die Capella Ludgeriana, Midori Goto und Adrian Kowolik an den Violinen sowie Domorganist Thomas Schmitz unter Gesamtleitung von Domkapellmeister Alexander Lauer die Messe.

Text: Anke Lucht
Fotos: Bischöfliche Pressestelle/Ann-Christin Ladermann - Dechanten aus verschiedenen Regionen des Bistums nahmen an der Weihe der liturgischen Öle mit Weihbischof Wilfried Theising teil.