Messe zu Überreichung der Vorläufigen Kirchlichen Unterrichtserlaubnis

,Gottes Geist macht frei‘: Das stand nicht nur als Leitwort über dem Gottesdienst zur Verleihung der Vorläufigen Kirchlichen Unterrichtserlaubnis (VKU) für den Vorbereitungsdienst am 26. Oktober in der Petrikirche in Münster, sondern dazu erhielten die Gottesdienstteilnehmer auch zahlreiche Impulse in der Messfeier.

In deren Rahmen erhielten insgesamt 54 angehende Religionslehrerinnen und –lehrer die VKU. Deren Vergabe ist nötig, weil für den katholischen Religionsunterricht gleichermaßen das Land Nordrhein-Westfalen und das jeweilige Bistum verantwortlich sind. Religionslehrkräfte handeln im Namen beider Institutionen. Daher reicht das Studium der Katholischen Theologie nicht aus, um Religion zu unterrichten. Vielmehr ist für Referendarinnen und Referendare zusätzlich die VKU erforderlich. Nach dem Referendariat erhalten sie dann die Beauftragung für das Berufsleben als Religionslehrerkraft, die Missio canonica.

Die angehenden Lehrerinnen und Lehrer erhielten die von Bischof Dr. Felix Genn verliehene VKU aus den Händen von Geistlicher Rat Clemens Lübbers, Leiter der Abteilung Schulpastoral im Bischöflichen Generalvikariat. Er feierte auch den Gottesdienst, gemeinsam mit Diakon Johannes Gröger und Pastoralreferent Jochen Hesper vom Mentorat für Lehramtsstudierende der Katholischen Religionslehre an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Mit ihnen feierten rund 100 Angehörige und Freunde.

In der Predigt ging Lübbers auf den Text der zuvor gehörten Lesung ein. Darin spreche der Apostel Paulus Menschen an, die Erfahrung mit Gottes Geist gemacht hätten. "Er erinnert sie daran, was Gottes Geist bei Menschen tut: Er macht sie zu Kindern Gottes; er verändert ihr Beten; er verändert ihr Handeln", sagte Lübbers.

Der Ausspruch von den "Kindern Gottes" sei so abgenutzt, dass er wirke wie ein Reifen ohne Profil, der "uns nicht mehr in den Kurven des Lebens" halte. Es müsse also Profil her, wenn man von der Kindschaft Gottes spreche. Das Alte Testament gehe sparsam mit der Bezeichnung "Kind Gottes" um. Nur in einer Verheißung an David, die zugleich schon auf Jesus Christus verweise, sei davon die Rede. Die Behauptung aber, Sohn und damit Kind Gottes zu sein, sei nichts Romantisches, sondern sei zur Begründung für das Todesurteil über Jesus geworden.

Paulus hingegen stelle die Kindschaft Gottes als Berufung dar. "Leben Sie diese Zusage, leben Sie aus dieser Zusage", riet Lübbers den angehenden Religionslehrkräften; "dann können Sie auch Profil zeigen – in diesem großen, vielfältigen, manchmal auch undurchschaubaren System Schule." Zugleich könnten sie so den Kindern und Jugendlichen sowie den Kolleginnen und Kollegen zeigen, dass auch sie "Kinder Gottes sind, ausgestattet mit einer kostbaren Würde."

Gottes Geist ändere aber auch das Beten, fuhr Lübbers fort. Wer als Kind Gottes zu ihm bete, tue dies so, wie ein Kleinkind etwas von seinen Eltern erbitte: in der Sicherheit, gehört zu werden und in der Gewissheit, dass die Eltern gut für es sorgen. "So ist Beten im Geist Gottes: persönliches Reden, nicht allgemeines", sagte Lübbers, "das klingt nicht immer geschliffen und bis ins Kleinste zu Ende gedacht. Wer kindlich betet, der betet auch maßlos, übertrieben und sogar falsch." Das aber sei nicht schlimm, denn "es wird Gott nicht langweilig, wenn wir ihm unser Herz ausschütten, so lange es ehrlich und von Herzen kommt." Auch Eltern erfüllten nicht alle Wünsche, wollten aber das Beste für die Kinder. "Deshalb ist tiefes Vertrauen das Kennzeichen, wenn Gottes Geist in uns das Beten weckt", betonte Lübbers und empfahl: "Schenken Sie dieses Vertrauen Ihren Schülern, und hören Sie auf sie – es ist eine Schule des Betens."

Schließlich verändere Gottes Geist auch das Handeln. Christen seien eingeladen, konsequent zu leben, wie Gott es erwarte. Man solle, wie Jesus es getan habe, im übertragenen Sinne anderen Menschen die Hände auflegen. "Sie können es, weil Sie als Getaufte den Geist Gottes empfangen haben", versprach Lübbers. Es gelinge aber eben nur mit dem Geist, und diese Erkenntnis verhelfe zu großer Gelassenheit. "Der Geist bewirkt das Entscheidende in mir, wenn ich es zulasse, wenn ich ihm Raum gebe in mir, dann macht er mich frei", führte Lübbers aus. Das habe Petrus nach dem Pfingstereignis auch den Menschen mit auf den Weg gegeben.

Auf Lübbes‘ Frage erklärten die künftigen Religionslehrer und -lehrerinnen gemeinsam ihre Bereitschaft zum Dienst und empfingen ihre Urkunden. An den Gottesdienst, den die von Daniel Frinken geleitete ,Petri-Combo‘ mit Willi Repnak, Anna und Simon Blicker sowie Theresia Günther musikalisch gestaltete, schloss sich zum Ausklang ein Empfang für alle Teilnehmer an.

Text: Bischöfliche Pressestelle
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