Ministranten-Wallfahrt in Rom
Viel geflogen sind sie beide noch nicht. Und doch ist die Anreise per Flugzeug nicht der Hauptgrund für Josephine Sittnick und Jannes Brinks aus Hamminkeln-Ringenberg bei der bundesweiten Ministranten-Wallfahrt nach Rom Anfang August dabei zu sein.
"Es ist bestimmt toll, andere Messdiener zu treffen", meinen beide übereinstimmend – und werden dazu reichlich Gelegenheit haben. Schließlich werden in der italienischen Hauptstadt rund 45.000 Kinder und Jugendlichen aus 26 deutschen Bistümern erwartet.
In dieser Ministranten-Masse werden die Teilnehmer von der Pfarrei Maria Frieden Hamminkeln wohl eine kleine, aber feine Gruppe sein. Zehn Jugendliche zwischen zwölf und 16 Jahren sind auf Initiative von Pastoralreferentin Sandra Joosten dabei. Pastor Ludger Schneider wird die Gruppe gemeinsam mit drei weiteren Erwachsene begleiten.
Eine dieser Erwachsenen ist Jannes’ Mutter Nicole Brinks. Auch sie freut sich auf das Gemeinschaftserlebnis. "Für uns Begleiter wird es bestimmt anstrengend, aber das wird sich lohnen", vermutet sie. Mit gutem Grund ist es daher auch ihrer Initiative zu verdanken, dass ihr zwölfjähriger Sohn sich angemeldet hat. "Jannes wollte in den Ferien nicht wieder an die Nordsee", schildert die Mutter schmunzelnd. "Da hat sie mich für die Wallfahrt angemeldet und mich erst danach gefragt, ob ich eigentlich mit will", ergänzt der Sohn. Dieser Überrumpelungstaktik zum Trotz ist Jannes voller Vorfreude dabei. Er hält damit sogar einen kleinen Rekord, ist er doch der jüngste Teilnehmer aus der Gruppe.
Josephine hingegen, die sich seit 2009 als Messdienerin engagiert, gehört mit ihren 15 Jahren schon zur 16-köpfigen Leiterrunde in der Pfarrei. Dort hat sie auch von der Wallfahrt erfahren. "Mir war sofort klar, dass ich mitwollte", erinnert sie sich, "denn mich interessiert es einfach, andere Messdiener kennenzulernen."
Vor der Reise allerdings stehen deren Finanzierung und die Organisation. Letztere übernimmt die Pfarrei selbst. Sie hat sich für eine Flugreise ab und nach Düsseldorf entschieden. Für Jannes wird allein das schon ein Erlebnis sein: "Ich bin noch nie geflogen."
Bei der Finanzierung war Eigeninitiative aller Beteiligten gefragt. Unter anderem haben die Messdiener durch Mithilfe bei einer Kleidersammlung, für die sie einen Teil des Erlöses erhielten, und durch ihre Tannenbaumaktion nach Weihnachten Geld verdient. Während Flug und Unterkunft durch die Teilnehmerbeiträge abgedeckt, steht dieses Geld für das Programm zur Verfügung.
Dessen Höhepunkt steht für die Teilnehmer aus Hamminkeln schon fest, Josephine bringt ihn auf den Punkt: "Ich bin echt gespannt auf den Papst." Neben der Sonderaudienz und dem Abendgebet mit Papst Franziskus am Dienstag (5. August) wird die Gruppe an einigen der vom Bistum Münster angebotenen Programmpunkten teilnehmen. Dazu zählen Abendgebete ebenso wie eine eigene Eucharistiefeier mit anschließenden Führungen in der Katakombe Domitilla.
Pastor Schneider glaubt, dass seine Ministranten von diesen Erlebnissen gerade in der heutigen Zeit und in einer immer kirchenferneren Umwelt viel mitnehmen werden: "Ich wünsche ihnen die Erfahrung, dass sie mit ihrem Dienst nicht allein sind, dass es viele Messdienerinnen und Messdiener in Deutschland und letztlich überall auf der Welt gibt." Schließlich sei der Ministrantendienst längst nicht mehr so einfach und selbstverständlich wie vor Jahrzehnten. Umso wertvoller sei Bestärkung durch Gemeinschaft.
Diese Erfahrung haben die jungen Leute auch in ihrer Pfarrei, die die Messdienerarbeit nach der Fusion neu aufgestellt hat und seitdem projektbezogen organisiert, schon gemacht. Josephine jedenfalls hat sich als Messdienerin "noch keine dummen Sprüche anhören müssen, obwohl ich auch in der Schule ganz oft in meiner Messdienerjacke rumlaufe. Im Gegenteil: Einer meiner Lehrer hat sogar gefragt, ob er nicht auch so eine Jacke bekommen könnte." Und auch Jannes, der seit 2011 Ministrant ist, findet: "Es macht einfach Spaß, weil wir viel zusammen unternehmen." Beste Voraussetzungen also für eine kleine, aber feine Gemeinschaft, die sicher auch in Rom viel unternehmen wird – mit oder ohne Messdienerjacken.
Text: Bischöfliche Pressestelle
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