Missio-Truck beeindruckt Schüler der Liebfrauenschule in Coesfeld

Noch sind sie Pia, Michelle, David und Marvin. Doch gleich werden sie als Sarah, Falon, Samuel oder Eric durch die mobile Ausstellung gehen, die im Missio-Truck untergebracht ist.

Die Schülerinnen und Schüler der Liebfrauenschule erleben in ihrer Rolle, was es bedeutet, auf der Flucht zu sein. Computeranimationen, Audiobeiträge und interaktive Bildschirme lassen ihre Geschichte als Bürgerkriegsflüchtling im Ostkongo in sechs verschiedenen Räumen lebendig werden.

"Es war eine berührende Erfahrung, aber auch bedrückend“, sagt Pia Menzel. Und ihre Freundin Michelle Anders fügt hinzu: "Bei den Fragen, was man für die Flucht einpackt, habe ich alles falsch beantwortet. Das, was wir für wichtig halten, ist in der Situation als Flüchtling nicht von Bedeutung.“ Ähnlich geht es David Riehoff und Marvin Brix, als sie nach einer Viertelstunde den Truck verlassen.

"Ich hätte nie gedacht, dass so eine große Ausstellung in diesen Anhänger hineinpasst“, ist Brix überrascht. "Man macht sich sonst keine Gedanken über das Thema und hat eine andere Perspektive erhalten“, sagt Riehoff. Ihren Mitschülerinnen und Mitschülern, die die schulische Ausbildung zu Heilerziehungspflegern im zweiten Jahr absolvieren, geht es nicht anders. Die zumeist 20-Jährigen sind angetan von dem Erlebten. Es hat sie merklich berührt.

Zwei Tage hat der LKW des katholischen Hilfswerks Missio auf Einladung der Liebfrauenschule in der Fußgängerzone vor der St.-Jakobi-Kirche in Coesfeld Halt gemacht. Acht Klassen des Berufskollegs in bischöflicher Trägerschaft konnten sich in dieser Zeit mit dem Thema "Menschen auf der Flucht“ beschäftigen. Rebekka Koch, pädagogische Mitarbeiterin bei Missio, erläuterte ihnen vor dem Besuch der Ausstellung die Situation in Afrika, speziell in der Demokratischen Republik Kongo. In dem zentralafrikanischen Land wird Coltan abgebaut, ein Mineral, das in den meisten Handys verbaut wird und ausschlaggebende Ursache für das Elend im Kongo ist. "In den Niederlanden wurde das ‚Fairphone‘ entwickelt. Neben der Verwendung von vier Konfliktrohstoffen aus legalem Abbau ist es so konzipiert, dass einzelne Komponenten repariert werden können“, informiert die Pädagogin. Inzwischen seien rund 130.000 Fairphones verkauft worden. "Das ist noch nicht viel, aber ein Anfang. Das Beste und Fairste ist es, das eigene Handy möglichst lange zu nutzen und anschließend weiterzugeben“, gibt sie den Schülerinnen und Schüler mit auf den Weg. Außerdem sei es sinnvoll, dass sie mit anderen über die Konflikte sprechen könnten. "Auch das ist ein guter Weg“, sagt Koch.

Begleitet wird die Tour des Missio-Trucks von der Unterschriftenkampagne "Aktion Saubere Handys“. Zudem sammelt das Hilfswerk ausgediente Handys, um die wertvollen Rohstoffe zu recyceln und mit dem Erlös humanitäre Projekte im Kongo zu unterstützen.

Bildunterschrift: Zwei Tage konnten Schülerinnen und Schüler der Liebfrauenschule die Ausstellung im Missio-Truck vor der St.-Jakobi-Kirche besuchen.

Text: Bischöfliche Pressestelle / 18.02.17
Kontakt: Pressestelle[at]bistum-muenster.de
Foto: Michaela Kiepe