missio-Truck besucht Freiwilligen Sozialen Dienste im Bistum Münster

Was treibt Menschen in die Flucht aus ihrer Heimat? Welche kleinen Entscheidungen können über den Erfolg der Flucht bestimmen? Um Einblicke in diese Ausnahmesituation zu bekommen, nimmt der Truck "Menschen auf der Flucht – weltweit" des internationalen katholischen Hilfswerks "missio" die Besucher mit auf eine interaktive Flucht mit der Hoffnung auf ein sicheres Leben.

Am 27. September öffnete der Truck seine Türen in Münster für die Bundesfreiwilligen mit Flüchtlingsbezug der Freiwilligen Sozialen Dienste (FSD) im Bistum Münster.

Mit der Wahl eines Charakters beginnt der Rundgang auf einem Marktplatz im Ostkongo. Als die ersten Schüsse der Milizen fielen, bleiben nur wenige Sekunden, um am Monitor zu entscheiden, welche Gegenstände man auf der Flucht mitnehmen möchte.

Die interaktive Ausstellung lässt nicht viel Raum für Distanz, weiß Sozialarbeiter Tété Agbodan. "Die Besucher schlüpfen in die Rolle eines Flüchtlings," erklärt der 29-Jährige, der den Truck pädagogisch begleitet. "Sie sollen einen besseren Eindruck bekommen, was eine Flucht bedeutet." Raum ist ohnehin nicht viel vorhanden. Die gesamte Ausstellung befindet sich in einem LKW-Hänger. Mehrere Ausstellungsräume komprimiert auf wenigen Quadratmetern. Der Truck tourt für "missio" durch ganz Deutschland und gastiert aktuell in Münster.

Die überwiegend jungen Erwachsenen der FSD absolvieren einen Bundesfreiwilligendienst in der Flüchtlingshilfe – teilweise haben sie sogar einen eigenen Fluchthintergrund. So wie Barakat Ali Rashid aus dem Irak, der seit wenigen Wochen in seinem Bundesfreiwilligendienst für die Caritas in Haltern anderen Flüchtlingen bei der Integration hilft. "Wir lernen hier andere Motivationen zur Flucht", erklärt der 56-Jährige in gebrochenem Deutsch. Die Ausstellung fand er gut gemacht und sehr bewegend. "Besonders bei Menschen mit eigenem Fluchthintergrund müssen wir sehr sensibel sein, dass keine traumatischen Erlebnisse hochkommen," sagt Simon Damm, Referent des "missio"-Trucks.

Zur Ausstellung gehört auch ein theoretischer Workshop und die pädagogische Begleitung, erklärt Agdoban. Zusammen mit Referenten von "missio" erklärte er Fluchtursachen und andere Hintergründe der Ausstellung. Der Fokus liegt bei der Aktion auf dem Ostkongo. Der blutige Bürgerkrieg dort dreht sich um den illegalen Abbau des Rohstoffes Coltan – nötig bei der Herstellung moderner Smartphones.

Bildunterschrift: (v.l.) Die "missio"-Referenten Eva Baumeister, Simon Damm, Tété Agbodan sowie die Gruppe Bundesfreiwilliger mit Flüchtlingsbezug der FSD Bistum Münster vor dem Truck.

Text: Bischöfliche Pressestelle / 29.09.16
Kontakt: Pressestelle[at]bistum-muenster.de
Foto: FSD Bistum Münster/Matthias Lütke Wenning