In den Tagen zuvor laufen noch die letzten Planungen. Wo wird der Altar stehen? Wie werden die Sitzbänke angeordnet? „Wir bieten dieses Format seit drei Jahren an und suchen uns immer andere Orte aus, zu denen wir die Gemeinde einladen. Daher müssen wir uns bei den Vorbereitungen immer an die jeweiligen Gegebenheiten anpassen“, erklärt Anna Schlautmann. Gefeiert wurde zum Beispiel schon in einer Bäckerei, bei der Feuerwehr und auf dem Sportplatz, wie Michael Junker aufzählt. „Dabei wechseln wir auch durch die Uedemer Ortschaften, so dass wir dieses Mal wieder in Keppeln sind“, sagt er.
Insgesamt umfasst das ehrenamtlich engagierte Team fünf Uedemerinnen und Uedemer, die zuvor eine halbjährige Ausbildung zur Leitung von Wort-Gottes-Feiern absolviert hatten. Gertrud Aymans-Helmig betont: „Wir sind keine Konkurrenz zu den anderen Gottesdiensten in unserer Pfarrei, sondern eine Ergänzung.“ Das Team habe die Erfahrung gemacht, je nach Ort ganz unterschiedliche Menschen ansprechen zu können. „Wir verstehen uns aber ausdrücklich auch nicht als Lückenbüßer“, betont sie.
Im Gegenteil, ergänzt Maria Müller, sei es eine große Chance für die Kirche, wenn Gottesdienste von Gemeindemitgliedern gestaltet werden. „Wir versuchen, biblische Texte und die sich daraus ergebenden Themen so zu gestalten, dass sie in die heutige Zeit passen“, sagt sie. Und es gebe viele positive Rückmeldungen nach den Feiern. „Wir haben sogar schon aus der Gemeinde Vorschläge für weitere Themen bekommen“, freut sich Anna Schlautmann.
Nach dem Gottesdienst sind die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eingeladen, noch zu verweilen. „Das macht die Gemeinschaft aus, dass nicht jeder direkt nach Hause geht, sondern hier noch ins Gespräch mit anderen Menschen kommen kann“, erläutert Gertrud Aymans-Helmig. Außerdem bekommt jeder noch einen kurzen Impuls mit auf den Weg – und am Sonntag auch passend zum Thema einen frisch gepflückten Apfel.
Der Gottesdienst auf dem Aymanshof in Keppeln, Hoffmannsweg 2, beginnt um 18 Uhr unter freiem Himmel. Sollte das Wetter schlecht sein, wird alternativ in der Tenne des Hofes gefeiert.
Christian Breuer

