Der Domschatz hat ein neues Zuhause und die münstersche Museumslandschaft bekommt ein weiteres Highlight: Am 26. August wird das Museum PAULUS am Alten Steinweg 3, mitten in Münsters Altstadt, feierlich eröffnet. Einen Tag vorher konnten sich Medienschaffende bereits ein erstes Bild von den Räumlichkeiten und der Eröffnungsausstellung machen.
Seit 2017 die alte Domkammer schließen musste, weil die baulichen Bedingungen für das Lagern und Ausstellen der teilweise Jahrhunderte alten Kunstschätze nicht mehr ausreichten, war der Domschatz eingelagert. Zu sehen war er nur im Rahmen einer temporären Sonderausstellung im vergangenen Jahr im Dom selbst und an anderen Orten wie Paderborn oder Cleveland. „Hier ging nichts“, erinnerte sich Dompropst Hans-Bernd Köppen.
Mit der Eröffnung des neuen Museums hat dieser Zustand nun ein Ende. Auf 400 Quadratmetern lichtdurchfluteter Ausstellungsfläche präsentieren sich Steinmetzarbeiten oder goldene Schätze aus dem eigenen Fundus, aber auch Leihgaben aus Padua oder den Vatikanischen Museen im Rahmen der Eröffnungsausstellung „Ich gehe, aber wohin?“.
„Paulus war viel unterwegs und seine Biografie war geprägt von Brüchen und Veränderungen“, erläuterte Köppen die Konzeption der ersten Ausstellung des neuen Museums. „Auch der moderne Mensch steht oft vor der Frage: Wo will ich hin mit meinem Leben?“ Insgesamt sei das PAULUS konzipiert als ein Haus des Dialoges mit der Stadt und den Menschen.
Mit Freude und Leidenschaft sei ihre Familie an die Aufgabe gegangen, das Gebäude zu gestalten, erklärte Anna Lohmann-Gerleve für die Bauherren, die münstersche Kaufmannsfamilie Lohmann. „Was gibt es Schöneres, als Kunst und Kultur, Moderne und Antike, Jung und Alt zusammenzubringen und in seiner Heimatstadt kreativ werden zu können?“ Von einer „großen Freude und Ehre, dass wir das machen durften“, sprach Heinz Lohmann. Das Museum werde nicht nur Schätze zeigen, sondern „leben“.
Dafür wird es unter anderem zweimal pro Woche kostenfreie öffentliche Führungen geben. Auch Gruppen oder Schulklassen können sich nach Voranmeldung die Kunstschätze des PAULUS näherbringen lassen.
Das Bau- und Einrichtungsbudget sei im Vergleich zu anderen Museumsbauten gering ausgefallen, das verdeutlichte Architekt Jörg Preckel. So habe man zum Beispiel den Großteil der Ausstellungsvitrinen aus dem inzwischen geschlossenen Museum für Lackkunst übernommen. Die beauftragten Handwerksbetriebe – alle aus der Region – hätten einen Teil ihrer Leistungen als Spende zugunsten des Museums erbracht. An manchen Stellen habe man die Einrichtung aber auch bewusst „ruppig“ gemacht und beispielsweise eine mittelalterliche Heiligenfigur auf einen Sockel aus blankem Walzstahl gestellt, sagte Preckel.
Ganz und gar nicht gespart wurde an den Sicherheitsvorkehrungen für den Domschatz: „Wenn hier einer in die Wand bohrt, merken wir das“ – da waren sich alle Beteiligten sicher. „Nach dem Raub im Louvre im vergangenen Jahr haben wir noch mal nachgerüstet“, berichtete Preckel, obschon auch schon vorher modernste Sicherheitstechnik verbaut worden sei. „Und die Polizei“, schmunzelte Dompropst Köppen, „sitzt nur fünf Häuser weiter.“
Am Abend des 26. August wird das neue Museum feierlich eröffnet – rechtzeitig vor dem großen Besucherstrom in die Stadt anlässlich des NRW-Tags und des Stadtfestes. Ab dem 27. August wird es täglich außer sonntags von 12 bis 18 Uhr geöffnet sein.
Eigentümerin des PAULUS ist die Münsteraner Kaufmannsfamilie Lohmann, das Domkapitel ist Mieter und wird bei Betrieb und Unterhalt des neuen Museums von einer eigens gegründeten Stiftung sowie einem Förderverein unterstützt.