Museum Religio eröffnet Ausstellung über drei Weltreligionen
Eine Christin, eine Jüdin, eine Muslima – drei junge Frauen, die über ihr Verhältnis zur Religion sprechen. Mitten hinein in die Thematik zieht dieser Prolog, dargestellt in einer Videoinstallation, die zur Ausstellung "Gott³ – Juden, Christen und Muslime in ihrer Begegnung von Luther bis heute" im Museum Religio in Telgte gehört.
Am 21. April ist sie im Beisein von rund 150 Ehrengästen und Interessierten im Bürgerhaus in Telgte eröffnet worden.
Anlässlich des 500-jährigen Reformationsgedenkens geht die Ausstellung, die unter anderen vom Bistum Münster gefördert wird, der Frage nach, wie es um das Zusammenleben der drei großen Weltreligionen steht. "Luther ist in Telgte angekommen", brachte es Dr. Anja Schöne, Leiterin des Museums, auf den Punkt. Einer der drei Themenräume, aus denen die Ausstellung unter anderem besteht, widme sich darum speziell dem Reformator Martin Luther. So zeichne ein großformatiger, von einer Studentin gezeichneter Comicroman Stationen seines Lebens und seiner Thesen nach.
Die beiden weiteren Themenräume stellen visuell aufbereitet die Begegnung der drei Weltreligionen dar. "Sie zeigen die gemeinsame Wurzel im Stammvater Abraham sowie theologische Streitpunkte auf", erklärte Schöne. Dabei könne man feststellen: Von der Geschichte bis in die Gegenwart hinein hätten Gläubige geteilt und gestritten, geforscht und reformiert und auch gekämpft und toleriert. Die zuletzt genannten Verben führten schließlich in den letzten Abschnitt der Ausstellung ein. Denn die bleibe nicht in der Zeit der Reformation stehen, sondern baue anschaulich aktuelle Bezüge ein – Bezüge, die das Museumsteam vor Herausforderungen gestellt hätten, wie Schöne erklärte: "Das Verhältnis der drei Religionen hat sich während der Planungsphase leider nicht entspannt." Mehrfach habe die Realität die Vorbereitungen überholt. "Die Ausstellung ist aktueller denn je und bietet eine Fülle an Denkanstößen, über die die Besucher diskutieren und ringen sollen", wünschte sie sich.
Zielgruppe der Ausstellung seien besonders Jugendliche und junge Erwachsene. "Gerade die Jüngeren werden in einer Gesellschaft leben, die sich durch religiöse Vielfalt auszeichnet", betonte die Museumsleiterin. Es gehöre zum Grundkonzept von "Gott³", dass Jugendliche sich einbrächten. In die Ausstellung integriert sei darum eine Medieninstallation, die ein Workcamp von Jugendlichen nachzeichne. An mehreren Wochenenden hatten sich dabei junge Menschen mit einem interreligiösen Miteinander in Schulen und privaten Beziehungen auseinandergesetzt.
Grüße von Schirmherrin Annette Kurschus, Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen, überbrachte der evangelische Pfarrer Ralf Lange-Sonntag, Referent für Fragen des christlich-islamischen Dialogs. Aus Sicht der evangelischen Kirche gehe es der Ausstellung nicht um die Profilierung einer Religion oder der Verschmelzung aller "zu einer Superreligion", sondern um "Umkehr und Begegnung in Bewegung." "Im Mittelpunkt stehen die Gläubigen der Religionen", betonte er. Musikalisch gestaltet wurde die Eröffnung von dem "Avram"-Ensemble, das seine Musik dem Thema Frieden widmet.
Die Ausstellung ist bis Sonntag, 3. September, jeweils von dienstags bis sonntags, 11 Uhr bis 17 Uhr, zu sehen. Lehrern, die mit ihren Schülerinnen und Schülern die Ausstellung besuchen möchten, steht ein Paket mit Unterrichtsmaterialien für die Vorbereitung wie auch für den Besuch als Download auf den Internetseiten des Museums zur Verfügung.
Dort unter www.museum-telgte.de gibt es auch alle weiteren Informationen.
Bildunterschriften:
- "Luther ist in Telgte angekommen", brachte es Museumsleiterin Dr. Anja Schöne bei der Eröffnung der Ausstellung auf den Punkt.
- Rund 150 Ehrengäste und Besucher waren zur offiziellen Eröffnung in das Bürgerhaus Telgte gekommen, bei der auch Prof. Dr. Rüdiger Robert, Vorsitzender des Freundeskreises Religio (links), sprach.
Text: Bischöfliche Pressestelle / 22.04.17
Kontakt: Pressestelle[at]bistum-muenster.de
Fotos: Bischöfliche Pressestelle/Ann-Christin Ladermann
